Technik

Gesundheit im Netz Gezielte Informationssuche

Mehr als ein Drittel der Europäer informiert sich im Internet über ihre Krankheiten. Das ergab eine Studie des britischen Marktforschungsinstituts Datamonitor.

Auf den Seiten von Selbsthilfegruppen und Kliniken finden sich nicht nur Artikel aus Fachmagazinen, sondern auch allgemein verständliche Informationen zu fast allen Krankheiten. So erfährt der Patient bei "Netdoktor" per Mausklick, was seine Laborwerte bedeuten. Helmut Oettle, Oberarzt in der Krebsklinik der Berliner Charite, begrüßt diese Entwicklung: Auch das Verhältnis zwischen Arzt und Patient ändere sich durch das zusätzliche Wissen des Kranken.

Die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen

Aber wer bei seiner Suche nach Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten auf eines der vielen Gesundheitsportale wie "Almeda", "Gesundheitsscout" oder "Lifeline" setzt, kann auch enttäuscht werden. So schnitten in einem Test der Stiftung Warentest zum Thema "Zecken" nur drei von 13 untersuchten Seiten mit der Note "gut" ab.

Unter rund 34.000 Treffern verbirgt sich im weltweiten Netz fundierte, nützliche Information oft wie die Stecknadel im Heuhaufen. Doch die Klientel von Patienten, die sich im Internet informieren kann, sei in der Lage diese Stecknadel zu finden, meint der Allgemeinarzt Reinhard Wiessner.

Kein Ersatz für Gespräch mit dem Arzt

Gerade in der gezielten Informationsbeschaffung im Internet sieht Oberarzt Oettle einen Vorteil. Der Patient bestimme selbst, wann es ihm zu viel werde. Das Gespräch zwischen Arzt und Patient könne das Internet jedoch nicht ersetzen. "Ich würde mich zum Beispiel hüten, eine Vermutung über die Lebenserwartung zu geben, im Internet kann man solche Informationen aber finden. Hier muss der Arzt beruhigen."

Wichtige Hinweise über die jeweiligen Seiten gibt auch das Impressum. Häufig sind es Pharmaunternehmen. Die fachliche Information auf diesen Seiten ist zwar meist korrekt, oft aber einseitig.

Auch die Charite setzt vor dem Hintergrund des Einfrierens von Ärztehonoraren sowie der Krankenhaus-Budgets auf das Internet. Die Klinik plant, einen Info-Computer im Wartebereich aufzustellen, und in Seminaren soll Patienten beigebracht werden, wie sie sich im Internet Informationen beschaffen. Dabei gehe es aber auch um mehr Effizienz, erklärt Oettle.

Quelle: ntv.de

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