Technik

Es soll völlig anders aussehenWer ein wirklich neues iPhone möchte, wartet noch ein Jahr

29.07.2026, 18:54 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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iPhone 20 Ice Universe X
So stellt sich Leaker @UniverseIce das iPhone 20 Pro vor. (Foto: @UniverseIce)

Im kommenden Jahr feiert das iPhone seinen 20. Geburtstag. Mit großer Wahrscheinlichkeit plant Apple, aus diesem Anlass Geräte mit einem komplett neuen Design vorzustellen. Dabei spielt vor allem eine große Rolle, was man nicht sehen wird.

In etwas mehr als einem Monat wird Apple neue iPhones präsentieren. Sieht man von dem erwarteten faltbaren "Ultra" ab, sind die Hardware-Änderungen nicht spektakulär. Im kommenden Jahr könnte dies ganz anders aussehen, denn die Hinweise mehren sich, dass Apple zum 20. Geburtstag "die größte Designänderung seit dem iPhone X" vorbereitet.

"MacRumors" hat die bisherigen Berichte zusammengefasst, wobei die wichtigsten Informationen von "Bloomberg"-Autor Mark Gurman stammen. Er hat sehr zuverlässige Quellen bei Apple und traf in der Vergangenheit mit seinen Voraussagen meist ins Schwarze.

20 statt 19

Reine Spekulation ist der Name "iPhone 20", er ist aber nicht zu weit hergeholt. Nach den in diesem Herbst bis zum kommenden Frühjahr vorgestellten 18ern müsste eigentlich die iPhone-19-Serie folgen. Doch weil es sich um den 20. Geburtstag des Kult-Smartphones handelt, könnte es sein, dass Apple die Zahl überspringt. 2017 war dies beim iPhone X, das anstelle des iPhone 9 präsentiert wurde, schon mal der Fall.

Gurman geht davon aus, dass Apple wie in diesem Jahr auch im kommenden Herbst nur zwei Pro-Modelle und ein faltbares Gerät auf den Markt bringen und alle anderen neuen iPhones Anfang des folgenden Jahres vorstellen wird. Beim "iPhone 20 Pro" und dem "iPhone 20 Pro Max" ist vor allem interessant, was über deren Displays berichtet wird.

"Mikro-Krümmungen" …

Demnach könnten die Geräte an allen vier Kanten gebogene Bildschirme besitzen, die praktisch keinen sichtbaren Rand haben. Das angeblich von Samsung hergestellte OLED-Display weist verschiedenen Gerüchten nach keine starken Wölbungen auf, wie man sie von früheren Samsung-Galaxy-S-Smartphones und anderen Android-Geräten kennt.

Stattdessen wird von möglichst zurückhaltenden "Mikro-Krümmungen" gesprochen. Das könnte Nachteile gebogener Displays vermeiden, die mit dazu beigetragen haben, dass heutzutage wieder überwiegend flache Panels zum Einsatz kommen: Wischgesten von den Seiten bleiben kontrollierter und natürlicher, und vor allem wird eine verzerrte Darstellung von Inhalten entlang der Krümmungen vermieden.

… oder "virtuelle Krümmungen"

Möglicherweise ist das Display auch nicht tatsächlich gebogen, wie der bekannte Leaker "Ice Universe" auf X schrieb. Er vermutet, dass der Bildschirm selbst flach bleibt und Apple "virtuelle Krümmungen" durch ein 3D-geformtes Deckglas erzeugen wird.

Das ist nicht neu, die Technik kommt bereits seit etlichen Jahren zum Einsatz. Sie hat "Ice Universe" zufolge aber den großen Vorteil, die großen technischen Herausforderungen zu vermeiden, die speziell gebogene Bildschirmecken bedeuteten. "Je steiler die Krümmung und je kleiner der Krümmungsradius, desto schwieriger ist es, Spannung, Passgenauigkeit und Bildkonsistenz an den Ecken zu kontrollieren", so der Leaker.

Weitere Gerüchte besagen, dass Apple von Samsung für die Jubiläums-iPhones OLED-Bildschirme wünscht, die COE (Color Filter on Encapsulation) verwenden. Dabei wird die üblicherweise verwendete Polarisationsfolie ersetzt, indem man einen Farbfilter direkt auf die versiegelnde Schicht (Verkapselungsschicht) des Panels aufträgt, die die organischen, hauchdünnen Halbleiterschichten vor Sauerstoff und Feuchtigkeit schützt. COE-OLEDs sind unter anderem dünner, heller und effizienter.

Vielleicht das Ende des Dynamic Island

Was schon länger erwartet/erhofft wird, ist ein iPhone ohne Dynamic Island. Das würde bedeuten, dass Apple die Komponenten für die Gesichtserkennung (Face ID) und die Frontkamera unter dem Display unterbringen muss. Das ist alles andere als einfach zu bewerkstelligen. Selbst Display-König Samsung ging bei seiner Galaxy-Fold-Serie zurück zu einer Frontkamera, die durch eine kleine Bohrung blickt.

Apple soll zwar weiter mit Lösungen experimentieren, aber nicht nur der auf Displays spezialisierte Analyst Ross Young erwartet, dass das Unternehmen auch im kommenden Jahr zu einem Kompromiss gezwungen sein wird. Young ist inzwischen zwar pensioniert, seine Expertise wird in der Branche aber nach wie vor hochgeschätzt.

Wahrscheinlich bleibt ein kleines Loch

Nachdem Apple voraussichtlich bereits bei den kommenden Pro-Modellen der 18er das Dynamic Island verkleinert hat, indem es wenigstens einige Face-ID-Komponenten unter das Display verlegen konnte, bleibt beim "iPhone 20 Pro (Max)" möglicherweise nur noch ein kleines Loch für die Frontkamera. Vielleicht wird die Aussparung auch nur noch etwas schmaler ausfallen.

Auch der anerkannte Leaker Fixed Focus Digital schrieb auf der chinesischen Plattform Weibo, Apple sei noch weit davon entfernt, ein Display ohne jede Bohrung einsetzen zu können und könne wohl nur weiter schrittweise das Dynamic Island verkleinern. Ausgeschlossen ist der "perfekte Bildschirm" zwar noch nicht, viel Zeit bleibt dem Unternehmen aber nicht mehr, bevor es die Massenproduktion vorbereiten muss.

Hauchdünner Rahmen ohne physische Tasten

Spannend ist auch der Rahmen der Jubiläumsgeräte. "MacRumors" beschreibt ihn als dünnes Band aus poliertem Metall, dessen Material noch unbekannt sei. Einige Gerüchte erwarten eine Rückkehr zu Titan oder den Einsatz von Flüssigmetall, andere gehen davon aus, dass Apple bei Aluminium bleibt.

Spannender ist die Frage, ob es im Rahmen noch physische Tasten geben wird. Gerüchten nach soll Apple dieses Mal gelingen, was bereits für das iPhone 15 als mögliche Lösung gehandelt wurde: kapazitive Tasten, die durch haptisches Feedback physische Tasten simulieren. Sie sollen sogar bei einem ausgeschalteten iPhone funktionieren. Laut dem chinesischen Leaker "Instant Digital" soll die Technik Tests mit Handschuhen, nassen Händen bei extremen Temperaturen und beim Einsatz von Schutzhüllen bestanden haben.

Was ist mit den Kameras auf der Rückseite?

Es heißt, da auch die Rückseite gläsern sein soll, könnte man beim "iPhone 20 Pro (Max)" das Gefühl haben, ein Gerät in der Hand zu haben, das komplett aus Glas besteht. Die Frage ist nur, ob die Kameras diesen Eindruck stören werden, oder ob es Apple gelingt, ihre Objektive unter dem Glas oder zumindest plan mit ihm abschließend unterzubringen. In dieser Hinsicht fehlen bisher aber halbwegs valide Informationen. Sicher ist, dass Apple auch in dieser Hinsicht zum 20. Geburtstag etwas Besonderes plant.

Quelle: ntv.de

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