Fußball

So läuft der 19. Spieltag, Teil II ToKlopp: So scheiße war's nicht

Klopp.jpg

BVB-Trainer Jürgen Klopp hat wieder ein gutes Gefühl bei seiner Mannschaft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der FC Bayern ist in der, so heißt es nun, Ergebniskrise. Darin steckt auch Borussia Dortmund, aber deren Trainer Jürgen Klopp hat mittlerweile, trotz Absturz auf Platz 18, wieder ein richtig gutes Gefühl. In Paderborn kündigt sich Großes an.

Wie hoch gewinnen die Bayern?

imago_sp_1206_18200004_18381956.jpg7476451849305318007.jpg

Schalkes Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting hat gegen Bayern einen Elfmeter verschossen.

(Foto: imago/Pressefoto Baumann)

Hm, vielleicht sollten wir über den Namen dieser Kategorie nochmal nachdenken? Aber bevor jetzt alle Bayern-Fans Sturm laufen: Nein, machen wir natürlich nicht. Denn die Leistung gegen Schalke hat doch Mut gemacht, zumindest dem Super-Super-Trainer Pep Guardiola. "Ich bin sehr zufrieden, wenn du 70 Minuten in Unterzahl spielst. Wir wollten drei Punkte, aber unsere Leistung war viel besser", kommentierte der Spanier nach dem Abpfiff. Jetzt haben die Bayern es zum Rückrundenauftakt nun wahrlich auch nicht leicht gehabt, erst geht es zum ambitionierten VfL Wolfsburg und dann kommen die ambitionierten Schalker. Es gibt wahrlich einfachere Gegner in der Bundesliga. Und so macht der Blick auf den nächsten Spieltag doch ein bisschen Hoffnung, denn da geht's für den FCB zum VfB Stuttgart. Die sind zwar bestimmt auch ein super-super-starker Gegner, stehen in der Tabelle aber nicht so super-super da. Deswegen fordert Bayern-Kapitän Bastian Schweinsteiger dann auch endlich den ersten Pflichtspielerfolg im Jahr 2015 - liest sich irgendwie eigenartig, oder? In Stuttgart allerdings müssen die Bayern höllisch aufpassen, dass es nicht das nächste böse Erwachen gibt und sich Arjen Robben nach dem Spiel erneut ärgern muss: "Wir haben guten Fußball gespielt, die Schalker (Anmerk.: dann natürlich die Stuttgarter) haben eigentlich überhaupt nichts gemacht. Die haben es auch nicht verdient." Nun Herr Robben, die Frage der Gerechtigkeit bleibt im Fußball oft unbeantwortet. Klar hatten die Bayern gegen die Gelsenkirchener mehr Spielanteile, aber sie hatten auch eine Portion Glück. Denn hätte Schalkes Stürmer, der Schoggopuddäng wie Omma sagt - Nicht-Ruhrgebietler nennen ihn gemeinhin auch Eric-Maxim Choupo-Moting -, den Elfmeter nicht so langsam und lässig geschossen, wären die Bayern nicht nur ziemlich früh in Unterzahl gewesen, sondern auch ziemlich früh in Rückstand geraten. Und dann hätte es ziemlich früh eine ziemlich ernsthafte Krise gegeben.

Wie läuft die Dortmunder Aufholjagd?

Knust.jpg

Bruno Knust findet es fatal, dass Augsburg als Favorit ins Spiel gegen Borussia Dortmund geht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der BVB muss heute Abend gegen den FC Augsburg ran und ein Satz reicht aus, um die Situation der Gastgeber aus dem Westen zu beschreiben: "Augsburg ist heute Abend Favorit, Lecko mio." Das sagte Bruno "Günna" Knust, Kabarettist aus dem Pott, den Ruhr Nachrichten. Aber Favoritenrollen werden ja nur auf dem Papier verteilt. Was zählt, ist aufm Platz und da fühlt sich der BVB im neuen Jahr offenbar wieder wohler als in der zweiten Jahreshälfte 2014, zumindest empfindet das Trainer Jürgen Klopp so. "Ich habe mich nach dem Spiel besser gefühlt als vorher. Das ist ein wichtiges Zeichen, dass es so scheiße nicht gewesen sein kann", erklärte er bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Fuggerstädter und zeigte sich danach wieder einmal sehr angriffslustig gegen seine erklärten Lieblingsfeinde: Journalisten. Klopp, so erklärte er, habe den Eindruck, dass man sich bei dem "einen oder anderen Kicker-Redakteur für unsere Leistung entschuldigen" müsse. "Wenn es ihm nicht gefallen hat, tut es mir leid", sagte der Meister-Trainer mit ironischem Unterton.

Was passiert sonst noch?

Skripnik.jpg

Viktor Skripnik warnt seine Elf vor zu behäbigem Fußball gegen Hoffenheim.

(Foto: picture alliance / dpa)

Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik hat offenbar etwas gegen Busfahren. Zumindest rät er seiner Mannschaft vor dem Spiel gegen Hoffenheim dazu, nicht zwei von den voluminösen Gemeinschaftsfahrzeugen vor dem eigenen Strafraum abzustellen. Gut, das wäre ohnehin nicht erlaubt und tatsächlich auch ziemlich dusselig. Denn die Spieler der TSG, das ist allgemein bekannt, sind in der Vorwärtsbewegung so schnell und spaßorientiert wie italienische Sportwagen - Bussen also haushoch überlegen. Was hilft? Bewegen natürlich. Und das möglichst viel und gerne auch nach vorne. Denn da lauert mit Stürmer Franco di Santo ein argentinisches Spaßmobil, das den Ball regelmäßig - acht Mal bislang - ins Tor beschleunigt. Denn auch das ist gemeinhin bekannt: So temporeich die Hoffenheimer beim Spiel in die Spitze sind, in der Abwehr sind sie nach wie vor so fehleranfällig wie die Airbags des Autogiganten Toyota. Also was Skripnik seinen Jungs eigentlich nur mitteilen will: Busse in der Hansestadt lassen, elf flexible Kleinwagen aufbieten, gelegentlich das Gaspedal voll durchtreten und drei Punkte einstreichen.

Wo wird's brisant?

Lakic.jpg

Mit Srdjan Lakic (r.) soll es für Paderborn wieder aufwärts gehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nun, wenn der Hamburger Sportverein anreist, braucht die Heimmannschaft keine Angst zu haben. Nur zwei Tore hat das Team von Josef Zinnbauer bislang in der Fremde erzielt. Das ist ziemlich mickrig. Und selbst wenn der HSV es schaffen sollte, sein Auswärtstorkonto in einem Spiel zu verdoppeln, muss Paderborns Coach Andre Breitenreiter heute Abend nicht direkt einen Schweißausbruch erleiden. Denn zwei Tore zu Hause, das sollte immer möglich sein. Bedeutet also: Mindestens Remis fürs Heimteam. Das unterstreicht die Statistik. In neun Auswärtsspielen gab's nur einen Sieg für den HSV. Und weil mit Hanseaten-Obelix Lasogga auch noch der erfolgreichste Stürmer - stramme zwei Tore stehen bereits auf seinem Konto - ausfällt, ist kaum zu vermuten, dass Hamburg in Paderborn tatsächlich verdoppelt. Also: Glückwunsch SCP. Oder auch nicht. Denn die Ostwestfalen sind dick in der Krise. Sie verbreiten derzeit etwa so viel Schrecken wie "Hallo-Spencer"-Drache Poldi. Von "Ich will dir fressen"-Fußball ist schon lange nix mehr zu sehen. Seit acht Spielen wartet das Team auf einen Sieg. Zum Rückrunden-Auftakt gab's in Mainz eine 0:5-Klatsche - und der Klub aus der Karnevals-Hochburg gehört in dieser Saison nun wahrlich nicht zu den Mannschaften, bei denen man nach einer so deftigen Packung einfach den Mund abwischt und weitermacht. Und so hat auch Breitenreiter Redebedarf gehabt, alles besprochen und - wie er findet - rechtzeitig abgehakt. Mit mehr Einsatz, besserem Zweikampfverhalten und Angreifer Srdjan Lakic soll die Negativserie durchbrochen werden. Denn Breitenreiter weiß, Achtung Phrase: "Schönspielerei ist nicht gefragt". Dafür ist der neue Stürmer übrigens auch nicht bekannt, ebenso wenig wie für üppige Torjägerqualitäten in der Bundesliga. Das verspricht, ein Spektakel zu werden - ohne Tore vermutlich.

Für welchen Trainer wird es eng?

So richtig fürchten muss sich eigentlich keiner, außer Berlins Jos Luhukay. Der wartet mit seiner Hertha am Abend auf Bayer Leverkusen und endlich mal wieder auf eine richtig gute Leistung seiner Mannschaft. Der aber fehlt's momentan vor allem an Kreativität und Torgefahr und natürlich mal wieder an Verständnis für das verkannte Genie Ronny. Der nicht immer bienenfleißige Brasilianer wurde von verschiedenen Sportportalen zuletzt zweimal mit der Traumnote "Sechs" bedacht. Ronny, so erklärte er in der Winterpause, will das Team nach Europa führen - derzeit bringen seine Leistungen die Hertha aber eher Auswärtsspielen in Bochum, Sandhausen oder beim Stadtderby in Köpenick näher. Mit Leverkusen kommt nun eine Mannschaft in die Hauptstadt, die offensiv ein gnadenloses Pressing spielt und in der Defensive ziemlich souverän agiert. Das gefällt den angeknockten Berlinern so gar nicht. Und so ist zu befürchten, dass Luhukay auch nach dem 19. Spieltag weiter in der Kritik steht. Leverkusens Roger Schmitt braucht eine solche Diskussion aktuell dagegen nicht zu fürchten, auch wenn seine Mannschaft nicht dort steht, wo sie eigentlich stehen sollte - auf einem Champions-League-Rang. Viele Punkte sollte sein Team aber in der Rückrunde nicht liegen lassen, sonst gibt's vielleicht doch noch bissigen Gegenwind. Gegenwind, den man eigentlich eher aus der Nachbarstadt Köln kennt. Denn dort liegen Anspruch und Wirklichkeit häufig so weit auseinander wie die Meinungen über "Kölsch" und "Alt". Weil sie in Köln in dieser Saison aber einen tiefenentspannten Österreicher an der Linie haben, gibt's aus der Domstadt ungewohnt unkritische Töne. Das würde wahrscheinlich auch so bleiben, selbst wenn der "Eff-Zeh" heute Abend gegen den dauerkriselnden VfB Stuttgart mit dem krisenfesten Huub Stevens Punkte liegen lässt.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich bin Arzt, ich bin Psychologe, ich bin alles." Huub Stevens schätzt seine Bedeutung als Trainer des VfB Stuttgart als durchaus vorhanden ein.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema