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Neue Airpods-Alternative Huawei Freebuds 4 sind sommertauglich

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Die Huawei Freebuds 4 gibt's in den Farben Silver Frost und Ceramic White.

(Foto: Huawei)

Die Huawei Freebuds 4 sollen superbequem sein, aber gleichzeitig einen vollen Klang und eine effektive Geräuschunterdrückung bieten. Im Praxistest machen es die kabellosen Ohrhörer ntv.de leicht, hinterlassen aber auch Fragezeichen.

Nachdem sich im März die Freebuds 4i als günstige, aber gute kabellose Ohrhörer herausgestellt haben, bringt Huawei jetzt die Premium-Variante Freebuds 4 auf den Markt - könnte man meinen. Denn außer der grundsätzlichen Form haben die beiden Serien nicht viel gemeinsam. So sind die 4er nicht nur umfangreicher ausgestattet als die i-Klasse, sondern sind ohne Silikonstöpsel auch die echten Freebuds. Ob sie deshalb auch die bessere Wahl sind, hat sich ntv.de angehört.

Wie zu erwarten war, sitzen die nach IPX4 vor Spritzwasser geschützten Freebuds 4 sehr bequem im Ohr. Weil sie nur rund 4 Gramm wiegen und ohne Aufsätze eher lose im Gehörgang hängen als stecken, spürt man sie kaum. Man könnte sie also problemlos viele Stunden tragen. Doch spätestens nach rund 2,5 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) muss man gezwungenermaßen eine Pause einlegen, da die kleinen Akkus der Ohrhörer nicht länger durchhalten.

Bequem und leicht, aber nicht ausdauernd

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Ladecase und Freebuds 4 wiegen zusammen weniger als 50 Gramm.

(Foto: Huawei)

Das ist im Vergleich zu Konkurrenten, die 4 Stunden und mehr durchhalten, ziemlich mickrig. Aber Huawei spekuliert hier, dass Nutzer lieber leichte Ohrhörer haben möchten, als Dauerläufer. Das ist durchaus berechtigt. Denn Hand aufs Herz: Wie oft hört man 2,5 Stunden nonstop Musik? Die meisten Nutzer stecken Ohrhörer zwischendurch immer wieder mal ins Ladecase. Und selbst wenn das nur für ein paar Minuten passiert, genügt das, um die Laufzeit deutlich zu verlängern.

Die Box ist mit 38 Gramm wie die Buds sehr leicht. Und weil ihr Durchmesser nur knapp 6 Zentimeter beträgt und sie rund 2 Zentimeter flach ist, bemerkt man das Case in der Hosentasche kaum. Große Rücksicht muss man auf die Box nicht nehmen, da sie sehr solide verarbeitet ist und einiges aushält.

Nach etwa 30 Minuten im Case sind komplett entleerte Freebuds wieder voll. Insgesamt haben sie Reserven für 14 Stunden. Ohne ANC kann man mit den Ohrhörern 4 beziehungsweise 22 Stunden Musik hören. Und das wäre eigentlich auch empfehlenswert. Denn auch Huawei kann das Unmögliche nicht möglich machen und ein wirklich effektives ANC ohne abdichtende Silikonaufsätze hinbekommen.

Guter Klang, schwaches ANC

Man hört schon, dass Verkehrsrauschen im Hintergrund etwas abgemildert wird. Aber das kriegt man wirklich nur in Musikpausen mit. Selbst bei geringer Lautstärke macht ANC keinen Unterschied. Trotzdem sollte man es aktiv lassen. Denn dann ist der Klang voller, vor allem die Bässe machen mehr her.

Der Sound der Freebuds 4 kann so überzeugen - immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie offen sind. Und genauso wie beim ANC kann man mit dieser Bauweise bei Ohrhörern keinen Hammerbass erzeugen. Aber die Tiefen der Freebuds 4 sind durchaus kräftig, vor allem wenn man in der zugehörigen App die Bassverstärkung einschaltet.

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Die Treiber sind 14,3 mm groß.

(Foto: Huawei)

Dort findet man auch einen Höhenverstärker. Aber den kann man getrost auslassen. Denn was die Mitten und Höhen betrifft, sind die Freebuds 4 richtig stark. Ihr Sound ist insgesamt sehr luftig und präzise mit vielen Details. Ebenfalls typisch für offene Ohrhörer: Sehr leise und sehr laut klingen die Freebuds 4 nicht optimal. Ein Kompliment haben die Freebuds 4 für ihre Unempfindlichkeit gegen Windböen und die gute Geräuschunterdrückung bei Telefonaten verdient.

Einfache Steuerung

Die Touch-Steuerung der Freebuds 4 ist recht komfortabel, aber eingeschränkt. Links und rechts kann mann entweder zweimal Tippen oder lange drücken, um Songs zu starten, zu überspringen, zu pausieren et cetera. Man muss sich aber für vier Aktionen entscheiden, mehr geht nicht. Zusätzlich kann man die Lautstärke über Wischer nach oben oder unten regulieren. Da die Enden der Ohrhörer sehr lang sind, klappt das ausgesprochen gut.

Prima: Jeder Ohrhörer funktioniert auch alleine und die Wiedergabe pausiert automatisch, wenn man einen Freebud herausnimmt. Da Blootooth 5.2 an Bord ist, kann man zwei Geräte gleichzeitig verbinden und in der App bequem hin- und herwechseln.

Fairer Preis, aber es gibt Alternativen

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Unterm Strich sind die Freebuds 4 ideale Ohrhörer für Nutzer, die leichte und äußerst bequeme Begleiter für den Sommer suchen. Der Klang ist für die offene Bauweise wirklich gut. Allerdings ist das ANC schwach und die Laufzeit für den einen oder anderen Nutzer zu knapp.

Die Freebuds 4 kosten 150 Euro, mit induktiv aufladbarem Case 170 Euro. Das sind faire Preise. Aber die Freebuds 4i sind fast genauso gut und kosten weniger als 80 Euro. Und wenn man nicht so bequem denkt, sondern vor allem auf den guten Klang und effektives ANC achtet, gibt es etliche interessante Alternativen. Die Jabra Elite 75t sind inzwischen beispielsweise für weniger als 130 Euro zu haben. Wer kein ANC braucht, findet mit den Sennheiser CX 400BT für 150 Euro erstklassige Klangkünstler, Android-Nutzer sind mit den 100 Euro günstigen Google Pixel Buds A bestens bedient.

Quelle: ntv.de

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