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Samstag, 13. Januar 2018

LIVE: Handball-EM - Gruppenphase: Furiose "Bad Boys" überrollen Montenegro

Von Christoph Wolf

Gegen Montenegro starten Deutschlands Handballer die Mission EM-Titelverteidigung - und das mit einer bärenstarken Leistung. Schon in der ersten Halbzeit führen die "Bad Boys" zweistellig, am Ende steht ein Kantersieg. Das Spiel im Re-Liveticker.

Fazit (IV): Einen ausführlichen Spielbericht finden Sie hier. Wir lesen uns am Montagabend, wenn ab 18.10 Uhr gegen Slowenien das zweite deutschen Vorrundenspiel ansteht - und Sie Lust und Zeit haben. Dann freut sich Kollege Nordmann auf Sie. Bis dahin: Tschüss!

Fazit (III): Auch Bundestrainer Christian Prokop ist zufrieden. Das Team habe ein "sehr gutes Gesamtpaket" gezeigt, vor allem die Abwehr sei immer stärker geworden - obwohl Prokop munter durchwechselte und alle 16 Spieler im DHB-Kader zum Einsatz kamen. Nicht entgangen ist dem Bundestrainer aber, dass seine "Bad Boys" in der zweiten Halbzeit etwas "geschludert" haben bei der Chancenverwertung.

Fazit (II): "Ich bin überrascht, dass wir so hoch gewinnen konnten." Das sagt DHB-Keeper Wolff in einer ersten Reaktion im ZDF-Interview. Er überragte gegen Montenegro, humpelte aber nach seiner Auswechslung in der 50. Minute mit dick bandagiertem rechtem Knöchel übers Parkett. Aber: Nichts Ernstes, sagt er.

Fazit (I): "Wir wollen Deutschland begeistern und von Beginn an mitnehmen." Diese Maxime gab Bundestrainer Christian Prokop vor seinem EM-Debüt aus - und diese Maxime erfüllten seine "Bad Boys" gegen Montenegro auf beeindruckende Weise. 32:19 heißt es am Ende beim erstaunlich lockeren EM-Auftakt gegen überforderte Montenegriner, die den Ausfall ihres Topstars Vuko Borozan nicht kompensieren können. Stark: DHB-Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Toren. Mann des Spiels: Keeper Andreas Wolff, der Montenegro zwischendrin verzweifeln lässt.

60. Minute, 32:19: Kurz vor Schluss kassiert EM-Debütant Maximilian Janke seine dritte Zwei-Minuten-Strafe - und sieht damit die Rote Karte. Den Schlusspunkt der Partie setzt Montenegro per Kempa-Trick zum 19:32. Dann ist Schluss und der erste deutsche EM-Auftaktsieg seit 2008 perfekt. Insgesamt ist es erst der zweite, der fiel dafür umso deutlicher aus.

59. Minute, 32:18: Erst Andelic für Montenegro, dann Fäth für Deutschland.

57. Minute, 31:17: Drux tankt sich wunderbar gegen drei Gegenspieler durch und überwindet dann auch den Keeper - obwohl er das Tor gar nicht sieht. Tor des Willens.

55. Minute, 30:17: Siebenmeter für Montenegro, den Milos Vujovic verwandelt. Den 30. deutschen Treffer erzielt Patrick Wiencek. Glückwunsch!

54. Minute, 29:16: Erste Parade von Heinevetter. Geht doch!

52. Minute, 29:16: Zwei Würfe aufs Tor, zwei Gegentreffer durch Lipovina und Markovic - so richtig brillant findet Heinevetter nicht in die Partie. Vorne läuft es besser, wo Paul Drux erneut zur Stelle ist. Starke Leistung des Berliners.

50. Minute, 28:14: Wieder Gensheimer, bereits sein neuntes Tor im zehnten Wurfversuch. Im DHB-Tor darf jetzt Silvio Heinevetter ran, Wolff verabschiedet sich mit einer Quote von 46 Prozent gehaltenen Bällen in den Feierabend.

50. Minute, 27:14: Zeitstrafe für EM-Debütant Bastian Roschek - und Gelegenheit, zu erwähnen: Das ist der Mann, der wegen seiner überraschenden EM-Nominierung seine Hochzeit verschieben musste.

48. Minute, 27:14: Nach einem Ballverlust von Montenegro schaltet Deutschland blitzschnell um, Fußball-Bundestrainer Joachim Löw wäre begeistert! Janke sieht, dass Gensheimer durchstartet, bedient seinen Kapitän perfekt - und der trifft.

46. Minute, 26:14: Wieder Drux. Bumm.

45. Minute, 25:14: Stefan Vujovic verkürzt auf 14:25, Bundestrainer Prokop nimmt eine Auszeit. Und sagt: Viel zu sagen habe er nicht. Er fordert aber: Jeder, der auf dem Parkett steht, soll konzentriert weiterspielen.

44. Minute, 25:13: Ab und an gönnt Wolff dem Gegner doch noch einen Treffer, konkret Grbovic. Aber Drux antwortet umgehend aus halblinker Position.

Ein-Mann-Angstgegner: DHB-Keeper Wolff für Montenegro.
Ein-Mann-Angstgegner: DHB-Keeper Wolff für Montenegro.(Foto: dpa)

43. Minute, 24:12: Nächste Parade von Wolff, der nun 50 Prozent der Würfe auf sein Tor pariert hat. Weltklasse! Die Quote von Montenegros Torhüterduo: 20 Prozent.

42. Minute, 24:12: In doppelter Unterzahl schraubt Deutschland seinen Vorsprung auf zwölf Treffer. Kai Häfner ist so freundlich.

41. Minute, 23:12: Jetzt hagelt es Zwei-Minuten-Strafen - für Deutschland. Erst muss Weinhold runter, dann kassiert nur Sekunden später Weber eine Zeitstrafe. Bitter: Außerdem gibt es Siebenmeter für Montenegro. Schön: Wolff entschärft ihn.

40. Minute, 23:12: Kohlbacher läuft heiß. Nächstes schönes Anspiel an den Kreis, nächstes DHB-Tor. Und nun elf Tore Vorsprung.

39. Minute, 22:12: Kaum rügt man die "Bad Boys", legen sie zwei Tore nach. Erst Kühn, dann Kohlbacher. Neuer Zwischenstand: 22:12. Und damit wieder ein zweistelliger Vorsprung.

38. Minute, 20:12: Der Acht-Tore-Pausenvorsprung hält, trotzdem agiert Deutschland nicht mehr ganz so griffig und konzentriert wie in der ersten Halbzeit. Das nutzt Montenegro zum 12:20 - das eigentlich einfach zu verteidigen gewesen wäre.

37. Minute, 20:11: Kühn auf Kohlbacher am Kreis, Foul Montenegro, Siebenmeter für Deutschland, eine Aufgabe für Gensheimer, die der cool löst.

36. Minute, 19:11: Deutschland wieder komplett, dafür Montenegro jetzt in Unterzahl. Und mit neun Toren in Rückstand. Denn zur Zeitstrafe gibt es noch einen Siebenmeter fürs DHB-Team, den Gensheimer eiskalt verwandelt. Tor Nr. 6 für den deutschen Kapitän, das vierte per Siebenmeter.

34. Minute, 18:10: Groetzkis Rettungstat hat Andreas Wolff ganz offensichtlich angestachelt. Er beweist, dass er immer noch der Paraden-Fachmann im deutschen Team ist.

33. Minute, 18:10: Spektakuläre deutsche Parade - von einem Feldspieler! Nach einem erfolglosen Angriff will Montenegro den Ball ins leere DHB-Tor werfen. Rechtsaußen Patrick Groetzki antizipiert das, eilt zurück - und rettet artistisch. Die Szene wird es definitiv in jeden EM-Rückblick schaffen.

32. Minute, 18:10: Die Regelauslegung der Schiedsrichter bleibt konsequent. Kohlbacher greift einem Gegenspieler bei einer Verteidigungsaktion ins Gesicht und muss mit zwei Minuten vom Parkett. In Überzahl verkürzt Montenegro auf 10:18.

31. Minute, 18:9: Die zweite Halbzeit beginnt mit einem deutschen Tor, bereits Nr. 18. Weinhold sieht eine Lücke und trifft.

Weiter geht's!

Halbzeitfazit: Aller Anfang ist schwer? Für das DHB-Team bislang nicht. Nach zwischenzeitlichem 4:3-Stand in der 11. Minute ziehen die "Bad Boys" bis zur 22. Minute auf 13:3 davon - und bestätigen dabei, was Europameister Hendrik Pekeler vor dem Turnierstart gesagt hatte. Nämlich: "Wir haben viele Alternativen und sind wieder gut gewappnet."

30. Minute, 17:9: Mit einer Acht-Tore-Führung geht Deutschland in die Halbzeitpause. Kurz vor dem Pausenpfiff kann Sevaljevic per Siebenmeter für Montenegro verkürzen. Wolff ist dran, kann das Tor aber nicht verhindern. Und damit: Pause.

29. Minute, 17:8: Das Spiel bleibt torreich, inzwischen auf beiden Seiten. Lipovina trifft für Montenegro, Gensheimer fürs DHB-Team. Er verwandelt den nächsten deutschen Siebenmeter, nachdem Reichmann unfair am Abschluss gehindert worden war.

28. Minute, 16:7: Erst schweigt Montenegro den Ball ins rechte obere Toreck, dann zaubert das DHB-Team. Drux steckt wunderbar auf Kreisläufer Kohlbacher durch, der im Fallen vollendet.

27. Minute, 15:6: Die deutsche Antwort auf das sechste Tor für Montenegro gibt Julius Kühn. Was für ein Hammer aus dem Rückraum!

25. Minute, 14:5: Jetzt wird gezaubert. Per No-Look-Pass wird Jannik Kohlbacher am Kreis angespielt. Wermutstropfen: Er verwirft und das Tor hätte ohnehin nicht gezählt, der Deutsche stand im Kreis. Sah aber hübsch aus!

25. Minute, 14:5: Noch ein Tor für Montenegro. Und erste Auszeit durch DHB-Coach Christian Prokop. Er kann bislang zufrieden sein mit seiner Mannschaft. Starke, konzentrierte Leistung.

24. Minute, 14:4: Ein Tor für Montenegro! Simovic verkürzt auf 4:13. Doch Gensheimer stellt den zweistelligen Vorsprung fürs DHB-Team sofort wieder her.

22. Minute, 13:3: Erst trifft Paul Drux zum 12:3, dann macht Europameister Tobias Reichmann per Tempogegenstoß das 13:3. Dabei hatte Montenegro in der Auszeit extra seinen Keeper gewechselt, jetzt steht Mile Mijuskovic im Tor. Den Zehn-Tore-Rückstand kann auch er nicht verhindern.

20. Minute, 11:3: Nächste Auszeit Montenegro. Und unsere Frage: Wussten Sie, dass sich Deutschland in EM-Eröffnungsspielen traditionell schwer tut? In elf Auftaktspielen gelang erst ein Sieg. Heute sieht es bislang nach EM-Start-Sieg Nr. 2 aus.

Bärenstark: DHB-Keeper Andreas Wolff.
Bärenstark: DHB-Keeper Andreas Wolff.(Foto: REUTERS)

20. Minute, 11:3: Wir recyceln mal einen Witz der EM 2016, nämlich: "Und Herr Wolff, was halten Sie von Montenegro?" Antwort: "Fast alles." Tatsächlich ist der DHB-Keeper im Moment unüberwindbar. Entweder ist er selbst zur Stelle, oder ein deutscher Feldspieler kann montenegrinische Würfe entscheidend abfälschen. Wie man Tore wirft, zeigt Kai Häfner. Er tankt sich durch die Mitte und vollendet zum 11:3.

19. Minute, 10:3: Gensheimer kann es auch aus dem Spiel heraus. Auf Linksaußen wunderbar freigespielt haut er den Ball um den Keeper herum ins lange Eck. Montenegro warten inzwischen seit acht Minuten auf ein Tor.

18. Minute, 9:3: Pekeler kann von Montenegro am Kreis erneut nur per Foul gestoppt werden. Wieder Siebenmeter, wieder Gensheimer, wieder drin. Das fünfte Tor in Folge für die "Bad Boys".

16. Minute, 8:3: Dragan Dukic reagiert und nimmt eine Auszeit. Es hilft nicht. Den ersten montenegrinischen Angriff nach Wiederanpfiff entschärft Wolff stark. Beim Gegenstoß scheitert Weber erst am Pfosten. Doch im Nachsetzen erhöht Wiencek auf 8:3. Im Moment läuft alles für die Prokop-Truppe.

15. Minute, 7:3: ... aus der kurz darauf die erste Vier-Tore-Führung wird. Rückraum-Shooter Julius Kühn trägt sich in die EM-Torschützenliste ein.

14. Minute, 6:3: Nach Zwei-Minuten-Strafen führt Montenegro jetzt. Pekeler will sich am Kreis durchtanken, wird aber am Trikot gerupft, verwirft. Den neben der Zeitstrafe fälligen Siebenmeter verwandelt Gensheimer diesmal ganz cool. Erste Drei-Tore-Führung, ...

13. Minute, 5:3: Weber auf Weinhold, Weinhold ins Tor. Dabei hilft, dass Montenegro zuvor ebenfalls die zweite Zeitstrafe kassiert.

11. Minute, 4:3: Das kennen wir doch: Janke kassiert bereits seine zweite Zwei-Minuten-Strafe, was Montenegro erneut umgehend bestraft. Lipovina tankt sich am Kreis gegen Wiencek durch und verwandelt. Glück im Unglück fürs DHB-Team: Wiencek sieht für sein hartes Einsteigen nur Gelb.

10. Minute, 4:2: Wieder versucht es Weber aus dem Rückraum, wieder trifft er - allerdings mit Glück. Abgefälscht landet der Ball im Tor.

9. Minute, 3:2: Aktivposten im deutschen Spiel ist in der Anfangsphase Philipp Weber. Erst wirft er zwei Tore, dann holt er einen Siebenmeter heraus. Den kann Montenegros Keeper Rade Mijatovic aber gegen DHB-Kapitän Uwe Gensheimer entschärfen.

8. Minute, 3:2: Erste Zeitstrafe für Deutschland, zweites Tor für Montenegro. Maximilian Janke kriegt zwei Minuten. Das rächt sich umgehend, als Lipovina zum 2:3 verkürzt.

7. Minute, 3:1: Milos Bozovic kommt, sieht und trifft - und meldet Montenegro im Turnier an. Aber Weber stellt im Gegenzug die Zwei-Tore-Führung für Deutschland wieder her.

4. Minute, 2:0: Es läuft nicht für Montenegro, aber fürs DHB-Team. Erst kann erneut Wolff einen montenegrinischen Abschluss parieren, dann muss Sevaljevic mit einer Zwei-Minuten-Strafe wegen Schubsens runter. Im Gegenzug trifft der Leipziger Philipp Weber zum 2:0 für Deutschland.

3. Minute, 1:0: ... setzt sich Weinhold stark im Eins-gegen-Eins durch. Erstes deutsches EM-Tor, erste deutsche EM-Führung.

3. Minute, 0:0: Erster Abschluss von Montenegro, doch Torwart-Titan Andreas Wolff ist da. Starke Parade gegen den Hammer. Auf der Gegenseite ...

2. Minute, 0:0: Montenegro hat den Ball und verliert ihn nach einem technischen Fehler. Das DHB-Team kann daraus aber kein Kapital schlagen. Rechtsaußen Reichmann scheitert mit einem Abschluss.

17.15 Uhr: Anwurf! Montenegro hat den Ball.

17.13 Uhr: In Zagreb laufen die Hymnen. Deshalb noch fix eine weitere Statistik: Montenegro war seit 2006 dreimal bei einer EM dabei - und hat bislang alle Spiele verloren. Trotzdem will Trainer Dragan Dukic in die Hauptrunde. Der Mann ist Optimist.

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17.05 Uhr: Prokops Matchplan gegen Montenegro lautet: "Wir brauchen schnelle Beine und benötigen eine positive Körpersprache." Gut für das DHB-Team: Die Montenegriner gehen personell geschwächt ins Spiel. Neben Topstar Vuko Borozan fehlt beim EM-Auftakt auch Stammkeeper Nebosja Simic. Trotzdem warnt Europameister Steffen Weinhold: "Sie sind heißblütig und sie spielen dreckig."

16:58 Uhr: "Die Vorfreude ist groß, die Anspannung aber auch." Das sagt Bundestrainer Christian Prokop vor seiner EM-Premiere. Für die große Anspannung sorgte Prokop vorab auch selbst mit seiner viel diskutierten und viel kritisierten Kaderzusammenstellung. Das Thema hat selbstredend auch Kollegin Judith Günther in ihrer EM-Vorschau aufgegriffen. Leseempfehlung! Ein wenig Zeit haben Sie ja noch bis zum Anwurf um 17.15 Uhr.

Und gleich noch eine Guckempfehlung:

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16.52 Uhr: Falls Sie den EM-Auftakt am Freitag verpasst haben: Gastgeber Kroatien ist mit einem Sieg in die Mission Heimtitel gestartet - und erlebte trotzdem einen großen Schock. Überraschend: der 26:24-Sieg der Isländer gegen Schweden. Knapp: Frankreichs 32:31-Erfolg gegen Norwegen. Österreichisch: das 26:27 unserer Nachbarn gegen Weißrussland. Dort hakt es also nicht nur beim Fußball.

16.46 Uhr: Handball-Europameisterschaft, EM-Auftakt in Zagreb, Deutschland gegen Montenegro. Herzlich willkommen zum Liveticker!

Als Titelverteidiger und Favorit gehen die deutschen Handballer in ihr erstes Turnierspiel bei der EM 2018. Für Bundestrainer Christian Prokop ist es seine Premiere bei einem Großturnier. Nicht nur deshalb hofft er auf einen Sieg. Das Ziel für die Vorrunde, wo neben Montenegro noch Slowenien (Montag) und Mazedonien (Mittwoch) warten: drei Siege, um mit den Maximalpunkten in die Hauptrunde zu gehen.

Quelle: n-tv.de