Wirtschaft

Fossile Energien verlieren Anteil von Ökostrom steigt auf ein Drittel

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Starker Wind hat auch seinen Teil beigetragen.

(Foto: dpa)

In Deutschland fließt immer mehr Strom aus erneuerbaren Ressourcen. Während Strom aus Kohlekraftwerken in diesem Jahr weniger gefragt ist, macht die Öko-Variante nochmal einen deutlichen Sprung nach vorne. Das hat mehrere Gründe.

Die Energiewende in Deutschland ist in diesem Jahr zumindest bei den Kraftwerken deutlich vorangekommen. Die erneuerbaren Energien produzierten 2017 gut 15 Prozent mehr Strom und bauten ihren Anteil an der Erzeugung auf über ein Drittel aus, wie der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte. Die Produktion aus der klimaschädlichen Stein- und Braunkohle ging dagegen um vier Prozentpunkte auf 37 Prozent zurück. Gaskraftwerke hatten einen Anteil von 13,1 Prozent (Vorjahr: 12,5 Prozent), die Kernkraft von 11,6 Prozent (Vorjahr: 13,0 Prozent).

"Der ganz klare Sieger sind die erneuerbaren Energien", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Wenn sich die Entwicklung 2018 so fortsetze, würden die Erneuerbaren dann die Nummer eins sein. Grund für die Entwicklung ist zum einen der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen. Zum anderen blies 2017 der Wind besonders stark. Dagegen wurden eine Reihe von Kohlemeilern aus Kostengründen vom Netz genommen.

Gemessen am Verbrauch des Stroms in Deutschland werden die Erneuerbaren nach der Prognose des BDEW sogar einen Anteil von über 36 Prozent haben. Die Differenz zum Erzeugungsanteil von 33 Prozent erklärt sich durch den Stromexport. Seit Jahren liefert Deutschland große Mengen von Kohlestrom in die Nachbarländer.

Das große Problem mit Autoabgasen

Kapferer sagte, die Zahlen zeigten, dass der Ausstieg aus der Kohle-Verstromung längst begonnen habe. Die Energiewirtschaft leiste damit auch ihren Beitrag für die Klimaziele der Bundesregierung. In den Verhandlungen zwischen Union, FDP und Grünen über eine Regierungsbildung hatte sich dagegen abgezeichnet, dass zusätzlich eine Leistung von etwa 14 größeren Kohlemeilern bis 2020 vom Netz genommen werden sollte.

Der Hauptschuldige an dem drohenden Verfehlen des Klimaziels für 2020 sei der Verkehrssektor, sagte Kapferer. Der Verbrauch von Diesel und Benzin sei 2017 wieder gestiegen. Im Vergleich zu 1990 habe der Verkehr so überhaupt keine Treibhausgase eingespart. Kapferer regte an, ähnlich wie bei den Kraftwerken auch den Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten im Verkehr ins Auge zu fassen. Da der Strom immer sauberer werde und eine immer größere Rolle spielen solle, müsse dieser auf der anderen Seite von Kosten entlastet werden. So müsse die Stromsteuer auf das mögliche Mindestmaß gekürzt werden.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa

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