Wirtschaft

Streik ist beendet Bahn und GDL einigen sich auf Schlichtung

Die Lokführer gehen an ihre Arbeit zurück. Doch der festgefahrene Tarifkonflikt zwischen Lokführergewerkschaft und Bahn ist nicht gelöst. Offenbar hat die Bahn aber in einem entscheidenden Punkt eingelenkt. Schlichten sollen nun zwei Landespolitiker aus dem Osten. Bis der Normalfahrplan wieder gilt, könnte es den ganzen Tag dauern.

Der Bahnstreik in Deutschland ist beendet. Das teilten die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn am frühen Morgen mit. Bahn und GDL einigten sich in der Nacht auf eine Gesamtschlichtung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Zwei externe Schlichter sollen nun die Lösung bringen. Die Bahn benannte den SPD-Politiker und früheren brandenburgischen Ministerpräsident Matthias Platzeck als Schlichter. Der erste Schlichtungstermin ist demnach der kommende Mittwoch. Das Schlichtungsverfahren soll drei Wochen dauern. Auf Seiten der GDL soll der linke thüringische Regierungschef Bodo Ramelow schlichten.

Die notwendigen Maßnahmen für das Ende des Streiks sind laut Bahn für die Kunden seit 7 Uhr angelaufen. Laut GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19 Uhr beendet. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren. Wann dieser wieder gilt, soll in einer gesonderten Pressemitteilung bis heute Mittag bekannt gegeben werden.

Bahn akzeptiert Bedingung der GDL

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GDL-Chef Weselsky und Bahn-Personalvorstand Weber haben den ersten Schritt zu einer Lösung im Tarifkonflikt geschafft.

(Foto: dpa)

Zwei Tage lang hatte es geheime Vorgespräche zwischen GDL-Chef Claus Weselsky und Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber gegeben. Der frühere Bundesarbeitsrichter Klaus Bepler hatte die Gespräche moderiert. Weber sagte nach der Einigung: "Wir sind sehr erleichtert, unsere Kunden und Mitarbeiter können aufatmen." Schlichten statt streiken sei das Gebot der Stunde. Nun heiße es, Ruhe in die Betriebe zu bringen.

Der Druck für beide Seiten war gestiegen, da nun auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf einen Tarif-Abschluss drang. Dies hätte aber den Spielraum für den Staatskonzern mit der GDL stark eingeengt, da die Bahn unterschiedliche Verträge für gleiche Berufsgruppen ablehnt. Die EVG hat bislang nicht gestreikt, drohte aber damit, falls es am Donnerstag keine Einigung gebe.

Nach Angaben der GDL akzeptierte die Bahn, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen. Dieser Sachverhalt werde deshalb nicht mehr Bestandteil des eigentlichen Schlichtungsverfahrens sein. Die GDL könne somit für all ihre Mitglieder des Zugpersonals die Tarifverträge verhandeln und abschließen. Lokrangierführer würden als Lokomotivführer exakt im GDL-Flächentarifvertrag eingruppiert. Gewerkschaftschef Weselsky sagte: "Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der gordische Knoten durchschlagen werden."

Weselsky hatte am Mittwoch abermals betont, seine Gewerkschaft werde einer Schlichtung nur zustimmen, wenn deren Tarifautonomie als Einzelgewerkschaft gesichert sei. Die GDL hatte den aktuellen Streik am Dienstag im Güterverkehr begonnen, seit Mittwoch wurde auch im Personenverkehr gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen waren ohne Endzeitpunkt angekündigt worden, am reisestarken Pfingstwochenende drohten damit massive Behinderungen.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/DJ/rts

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