VR-Team entlassenApple schiebt Vision Pro offenbar aufs Abstellgleis

Einem Bericht zufolge feuert Apple mehrere Dutzend Mitarbeiter aus dem VR-Bereich. Dies wird als weiterer Beleg dafür gewertet, dass die Mixed-Reality-Brille Vision Pro eingestellt oder zumindest auf Eis gelegt wird. Es soll aber keineswegs Apples letzte Computerbrille gewesen sein.
Die Apple Vision Pro war nie ein Massenprodukt und wird es wohl auch nie werden. Bereits im Frühjahr gab es Gerüchte, wonach die für die Entwicklung der Mixed-Reality-Brille zuständige Abteilung aufgelöst worden sei. Jetzt hat "Appleinsider" aus einer "zuverlässigen Quelle" erfahren, dass das Unternehmen mindestens 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Apple Vision Products Group und damit verbundenen Bereichen entlassen hat.
Vision Air gestrichen
Der bekannteste Apple-Analyst Ming-Chi Kuo hatte zuvor schon im Juni auf X geschrieben, sein vor einem Jahr aufgeschriebener Zeitplan für Apple-Headsets sei nicht mehr gültig. Er gehe jetzt davon aus, dass sich der US-Konzern auf die Entwicklung von zwei Brillen konzentriere. Die Apple Vision Air, eine leichtere und günstigere Variante der Pro, sei gestrichen worden.
Für das kommende Jahr erwartet Kuo eine KI-gestützte Datenbrille mit Kameras, Mikrofonen und Lautsprechern, die ohne Display als iPhone-Zubehör dienen soll. Erst 2029 soll dann eine echte AR-Brille kommen, die auf optischen Wellenleitern basiert, wobei möglicherweise das Licht eines Mini-Projektors oder -Displays im Rahmen durch das Brillenglas vors Auge geführt wird.
Länger geplante Umstrukturierung
Die Umstrukturierung soll vom designierten Apple-CEO John Ternus genehmigt worden sein, der am 1. September das Amt von Tim Cook übernimmt. Bisher war Ternus bei Apple bereits für die Hardware verantwortlich, inklusive Vision Pro. Die Umstrukturierung soll schon "vor einiger Zeit" beschlossen worden sein, so Kuo. Der Analyst hält den Schritt zu smarten Brillen mit größeren Chancen am Massenmarkt für richtig.
In den vergangenen Monaten hatte es bereits wichtige Umstrukturierungen im Unternehmen gegeben. Mike Rockwell, langjähriger Leiter der Vision Product Group, wurde mit der Neuausrichtung des KI-Assistenten Siri beauftragt. Sein Nachfolger Paul Meade, zuvor Hardware-Chef der Gruppe, wechselte im Juni zu OpenAI.
Comeback nicht ausgeschlossen
Die Vision Pro sei deswegen aber noch nicht tot, schreibt "Appleinsider". Das VR-Team sei nicht vollständig aufgelöst worden, und es sei unwahrscheinlich, dass John Ternus die Produktlinie komplett einstampfe. Außerdem habe Apple eben erst die neue Version visionOS27 vorgestellt und arbeite an weiteren Versionen des Betriebssystems. Es gibt allerdings auch Berichte, wonach Apple nur auf einen "großen Knall" verzichte, aber die Vision Pro langsam aber sicher auslaufen lasse.