Wirtschaft

Abwehr von Hackerangriffen Apple plant neues Verschlüsselungssystem

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Apples erweitertes Verschlüsselungssystem dürfte die Strafverfolger rund um den Globus in Wallung bringen.

(Foto: REUTERS)

Sogar in laufenden Strafverfahren zeigt sich Apple zugeknöpft, wenn Ermittler die iPhones von Verdächtigen knacken wollen. Bislang gab es einen Umweg über die Backups in der iCloud. Doch künftig sollen auch die verschlüsselt werden, um Nutzer vor Hackern zu schützen.

Der iPhone-Hersteller Apple will seine Datenverschlüsselungspraktiken erheblich ausweiten - ein Schritt, der zu Spannungen mit Strafverfolgungsbehörden rund um den Globus führen dürfte. Das erweiterte Ende-zu-Ende-Verschlüsselungssystem, eine optionale Funktion namens Advanced Data Protection, würde den Großteil der iCloud-Daten selbst im Fall eines Hackerangriffs abschirmen. Zugleich würde es aber auch verhindern, dass Apple Daten aus iCloud-Telefon-Backups auf Anfrage von Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen kann.

In der Vergangenheit konnte Apple Behörden wie dem Federal Bureau of Investigation zwar nicht helfen, auf Daten seiner verschlüsselten iPhones zuzugreifen, war aber in der Lage, einen Großteil der in iCloud-Backups gespeicherten Daten auf eine rechtliche Anfrage hin zur Verfügung zu stellen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Tausende solcher Anfragen in den USA beantwortet. Mit den neuen Sicherheitsmaßnahmen wäre Apple technisch nicht mehr in der Lage, bestimmten Anfragen der Strafverfolgungsbehörden nachzukommen, beispielsweise nach iCloud-Backups, die iMessage-Chatprotokolle und -Anhänge enthalten.

"Hacker gehen sehr weit"

Apple erklärte, die Kunden mit den neuen Datenverschlüsselungspraktiken vor immer ausgeklügelteren Hackerangriffen schützen zu wollen. Da die Kunden immer mehr persönliche Informationen über ihr Leben auf ihren Geräten gespeichert hätten, würden diese immer häufiger zum Gegenstand von Cyber-Angriffen, sagte Craig Federighi, Senior Vice President of Software Engineering bei Apple, in einem Interview. Einige Hacker würden sehr weit gehen, um an die privaten Informationen der Zielpersonen heranzukommen.

Der Streit zwischen Apple und besonders den US-Behörden schwelt schon seit Jahren. 2020 verzichtete der Konzern laut einem Reuters-Bericht nur auf massive Intervention des FBI auf Pläne, die iCloud-Backups zu verschlüsseln.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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