Wirtschaft

Nordkorea will höhere Löhne Arbeiter in Kaesong trödeln für mehr Geld

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In Kaesong ist ein Bummelstreik ausgebrochen.

(Foto: imago/Xinhua)

In Kaesong schuften Nordkoreaner für südkoreanische Unternehmen - und beide Länder profitieren. Seoul freut sich über billige Arbeitskräfte, Pjöngjang verdient am wirtschaftlichen Erfolg des Südens kräftig mit. Doch die Zusammenarbeit ist nicht ohne Konflikte.

Die nordkoreanischen Arbeiter im Industriekomplex Kaesong sind in den Bummelstreik getreten. Das berichtet die südkoreanische Regierung unter Berufung auf Unternehmen, die in dem gemeinsamen Industriegebiet Waren fertigen lassen. Ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums warf Pjöngjang vor, die Arbeiter im Ringen um eine Lohnerhöhung dazu "anzustiften", Überstunden abzulehnen und bei der Arbeit zu trödeln. Dies müsse "unverzüglich" aufhören. Zahlreiche Firmen könnten wegen des Bummelstreiks derzeit weniger produzieren.

Pjöngjang hatte im Februar eine Anhebung des Grundgehalts für die nordkoreanischen Arbeiter in Kaesong bekanntgegeben. Der Süden lehnt den Vorstoß ab und macht geltend, dass Entscheidungen dieser Art laut einem Abkommen von beiden Ländern gemeinsam getroffen werden müssen. Dennoch erklärten sich bereits einige südkoreanische Firmen bereit, höhere Löhne zu zahlen.

Annäherung und Zankapfel zugleich

Kaesong liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt auf nordkoreanischem Gebiet. In der im Jahr 2004 geschaffenen Industriezone arbeiten etwa 53.000 Nordkoreaner für 120 südkoreanische Firmen. Unternehmen, die sich dort ansiedeln, profitieren von günstigen Arbeitskräften aus dem Norden und erhalten vergünstigte Kredite und Steuererleichterungen.

Der Industriekomplex gilt zwar als ein Symbol für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beider Länder. Allerdings zeigen sich dort häufig auch die politischen Spannungen: Im April 2013 etwa zog der Norden nach einem Militärmanöver von Südkorea und den USA seine Arbeiter aus Kaesong ab. Der Komplex blieb fünf Monate lang geschlossen.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

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