Technik

Hälfte aller Mails bald Müll EU will Spams bekämpfen

Die Europäische Union will den rasant wachsenden E-Mail-Müll bekämpfen. Bis Ende Oktober müssen die Mitgliedsstaaten eine Richtlinie umsetzen, die das unaufgeforderte Versenden elektronischer Werbe-Post beispielsweise für Pornografie und Finanzdienstleistungen verbietet.

Daran erinnerte der für die Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen am Dienstag in Brüssel. Er kündigte zugleich für den Herbst weitere Maßnahmen an, mit denen Spams aus elektronischen Briefkästen rausgehalten werden sollen. Die Kommission geht davon aus, das bis Ende des Sommers etwa die Hälfte aller versendeten E-Mails unerwünscht sind.

Für Unternehmen in der EU berechneten Experten im vergangenen Jahr Produktivitätsverluste im Wert von 2,5 Mrd. Euro. "Die Bekämpfung des Spamming geht uns alle an und ist mittlerweile zu einem Hauptaspekt des Internets geworden", sagte Liikanen. "Dabei müssen wir an vielen Fronten kämpfen. EU, Mitgliedstaaten, Industrie und Verbraucher müssen sich ausnahmslos für den Feldzug gegen Spamming auf nationaler wie auf internationaler Ebene engagieren."

Liikanen sagte, entscheidend für einen internationalen Erfolg sei, dass die Gesetze gegen Spams weltweit möglichst angeglichen werden. Die EU hatte die Richtlinie schon im Juli 2002 erlassen. "Mit einer begrenzten Ausnahme, die bestehende Kundenbeziehungen betrifft, ist Marketing per E-Mail nur mit vorheriger Einwilligung der Teilnehmer zulässig", erläutert die Kommission das Gesetz. "Diese so genannte Opt-in-Regelung gilt auch für Mobilfunk-Kurzmitteilungen (SMS-Nachrichten) und andere elektronische Nachrichten, die an Endgeräte im Mobilfunk- und Festnetz versandt werden." Die Mitgliedstaaten können auch unerwünschte kommerzielle Mails an Unternehmen verbieten.

Quelle: ntv.de