Wirtschaft

Stürmische Zeiten Anleger entziehen Nordex das Vertrauen

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Die Anleger sind von Nordex enttäuscht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nordex kappt seine Jahresziele. Und auch wenn das vierte Quartal für den Windturbinenhersteller nach eigenen Angaben wieder besser läuft, verlieren die Aktionäre mehr und mehr das Vertrauen - der Kurs bricht ein.

Mit Kursabschlägen von zeitweise mehr als zehn Prozent haben die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex am Donnerstag aufgewartet. Am Handelsende waren es noch kanpp 9 Prozent. Die Titel waren damit im TecDax der mit Abstand schwächste Wert - und das in einem positiven Gesamtmarktumfeld.

Den Grund sahen Händler in einer enttäuschenden  Umsatz- und Gewinnwarnung. "Es gibt einige Marktteilnehmer, die eher mit einer positiven Überraschung beim Jahresgewinn gerechnet haben", sagte ein Marktteilnehmer. Diese Erwartung sei nun zunichte gemacht worden nach einem "allenfalls verhaltenen dritten Quartal".

Einige Projekte verschieben sich

Das Unternehmen hatte zwar nach eigenen Angaben seine Ergebnisse in den ersten neun Monaten deutlich gesteigert. Allerdings war der Konzern wegen verspäteter Auftragseingänge etwas pessimistischer für das laufende Jahr geworden und hatte den Ausblick am unteren Ende der Spanne angepasst: Nordex rechnet nun mit einem Umsatz von 3,35 Milliarden Euro und einer Ebitda-Marge von rund 8,3 Prozent. Zuvor hatte der Konzern Erlöse von 3,35 Milliarden bis 3,45 Milliarden Euro und eine Gewinnspanne von 8,3 bis 8,7 Prozent in Aussicht gestellt.

"Wir können einige Projekte erst später anfangen als erwartet", sagte Nordex-Chef Lars Bondo Krogsgaard bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Aufträge seien aber nicht verloren. In der Türkei habe es beispielsweise wegen der politischen Unruhen Verzögerungen gegeben. "Wir haben aber gesehen, dass wir dort wieder Aufträge reinholen", sagte Krogsgaard. Neue Tochter Acciona Windpower trägt ein Viertel zum Auftragseingang bei

Besserung in Sicht

Für das vierte Quartal rechnet der Nordex-Chef mit einem hohen Auftragseingang. Die gute Nachfrage aus Deutschland und "Übersee" werde zu einem "außergewöhnlich" guten Quartal führen. Gleichwohl sagte Krogsgaard, dass der Weg noch steil sei.

Ob Nordex für 2016 erstmals eine Dividende zahlen wird, ließ der Vorstandschef offen. Der Konzern werde erst Geld ausschütten, wenn sicher sei, dass er auch in den Folgejahren eine Dividende zahlen könne, sagte Krogsgaard.

Nordex hatte die Windturbinensparte des spanischen Infrastrukturkonzerns Acciona im April übernommen. Der Konzern erhofft sich vor allem neue Wachstumschancen in Schwellenländern. Zudem will Nordex durch Skaleneffekte seine Kosten senken.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ

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