Fußball

Lehren des Premier-League-Starts Titelkandidaten stürmen los, VAR verwirrt

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Klopps Liverpool kantert sich zum Saisonstart zum Sieg.

(Foto: imago images / Xinhua)

Die Premier League nimmt wieder ihren Betrieb auf. Manchester City und der FC Liverpool machen weiter wie in der Vorsaison englischen Fußballliga, Frank Lampard erlebt einen komplizierten Einstand bei Chelsea – und der Videobeweis sorgt für Negativschlagzeilen.

Liverpool und ManCity geben Vollgas

Machester City und der FC Liverpool lieferten sich in der Vorsaison ein atemberaubendes Rennen um den Titel – und deuteten am ersten Spieltag an, dass es in der neuen Spielzeit ähnlich zugehen könnte. Der Meister zerlegte West Ham United 5:0, Liverpool schlug Norwich City 4:1 (Halbzeitstand: 4:0). Zwar beklagte Citys perfektionistischer Trainer Josep Guardiola, dass dem Passspiel seines Teams teilweise die Genauigkeit gefehlt habe, doch das war am Ende egal. Mann des Spiels war Raheem Sterling mit drei Toren. Der verletzte Leroy Sané? Wurde nicht vermisst.

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Sterling kann einen Dreierpack feiern.

(Foto: Action Images via Reuters)

Champions-League-Sieger Liverpool glänzte gegen Norwich mit einer gnadenlosen Chancenverwertung in der ersten Hälfte und kaschierte damit den einen oder anderen Abwehr-Wackler. Sorgen bereitet Trainer Jürgen Klopp der Ausfall von Torwart Alisson. Er zog sich bei einem Abstoß eine Wadenverletzung zu und könnte bis zu acht Wochen ausfallen. Der eigentlich als Ersatz verpflichtete Adrián steht gleich im Mittelpunkt, das nächste Mal am Mittwoch (21 Uhr) beim europäischen Supercup gegen den FC Chelsea in Istanbul.

Frank Lampards schwere Aufgabe bei Chelsea

Frank Lampard ist eine Chelsea-Legende, doch das half ihm bei seinem Einstand als Trainer des Europa-League-Siegers nicht. Im Sturm fehlte der Mannschaft bei der 0:4-Klatsche bei Manchester United die Klasse des zu Real Madrid abgewanderten Eden Hazard, in der Abwehr hätte Chelsea die ordnende Hand des an Arsenal abgegebenen David Luiz gut gebrauchen können.

Wegen einer Transfersperre konnte Chelsea im Sommer außer der schon länger feststehenden Verpflichtung von Christian Pulisic aus Dortmund keine Verstärkungen beschaffen. Bei der Niederlage im Old Trafford wurde Lampard vor Augen geführt, wie schwer seine Aufgabe ist. Sein Gegenüber Ole Gunnar Solskjaer dagegen verhinderte mit dem klaren Erfolg, dass schon vom ersten Spieltag an seine Eignung als United-Trainer in Frage steht.

Der VAR stiftet Verwirrung

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In der Bundesliga kommt der Videobeweis seit zwei Jahren zum Einsatz, in England gibt die technische Hilfe in dieser Saison ihren Einstand. Die Debatten, die das Premier-League-Volk nach dem ersten Spieltag führt, dürften deutschen Zuschauern bekannt vorkommen. Die Technik sei ein "Passion Killer", titelte die "Sun" und griff damit Guardiolas Befürchtungen auf, dass das Werkzeug dem Fußball die Leidenschaft raube.

Bei Citys Sieg bei West Ham griff der VAR drei Mal ein. Er erkannte ein Tor von Gabriel Jesus ab, bestätigte Sterlings Treffer zum 3:0 und verfügte, dass ein Elfmeter von Sergio Agüero wiederholt werden musste. Beim torlosen Remis zwischen Leicester City und den Wolverhampton Wanderers annullierte die Technik einen Wolves-Treffer.

In allen Fällen lag der Videobeweis richtig, dennoch diskutiert England, ob er eine gute Erfindung ist. Der "Telegraph" schrieb: "Das ist die schöne neue Welt, in der der VAR ein Spiel schneidet und bearbeitet wie ein Regisseur, der bei einem Film die Handlung ändert. Das mag für das Fernseh-Publikum passen, doch für die Zuschauer im Stadion geht ein Teil der Seele des Spiels verloren."

Die Aufsteiger legen mutig los

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Man sieht es ihm nicht an, aber Farke ist durchaus stolz auf sein Team.

(Foto: Action Images via Reuters)

Trotz der krachenden Niederlage in Liverpool sah Norwich-Trainer Daniel Farke keinen Grund, sich zu schämen. Im Gegenteil, voller Stolz sprach er nach der Partie über sein unerfahrenes Team: "Ich liebe diese Mannschaft, diesen Verein und diese Fans. Obwohl wir verloren haben, haben wir gezeigt, was uns so besonders macht", sagte er und pries den Charakter und den Mut seines Kollektivs. Das war berechtigt. Norwich stellte sich nicht hinten rein, sondern versuchte, mit spielerischen Mitteln dagegen zu halten. Das macht Mut für den weiteren Verlauf der Saison.

Gleiches gilt für Aston Villa. Die mit mehr als 140 Millionen Euro verstärkte Mannschaft verlor zwar ebenfalls, nämlich 1:3 bei Tottenham Hotspur, spielte aber vor allem in der ersten Halbzeit ansprechenden Kombinationsfußball und ging gegen den Champions-League-Finalisten sogar in Führung. Auch der dritte Aufsteiger zeigte sich wehrhaft. Sheffield United kam in Bournemouth kurz vor Schluss zum verdienten 1:1.

Kein Druck auf die großen Sechs

Viele Fachleute glauben, dass die Dominanz der großen sechs Klubs aus London (Arsenal, Chelsea, Tottenham), Manchester (City und United) und Liverpool in dieser Saison gebrochen wird. Doch zum Start überzeugte keine der Mannschaften, denen zugetraut wird, in den elitären Zirkel vorzudringen. Mehr noch: keine von ihnen schoss überhaupt ein Tor. Die beiden Top-Sechs-Kandidaten Leicester und Wolves trennten sich im direkten Duell 0:0. Der FC Everton kam bei Crystal Palace ebenfalls nur zu einem torlosen Unentschieden. Watford, Pokalfinalist der Vorsaison, kassierte beim Abstiegskandidaten Brighton eine 0:3-Niederlage. Und West Ham hatte das Pech, gegen Manchester City zu spielen.

Quelle: n-tv.de

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