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Macht Google bald mehr Druck? Hier kommt Android N zuerst an

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Wie Android N heißen wird, ist noch offen.

(Foto: Google/Montage: jwa)

Die ersten Vorab-Version von Android N gibt es bereits, im Spätsommer soll die finale Software fertig sein. Erste Hersteller haben schon Updates versprochen, andere schweigen noch. Für schnellere Updates könnte Google in Zukunft ein Druckmittel einsetzen.

Wenn Google eine neue Android-Version vorstellt, ist dem Konzern die Aufmerksamkeit der gesamten Technik-Presse sicher. Doch bis die neue Software auf den Smartphones der Nutzer ankommt, dauert es oft eine ganze Weile. Eine Vorabversion von Android N hatte Google bereits vor Monaten veröffentlicht, während der Entwicklerkonferenz I/O im Mai gab es zuletzt neue Informationen. Einen Namen hat die Software noch nicht, Nutzer konnten eigene Vorschläge einreichen. Die ersten Hersteller haben schon ihre Update-Pläne veröffentlicht. Wer hat eine Chance auf die neue Software?

Samsung und HTC gehen es an

Das Branchenschwergewicht Samsung will eine Reihe seiner Smartphones noch vor dem Jahreswechsel mit Android N versorgen, berichtet das Fanblog "Sammobile" unter Berufung auf Insider-Informationen. Zu den Smartphones, die ein Update bekommen, zählen demnach das Galaxy S7 und S7 Edge, das Galaxy S6, S6 Edge, S6 Edge Plus sowie das Note 5. Das Tablet Galaxy Tab S2 soll ebenfalls die noch namenlose N-Version bekommen.

HTC hat sich bereits offiziell zu seinen Update-Plänen geäußert. Am Rande der Google I/O teilte das Unternehmen über Twitter mit, dass das aktuelle Flaggschiff HTC 10, das One A9 und das One M9 auf jeden Fall mit Android N rechnen können. Der Haken: Sowohl zum "Timing", also zu konkreten Terminen, als auch zu weiteren Update-Kandidaten will sich HTC erst dann äußern, wenn Google die finale N-Version ausliefert.

Lenovo ganz vorne

In die Vollen geht Lenovo, das mit dem Moto G4 und dem G4 Plus erst kürzlich zwei neue Smartphones veröffentlicht hat. Die Moto-G-Reihe zählt seit der ersten Generation zu den ersten Anwärtern für ein Android-Update. Laut "t3n" hat Lenovo versichert, dass das Update auf Android N für die beiden aktuellen Smartphones bereits in Arbeit sei. Auch für die Nachfolge-Version hatte Lenovo bereits Versprechungen gemacht: Auf einer indischen Amazon-Seite zum G4 Plus war der Hinweis zu lesen, dass es die Updates auf Android N und O erhalten werde - inzwischen ist der Hinweis auf den N-Nachfolger aber verschwunden.

Von Sony gibt es noch keine offiziellen Angaben, eine Entwickler-Version von Android N ist aber auch fürs Sony Xperia Z3 zu haben, obwohl das Smartphone schon im September 2014 vorgestellt wurde und damit eigentlich nicht mehr als Update-Kandidat gilt. Andere Hersteller wie Huawei und LG haben sich bislang nicht öffentlich geäußert, auch Gerüchte zu anstehenden Updates gibt es bisher nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass beide Hersteller die Flaggschiffe von 2015 und 2016 aktualisieren werden, also das Huawei P8, P9, P9 Plus, Mate 8 und Mate S sowie das LG G4 und G5.   

Best-Case-Szenario

In einem sogenannten Best-Case-Szenario hat "Android Authority" ermittelt, wie lange es dauern wird, bis die einzelnen Hersteller ihre Geräte aktualisieren, basierend auf den Updates für Android 6 Marshmallow. Samsung-Nutzer könnten demnach nach Veröffentlichung von Android N noch rund fünf Monate warten müssen, also bis Februar oder März 2017. Für Sony sieht das Portal ebenfalls eine fünfmonatige Wartezeit voraus, genau wie für Smartphones von Huawei. Für LG sieht es demnach besser aus, hier ist ein Update schon zwei Monate später drin, also Ende 2016. Für HTC gelten ähnliche Wartezeiten. Am besten ist die Prognose für Geräte von Motorola/Lenovo: Im besten Fall bekommen Nutzer schon weniger als einen Monat nach Veröffentlichung der finalen Version ein Update.

Zuerst sind aber natürlich die Nexus-Geräte dran. Kandidaten für Android N sind das Nexus 6P, das Nexus 5X, das Nexus 6, das Nexus 9 und der Nexus Player. Ob ältere Geräte noch versorgt werden, ist offen, angeblich testet Google die neue Software aber intern auf dem Nexus 5 und dem Nexus 7 (2013). 

Öffentliches Ranking?

Ausbleibende oder späte Updates sind ein Problem, da sowohl neue Funktionen als auch wichtige Sicherheitsupdates dadurch oft viel zu spät bei den Nutzern ankommen. Auch die monatlichen, regulären Sicherheitsupdates verteilen nicht alle Hersteller. Um die Hersteller und Mobilfunkanbieter zu schnelleren Updates zu bewegen, denkt Google laut "Bloomberg" darüber nach, ein internes Ranking öffentlich zu machen. Auf dieser Liste sollen die Unternehmen danach sortiert sein, wie aktuell sie ihre Geräte halten, basierend auf Sicherheits-Patches und Android-Versionen. Die Veröffentlichung dieser Liste solle, so "Bloomberg", proaktive Hersteller herausstellen und jene öffentlich anprangern, die nachlässig mit Updates umgehen. Ob das Wirkung zeigt, bleibt aber abzuwarten. Derzeit haben nur 10 Prozent aller Android-Smartphones das aktuelle Betriebssystem. Bei der Konkurrenz-Plattform iOS sind es laut Bloomberg 84 Prozent.

Quelle: n-tv.de, jwa

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