Olympia

Corona-Höchststand bei Olympia Deutsches Beach-Duo profitiert von Infektion

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Kozuch und Ludwig (v.l.) sparen ein Match.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Die Olympischen Spiele sind noch gar nicht offiziell eröffnet, schon müssen die Organisatoren einen neuen Höchststand bei den Coronainfektionen vermelden. In Japan ist die Stimmung daher weiter skeptisch. Von einem der positiven Tests profitiert ein deutsches Beach-Duo.

Die deutschen Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Margareta Kozuch haben bei den Olympischen Spielen in Japan einen Sieg in der Vorrunde bereits sicher und müssen nur zu zwei Partien antreten. Das tschechische Duo Barbora Hermannova/Marketa Slukova kann wegen des positiven Corona-Tests bei Slukova nicht teilnehmen und bekommt alle Partien mit einem "DNS" für "Did not start" (nicht angetreten) gewertet. Es werde auch keine neuen Gegnerinnen geben. Das teilten die Organisatoren des olympischen Beachvolleyball-Turniers in Tokio mit. Die Partie Ludwig/Kozuch gegen Hermannova/Slukova wäre die letzte Vorrundenpartie in Gruppe F am 28. Juli gewesen - bei einem Einzug ins Achtelfinale hat das deutsche Duo also eine lange Pause.

Ludwig zeigte viel Mitgefühl. "Das ist einfach nur traurig. Wir kennen die sehr, sehr gut, das sind sehr gute Trainingspartner. Ich kriege jetzt schon wieder Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke." Und weiter: "Dass man die ganze Saison so gut durchhält, man sich an alles hält und alles macht dafür, dass man bei Olympia dabei ist, ein Jahr dran hängt, und dann dieses Unglück hat. Das wünsche ich keinem."

Slukovas Ehemann und Trainer Simon Nausch war zuvor bereits positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wegen eines positiven Tests in Isolation ist zudem Ondrej Perusic aus dem Herren-Duo Tschechiens. Angaben dazu, ob er und David Schweiner am kommenden Montag gegen die Letten Martins Plavins/Edgars Tocs antreten können, gab es keine. Perusic war am vergangenen Montag positiv auf Corona getestet worden.

106 positive Tests

Slukova gehört damit auch zu den insgesamt 19 weiteren Corona-Fällen im Zusammenhang mit Olympia, die die Organisatoren kurz vor der Eröffnungsfeier veröffentlichen. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem Tagesbericht bekannt gab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden vom Organisationskomitee nicht genannt.

Die umstrittenen Tokio-Spiele sollen am Freitag (13 Uhr deutscher Zeit/ZDF und Eurosport) im Olympiastadion eröffnet werden. Japans Regierungschef Yoshihide Suga sagte in einer kurzen Video-Botschaft, die Olympioniken gäben vielen Menschen "Träume und Emotionen" und machten ihnen Mut. "Zeigen Sie Ihre besten Leistungen", sagte Suga. Tokio befindet sich noch bis weit nach Ende der Olympischen Spiele im vierten Corona-Notstand. Eine Mehrheit der Bevölkerung hatte sich in Umfragen immer wieder für eine erneute Verschiebung oder eine Absage der Spiele ausgesprochen.

"Von Euphorie oder Feststimmung ist in der Hauptstadt nichts zu spüren", schrieb die japanische Tageszeitung "Asahi Shimbun". "Viele wünschen sich einfach, dass die Veranstaltung ohne ernsthafte Probleme endet." Es seien "ungewöhnliche und bizarre" Olympische Spiele, die inmitten von "Spaltung und Misstrauen" beginnen, so das Blatt.

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Bei der Eröffnungsfeier in der wegen des Zuschauerverbots weitgehend leeren Arena wird die deutsche Mannschaft als 115. der 206 Teams einziehen. Angeführt wird das Team von den Fahnenträgern Ludwig und Patrick Hausding. Als letztes betreten Japans Sportlerinnen und Sportler das Olympiastadion. Es wird erwartet, dass Japans Kaiser Naruhito als Schutzherr die Spiele auch offiziell für eröffnet erklärt.

In den nächsten Tagen müssen sich die Athleten in Tokio möglicherweise auf stürmische Zeiten einstellen. Eine subtropische Tiefdruckzone über dem Pazifik dürfte sich zu einem Taifun zusammenbrauen und Kurs auf die japanische Hauptinsel nehmen. Demnach könnte sich der erwartete Taifun zu Beginn nächster Woche auf die Region Kanto um die Olympia-Stadt Tokio auswirken.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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