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Top Falt-Smartphone-Tablet Das Galaxy Z Fold 3 ist Luxus für den Alltag

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Das Galaxy Fold Z 3 ist wasserdicht.

(Foto: kwe)

Samsung verbessert sein faltbares Smartphone-Tablet Galaxy Fold an entscheidenden Stellen. Im Alltagstest kann es so fast auf ganzer Linie überzeugen, aber trotz eines günstigeren Preises bleibt das Gerät ein Luxus, den sich nicht viele Nutzer leisten können oder wollen.

Wenn man ein Smartphone mit faltbarem Display sieht, stammt es meistens aus dem Hause Samsung. Zwar haben auch Motorola und andere Hersteller solche Geräte auf den Markt gebracht, aber niemand sonst entwickelt die Falter so konsequent weiter wie die Südkoreaner. Das merkt man auch beim Galaxy Z Fold, das im Praxistest gezeigt hat, dass es in der dritten Generation endgültig alltagstauglich geworden ist.

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Nach zehn Minuten war der Bildschirm aus, aber nur weil er sich dann automatisch abschaltet.

(Foto: kwe)

Auf den ersten Blick sieht man im Vergleich zum Vorgängermodell eigentlich nur, dass auf der Rückseite eine andere Triple-Kamera sitzt. Das ist aber keine Überraschung, selbstverständlich erfindet Samsung so ein Gerät nicht jedes Jahr neu. Im Test kam es daher vor allem auf die berühmten entscheidenden Details an.

Wasserschutz ist eine Meisterleistung

Eine wichtige Veränderung kann man überhaupt nicht sehen, obwohl sie eine technische Meisterleistung ist. Denn Samsung hat es geschafft, das Galaxy Z Fold 3 nach IPX8 wasserdicht zu machen. Das heißt, das Gerät übersteht nicht nur einen Regenguss, sondern kann auch den gefürchteten Sturz ins Klo überleben. Im Test lag es eine halbe Stunde in einer Wasserschüssel und funktionierte problemlos weiter.

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Im Vergleich zum Galaxy Z Flip 2 (unten) kann man sehen, dass das Schanier etwas anders konstruiert ist.

(Foto: kwe)

An den Strand kam es aber nicht mit, denn das X in der Zertifizierung zeigt an, dass es keinen Schutz vor Staub oder feinen Sand gibt. Das hat einen guten Grund: Wasser kann am Scharnier eindringen und wieder abfließen. Kleine Fremdkörper, die die feinen Bürsten am Scharnier vielleicht passieren, bleiben im Gerät und können Bildschirm und Gelenk schädigen. Im Alltag geschieht dies kaum, für eine Zertifizierung reicht der Schutz aber nicht aus.

Robuster, aber auch noch nicht so widerstandsfähig wie herkömmliche Smartphone-Bildschirme ist auch das 7,6 Zoll große flexible Innen-Display, das eine neue Schutzschicht erhalten hat. Spüren kann man das nicht und mehr als eine Fingernagelprobe macht man bei einem 1800 Euro teuren Testgerät auch nicht.

Versteckte, aber nicht unsichtbare Selfie-Kamera

Das ohnehin schon prächtige OLED-Panel ist noch etwas imposanter geworden als es schon war, denn es hat jetzt kein Loch mehr für die Selfie-Kamera. Unsichtbar ist sie aber nicht, denn damit sie funktioniert, ist die Pixeldichte über ihrem Objektiv geringer. Das genügt aber, um sie aus dem Auge zu verlieren - vor allem bei Videos.

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Rechts oben ist die Selfie-Kamera unterm Display zwar zu sehen, aber sie stört kaum noch.

(Foto: kwe)

Durch eine zusätzliche Schicht ist der Touchscreen jetzt auch kompatibel mit einem S Pen Pro oder einem S Pen Fold Edition. Das ergibt im Tablet-Modus viel Sinn, allerdings ist der Stift optional. Das heißt, man muss einen der beiden Pens für 50 oder 100 Euro kaufen. Ein alter S Pen aus einem Galaxy Note funktioniert beim Galaxy Z Fold 3 nicht. Es hat auch keinen Einschub für einen Stylus. Wenn man den Stift also nicht separat transportieren möchte, muss ein Flip Cover mit S Pen Fold Edition für 80 Euro her.

Das Display kann auch noch etwas heller leuchten als beim Vorgängermodell, wenn man die Automatik umgeht. Das sollte man aber ebenso selten tun, wie die Bildwiederholfrequenz auf die vollen 120 Hertz (HZ) zu stellen. Denn dann ist die Akku-Kapazität von 4400 Milliamperestunden ziemlich schnell aufgebraucht.

Nur zusammengeklappt ein Dauerläufer

Viel größer kann die Batterie nicht werden, denn obwohl Samsung das Galaxy Z Fold 3 um 11 Gramm leichter und um 0,5 Millimeter dünner gemacht hat, bleibt es ein 271 Gramm schweres Gerät, das zusammengeklappt 16 Millimeter dick ist.

Im Normalbetrieb bringt der Akku das Galaxy Z Fold aber gut über den Tag. Das liegt unter anderem daran, dass man den Tablet-Modus unterwegs nicht mehr so oft nutzt, wenn man sich nach einer Weile daran sattgesehen hat. Denn mit dem 6,2 Zoll großem Außen-Display kann man das Gerät auch wie ein normales Smartphone nutzen, obwohl es mit dem Format 25:9 sehr schmal ist.

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Für einen kompatiblen S Pen muss man mindestens 50 Euro bezahlen.

(Foto: kwe)

Solange man das Galaxy Z Fold 3 nicht aufgeklappt wird, verbraucht es wenig Strom und könnte so auch fast zwei Tage durchhalten. Dann ist es auch weniger problematisch, das Außen-Display auf 120 Hz zu setzen, was bei der dritten Generation möglich ist.

Zur Sparsamkeit trägt auch Qualcomms Top-Chip Snapdragon 888 bei, der nicht nur sehr leistungsstark, sondern auch in der Lage ist, genügsam zu arbeiten. Er kann auf 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen. Der Flash-Speicher ist wahlweise 256 oder 512 GB groß und nicht erweiterbar.

Bekannt gute Kameras

Das ist Oberklasse-Niveau und bei einem 1800-Euro-Gerät selbstverständlich. Das gilt im Prinzip auch für die Kameraausstattung. Denn wie schon bei den Vorgängern greift Samsung auf bereits bewährte Komponenten zurück. Diesmal sind es Haupt- und Ultraweitwinkel-Kamera des Galaxy S21, die von einer 12-Megapixel-Tele-Kamera mit zweifacher optischer Vergrößerung und Blende f/2.4 ergänzt werden.

Entsprechend sind die Aufnahmen des Galaxy Fold 3 richtig gut, auch wenn es Smartphones gibt, die noch bessere Knipsen haben. Mehr ist alleine schon aus Platzgründen kaum drin, denn aufgeklappt ist das Gerät nur sechs Millimeter dick.

Nicht viel erwarten dürfen sich Käufer des Galaxy Z Fold 3 von der Selfie-Kamera unterm Display. Die wenigen Pixel über ihr genügen, um ihre Bilder verwaschen aussehen zu lassen. Für einen Videochat genügt die Qualität aber und für bessere Aufnahmen nutzt man eben die gute 10-Megapixel-Frontkamera auf der Außenseite.

Fast perfekt, aber kaum massentauglich

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Letztendlich ist Samsung mit der dritten Generation des Galaxy Z Fold ein tolles Gerät gelungen, das jetzt eine alltagstaugliche, fast perfekte Smartphone-Tablett-Kombination ist. Trotz einer Preissenkung von 150 Euro kostet es aber trotz allem noch 1800 Euro, was den potenziellen Käuferkreis alleine schon stark einschränkt.

Hinzu kommt die Frage, wie viele Nutzer ein schweres, dickes Gerät in der Tasche haben möchten, nur um ein Smartphone zu haben, dass man zum Tablet aufklappen kann. Ein leichtes Top-Smartphone bekommt man für weniger als 1000 Euro und hat dann noch genug Geld übrig für ein 10-Zoll-Tablet, das man ohnehin meistens nur zu Hause oder auf Reisen nutzt.

Quelle: ntv.de

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