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Warten auf ersten Dominostein Transfer-Nervosität beim FC Bayern wächst

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Der Druck auf Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic steigt.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Das Transferfenster ist gerade erst geöffnet und der Markt für Fußballprofis ist schon überhitzt. Hasan Salihamidzic, der Sportdirektor des FC Bayern, sieht keinen Grund, in Hektik zu verfallen - zumindest sagt er das. Doch auch er weiß: Die Konkurrenz hat längst losgelegt.

Der internationale Transfermarkt, sagt Trainer Niko Kovac von FC Bayern ganz auf Linie der "Domino-Theorie" seines Vorgesetzten Karl-Heinz Rummenigge, müsse "erstmal loslegen". Der deutsche Fußballmeister will bei seiner Suche nach offensiven Verstärkungen laut Rummenigge warten, "bis der erste Stein fällt". Dabei hat das Dominospiel längst begonnen - und die Bayern schauen mit zunehmender Nervosität zu.

Für die zehn teuersten Sommertransfers um Joao Félix sind bereits 725 Millionen Euro geflossen, der Neu-Münchner Lucas Hernández liegt mit seinem Bundesligarekord von 80 Millionen Euro auf Rang drei. Für die Top 20 wurden rund 1,1 Milliarden Euro fällig - die Dominosteine fliegen nur so durch Europa.

"Der Markt ist überhitzt", sagt Matthias Sammer und rät von hektischem Spiel ab: "Man muss im Leben auch mal warten können." Doch warten - auf wen? Die bevorstehenden Transfers der Stars Neymar und Antoine Griezmann zum FC Barcelona könnten über 400 Millionen Euro auf den Spieltisch spülen - und Ousmane Dembélé oder Philippe Coutinho aus Katalonien vertreiben. Das Münchner Interesse am früheren Dortmunder Dembélé, den Kovac einen "guten Spieler" nannte, ist bekannt. Fällt er um, wenn die "Domino-Männer" Neymar und Griezmann fallen?

Suche nach Sané-Alternativen läuft

Die Bayern warten darauf, dass sich Leroy Sané bewegt. Der deutsche Nationalspieler wird am Freitag bei Manchester City aus dem Urlaub zurückerwartet und soll sich dann fix zu seiner beruflichen Zukunft erklären. Sagt er ab, was als sehr wahrscheinlich gilt, käme Dembélé ins Spiel - und nicht nur er. Weil in der Münchner Chefetage nicht alle glauben, dass der kapriziöse Franzose eine dreistellige Millionensumme wert ist, darf spekuliert werden. Die "Sportbild" nennt für die vakante Außenposition Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam, Steven Bergwijn vom PSV Eindhoven, Yannick Carrasco, der in China bei Dalian Yifang spielt, und Leon Bailey von Bayer 04 Leverkusen.

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Die Münchner sollen an Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam interessiert sein.

(Foto: imago images / VI Images)

Darüber hinaus sollen sie beim FC Bayern auch die spanischen Talente Dani Olmo von Dinamo Zagreb und Marc Roca von Espanyol Barcelona im Blick haben, über Nationalspieler Benjamin Henrichs von der AS Monaco und sogar eine Rückkehr von Mario Mandzukic von Juventus Turin diskutieren sie angeblich. Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea bleibt zudem ein Thema. Noch, betont Sportdirektor Hasan Salihamidzic, habe der Klub "zwei Monate Zeit". Doch das stimmt nicht ganz: Zwar schließt das Bundesliga-Transferfenster erst am 2. September - in der englischen Premier League, wo Sané und Hudson-Odoi spielen, ist jedoch schon am 8. August Schluss. Salihamidzic sieht keinen Grund zur Panik. "Ich habe den Eindruck, dass unsere Fans auch ein gutes Gespür für die Irrationalität und Unberechenbarkeit des heutigen Transfermarktes haben", sagt er in der "Sportbild".

Irrational wegen der immer höheren Summen. Unberechenbar, weil selbst die Top-Klubs immer mehr dem Jugendwahn verfallen. Unter den zehn teuersten Sommerwechseln ist mit Real Madrids Königstransfer Eden Hazard, 28 Jahre alt, nur ein Profi über 24 Jahren, sechs Spieler sind 22 oder jünger. Mit dem 19 Jahre alten Félix führt ein Teenager die Liste an. Allein Real gab für vier Youngster um Frankfurts Luka Jović, 21 Jahre alt, stolze 203 Millionen Euro aus, mit Matthijs de Ligt steht der nächste vor einem Mega-Deal. Amsterdam hofft beim Verkauf des Kapitäns auf 75 Millionen. "Das Szenario im internationalen Fußball hat sich rasant verändert", sagte Reals Präsident Florentino Perez kürzlich. Man müsse die Stars von Morgen vor der Konkurrenz entdecken. Wer das schafft, kann sich das noch teurere Star-Domino sparen.

Quelle: n-tv.de, Marco Mader, sid

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