Fußball

TV-Experte Hoeneß hat Großes vor "Vielleicht wie Delling und Netzer?"

RTL ist ein echter Coup gelungen: Uli Hoeneß wird die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft als TV-Experte begleiten. Und für seine neue Rolle hat er große Vorbilder. Ein Comeback der legendären "Abteilung Attacke" ist indes nicht geplant, aber möglich!

Uli Hoeneß hat sich nie vor Herausforderungen gescheut. Weder als Fußballer auf dem Platz, noch als Funktionär beim FC Bayern. Das gilt auch für seine neue Rolle als TV-Experte bei RTL. "Ich möchte mir schon gerne beweisen, dass ich das kann", erzählt er im exklusiven Interview mit seinem neuen Partner Florian König. Und wie man die Fußball-Legende kennt, startet sie bestens vorbereitet in ihr neues Abenteuer als Begleiter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Mir hat immer gut gefallen, wie Günter Netzer und Gerhard Delling das gemacht haben. Sie müssen uns ja nicht gleich den Grimme-Preis geben, aber vielleicht mögen uns die Leute ja."

Und der 69-Jährige verspricht den Fans des DFB-Teams den typischen Hoeneß-Klartext. "Ich komme auf den Punkt, werde nichts von Ketten oder sonst irgendwas erzählen. Ich werde sagen, ob die Jungs alles gegeben haben oder nicht." Dass er gegenüber der Mannschaft allerdings ständig als "Abteilung Attacke" auftritt, das hat er nicht geplant. Als Freund der Nationalmannschaft hält er nichts davon, einfach bloß zu attackieren. "Ich bin doch daran interessiert, dass wir eine gute EM spielen und der Stellenwert des Teams in der Gesellschaft wieder steigt." Aber bitte nicht falsch verstehen, einen wachsweichen Hoeneß wird es am RTL-Mikrofon nun auch nicht geben: "Ich werde die Dinge schon klar ansprechen."

Und anzusprechen gibt es rund um die Nationalmannschaft natürlich einiges. Ganz oben auf der Agenda: Der angekündigte Rückzug von Joachim Löw als Bundestrainer. Den empfindet Hoeneß als richtig und vom Zeitpunkt ideal gewählt. "Wir haben bereits am Montag miteinander telefoniert, er wirkte auf mich total entspannt, sogar befreit. Je länger das Gespräch gedauert hat, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass es eine gute Entscheidung ist." Mit seinem Rückzug habe er eine gute Distanz zwischen dem desaströsen letzten Spiel gegen Spanien und der anstehenden EM geschaffen. So wirke die Entscheidung nicht übereilt emotional, bietet dem DFB aber nun die Chance sich in Ruhe zu sortieren und einen guten Nachfolger für Löw zu finden.

Dem scheidenden Coach wünscht er einen würdigen Abgang. "Der EM-Titel wäre natürlich der Traum." Und Hoeneß glaubt, dass der möglich ist. Die weitere Zusammenarbeit zwischen Trainer und Mannschaft wird derweil aber auch zum Lackmustest für die Spieler. "Die haben alle Charakter, deswegen glaube ich, dass sie Jogi einen guten Abschluss seiner überragenden Karriere bescheren wollen." Dass so etwas gelingen kann, und ein scheidender Trainer nicht immer eine "lame duck" sein muss, weiß Hoeneß aus eigener Erfahrung; "Als ich Jupp Heynckes damals beim FC Bayern erzählt habe, dass wir seinen Vertrag nicht verlängern und Pep Guardiola verpflichten, war er stinksauer. Aber das hat auch zu einer engen Solidarisierung zwischen Trainer und Spielern geführt. Wir haben dann das Triple gewonnen. So einen Effekt kann ich mir nun auch gut vorstellen."

Für einen erfolgreichen Abschluss regt Hoeneß auch an, dass Löw nun alles dem Erfolg unterordnen sollte. Die ständige Argumentation über den Neuaufbau sei schließlich nun hinfällig. "Er muss nicht mehr einen Jugendpreis gewinnen, sondern einen Erfolgspreis." Gute Argumente also für eine Rückkehr von Thomas Müller und Co? "Ich möchte nicht spekulieren, aber ich bin überzeugt, dass es nun die Chance gibt, den einen oder anderen wieder mitzunehmen." Löw wolle nicht nur für sich einen schönen Abschluss, sondern auch "etwas Gutes übergeben."

Quelle: ntv.de, tno

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.