Fußball

Bayer scheitert trotz Traumtor Unions Effektivität macht Bremen ratlos

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Union einfach stärker.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Bayer Leverkusen trifft wunderschön, reist aber trotzdem ohne Punkte aus Frankfurt ab. Der 1. FC Union Berlin setzt seinen Höhenflug in der Fußball-Bundesliga auch 2021 fort, während Arminia Bielefeld und 1. FC Köln sich einmal mehr vergeblich mühen. Anders als der SC Freiburg.

Werder Bremen - 1. FC Union Berlin 0:2 (0:2)

Dank gnadenloser Effektivität "übernachtet" Union Berlin auf einem Champions-League-Platz. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer setzte sich am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen nach einer konzentrierten Leistung verdient mit 2:0 (2:0) durch und verbesserte sich in der Tabelle bis Sonntag auf den vierten Rang. Schon in der ersten Halbzeit stellten die Gäste die Weichen auf Sieg. Sheraldo Becker erzielte in der zwölften Minute das Führungstor, in der 28. Minute traf Taiwo Awoniyi für "Eisern Union". In beiden Fällen sah die Bremer Deckung nicht gut aus, auch wenn dem 0:2 möglicherweise ein Foulspiel von Becker vorausging.

Aber konsequent waren die Berliner nicht nur vor dem gegnerischen Tor. Auch im Mittelfeld und am eigenen Strafraum beherrschte das Team auch ohne Ex-Nationalspieler Max Kruse (Sehnenverletzung im Oberschenkel) das Geschehen auf dem Platz. Und so konnte Fischer sichtlich gelassen die Partie beobachten, während sein Bremer Kollege Florian Kohfeldt unüberhörbar mehrfach seine Verärgerung herausschrie.

Denn speziell in den ersten 45 Minuten brachten seine Schützlinge kaum etwas Nennenswertes zustande. Die grün-weiße Deckung wirkte nicht gefestigt, im Mittelfeld fehlte es an der Passsicherheit und der Offensive fiel sehr wenig ein. Und als Romano Schmid (45.) den vermeintlichen Anschlusstreffer erzielt hatte, wurde das Tor wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Kohfeldt reagierte auf die schwache erste Halbzeit und brachte mit Jean-Manuel Mbom und Davie Selke mehr Körperlichkeit auf den Rasen. Doch am Spielverlauf änderte das zunächst wenig.

Zwar erarbeiteten sich die Hanseaten mehr Spielanteile, doch es fehlte weiterhin an der nötigen Durchschlagskraft. Union hatte weiterhin kaum Mühe, die Norddeutschen von ihrem Tor fernzuhalten. Kohfeldt versuchte in der Schlussphase vergeblich, durch die Einwechslung des seit Ende Oktober verletzten Niclas Füllkrug (76.) das Blatt doch noch zu wenden.

Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)

Borussia Mönchengladbach hat seine Sieglos-Serie trotz eines unglaublichen Chancenwuchers beendet. Die ambitionierte Elf vom Niederrhein setzte sich bei Arminia Bielefeld mit 1:0 (0:0) durch und verkürzte den Rückstand auf die Champions-League-Ränge auf zunächst drei Punkte. Breel Embolo (58.) erlöste die Gladbacher nach zuvor vier Ligaspielen ohne Sieg.

Aufsteiger Bielefeld geriet in dieser Saison zum zehnten Mal in Rückstand - und verließ den Platz zum zehnten Mal als Verlierer. Die mit dem Ergebnis gut bediente Mannschaft von Uwe Neuhaus bleibt auf dem Relegationsplatz. Gladbachs Patrick Herrmann, der kurzfristig für den angeschlagenen Valentino Lazaro in die Startformation gerückt war, stand in der dritten Minute bei seinem erfolgreichen Torabschluss leicht im Abseits. Nach einem haarsträubenden Fehler von Bielefelds U21-Nationalspieler Amos Pieper traf Mittelstürmer Embolo den Pfosten, im Nachschuss verfehlte der Schweizer unter Bedrängnis das leere Tor (6.). Arminia-Keeper Stefan Ortega rettete nach zwölf Minuten gedankenschnell gegen Herrmann.

Auch in der Folge verpassten drückend überlegene Gladbacher die Führung, 13 Schüsse und 10:0 Ecken bis zum Seitenwechsel brachten nichts ein. Der wegen seiner Spuck-Attacke gesperrte Marcus Thuram und der nach Zerrung zunächst geschonte und später für Embolo eingewechselte Alassane Plea wurden schmerzlich vermisst. Bielefeld war mit der Beweglichkeit, dem hohen Tempo und dem präzisen Passspiel des Europacup-Teilnehmers heillos überfordert - und wäre doch um ein Haar kurz vor der Pause durch Sergio Cordova wie aus dem Nichts in Führung gegangen (45.+1), der Schuss des Venezolaners strich am Pfosten vorbei.

Nach der Pause war das Spiel zunächst etwas offener. Erneut Cordova wurde für die Gastgeber gefährlich, doch nach einem tollen Pass von Jonas Hofmann lief Embolo abermals Pieper davon und vollstreckte zum 1:0. Danach war Gladbach um mehr Ruhe im Spiel bemüht.

1. FC Köln - FC Augsburg 0:1 (0:0)

Keine Fans in Müngersdorf, kein Heimsieg für den 1. FC Köln - diese Formel gilt auch im neuen Jahr: Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol unterlag zum Start aus der Mini-Winterpause dem FC Augsburg mit 0:1 (0:0) und konnte ihre bemerkenswerte Schwäche in Geister-Heimspielen damit auch 2021 vorerst nicht überwinden. Iago (77.) traf entscheidend für die Gäste. Seit nun zehn Monaten und 13 Ligaspielen wartet der FC auf einen Heimsieg, der letzte Erfolg gelang im letzten Spiel vor Zuschauern: Ende Februar 2020 gegen Schalke 04 (3:0). Köln bleibt mit elf Zählern im Bereich der Abstiegsplätze. Augsburg, mit erst dem zweiten Sieg aus den jüngsten acht Ligaspielen, hat acht Zähler mehr auf dem Konto.

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Im eigenen Stadion kann sich der Effzeh nicht durchsetzen.

(Foto: dpa)

Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt entwickelte sich zu Beginn das erwartete Spiel zwischen zwei Teams, die vor allem Abstand zu den gefährlichen Tabellenregionen wollen: Über intensive Zweikämpfe versuchten beide Mannschaften, Kontrolle zu gewinnen, Spielfluss kam so zunächst kaum auf. Was folgte, war ein Abnutzungskampf ohne Höhepunkte. Beinahe wäre die gesamte erste Halbzeit ohne Schuss auf eines der Tore geblieben, dann trat Ondrej Duda einen Eckball für die Kölner, FC-Verteidiger Sebastiaan Bornauw scheiterte aus kurzer Distanz an Rafal Gikiewicz im Gäste-Tor (36.).

Immer deutlicher wurde, dass der erste grobe Fehler das Spiel würde entscheiden können. Und den erlaubten sich beide Teams zunächst weiterhin nicht. Einen abgefälschten Schuss von Kölns Marius Wolf (54.) entschärfte Gikiewicz mit Mühe, auf der anderen Seite rettete Rafael Czichos bei einem Augsburger Freistoß im letzten Moment (63.). Viel tat sich nicht vor den Toren, Köln spielte jetzt aber etwas entschlossener in die Spitze und kam wiederholt zu zumindest halbwegs gefährlichen Abschlüssen. Mehr und mehr deutete nun auf ein Unentschieden oder aber einen Sieg des Effzeh hin - dann traf Iago nach einem Moment der Unachtsamkeit in der Kölner Defensive.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 2:1 (1:1)

Bayer Leverkusen hat trotz eines Traumtores von Nadiem Amiri den nächsten Rückschlag im Titelkampf hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz kassierte durch das 1:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt im ersten Spiel nach der kurzen Winterpause die zweite Saisonniederlage und verpasste die zumindest vorübergehende Rückkehr an die Tabellenspitze.

Zwei Wochen nach der bitteren Last-Minute-Pleite gegen Rekordmeister Bayern München (1:2) reichte Leverkusen der Hackentreffer von Nationalspieler Amiri (10.) nicht. Die Bayern und RB Leipzig könnten sich an diesem Spieltag etwas absetzen. Die Eintracht stellte dagegen dank Amin Younes (22.) und eines Eigentores von Edmond Tapsoba (54.) den Anschluss an die Europacup-Ränge her.

Der Werkself fehlten nach den positiven Corona-Tests bei Daley Sinkgraven und Wendell beide Linksverteidiger, Mitchell Weiser rückte dafür in die von Verletzungssorgen geplagte Leverkusener Mannschaft. Nach anfänglichen Problemen mit dem hohen Pressing des Teams von Trainer Adi Hütter setzte die Bosz-Elf gleich den ersten Glanzpunkt. Jungstar Florian Wirtz lupfte den Ball sehenswert zu Amiri, der erst Erik Durm austanzte und anschließend mit der Hacke durch die Beine von Eintracht-Keeper Kevin Trapp vollendete. Auf der Gegenseite erspielten sich die Hessen ohne den gelbgesperrten Antreiber Sebastian Rode ein Chancenplus und antworteten durch Younes, der nach feinem Pass von Djibril Sow mit seinem ersten Treffer den Ausgleich erzielte.

Nach einer hochklassigen und temporeichen ersten Hälfte lieferten sich die beiden Teams, die bereits am 12. Januar in der verlegten Zweitrundenpartie des DFB-Pokals erneut aufeinander treffen, weiter ein umkämpftes Duell. Den zielstrebigeren Eindruck machte Hütters Mannschaft, die von Tapsobas Rettungsaktion ins eigene Tor profitierte.

Nachdem Daichi Kamada die große Chance zum 3:1 (73.) vergeben hatte, drängte Leverkusen nach vorne. Mit den Einwechslungen von Lucas Alario, Kerem Demirbay und Karim Bellarabi erhöhte Bosz in der Schlussphase den Druck. Eine Rettungstat von Frankfurts Martin Hinteregger landete an der Latte des eigenen Tores (82.).

TSG Hoffenheim - SC Freiburg 1:3 (0:3)

Der SC Freiburg hat seine Siegesserie fortgesetzt. Die Breisgauer gewannen 3:1 (3:0) im badischen Duell bei der TSG Hoffenheim und holten damit den vierten Dreier in Folge. Eine solche Erfolgsserie hat der SC bisher nur einmal im Jahr 2001 geschafft. Der Franzose Baptiste Santamaria mit seinem ersten Bundesligator (7.) und der frühere Hoffenheimer Vincenzo Grifo per Handelfmeter (34.) trafen für die Freiburger, die seit sechs Partien ungeschlagen sind. Zudem unterlief TSG-Verteidiger Kasim Adams ein Eigentor (42.). Ins richtige Tor traf für Hoffenheim Ihlas Bebou (58.).

Bitter für die TSG war auch die Verletzung von Sebastian Rudy in dieser Szene. Der Mittelfeldspieler blieb im Rasen hängen und verdrehte sich in seinem 300. Bundesliga-Spiel das Knie. Für Rudy kam Melayro Bogarde in die Partie. Das Pech blieb den Kraichgauern auch in der Folge treu. Nur wenige Minuten nach Rudy musste auch Verteidiger Kevin Akpoguma verletzt raus, für ihn brachte Trainer Sebastian Hoeneß in der 17. Minute den Dänen Robert Skov.

Den Gastgebern gelang bis Mitte der ersten Hälfte so gut wie nichts. Dagegen lag der zweite SC-Treffer in der Luft. Grifo erhöhte vom Punkt, nachdem Bogarde den Ball an die Hand bekommen hatte. Es war das siebte Saisontor des italienischen Nationalspielers. Das Eigentor von Adams setzte der ganz schwachen Vorstellung der Hoffenheimer vor der Pause die Krone auf. Zu Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich trotz der gesteigerten Bemühungen der Gastgeber kaum etwas am Spielverlauf, Freiburg blieb das bessere Team. Der Treffer von Bebou fiel mehr oder weniger aus dem Nichts.

Quelle: ntv.de, tsi/sid