Wirtschaft

Klagewelle wegen Glyphosat Bayer strebt wohl Milliardenvergleich an

Über 18.400 Kläger gehen in den USA rechtlich gegen Bayer vor: Die mit der Übernahme von Monsanto zusammenhängende Glyphosat-Klagewelle macht dem Konzern schwer zu schaffen. Jetzt könnte ein Vergleich den Klägern mehrere Milliarden Dollar bringen.

Der wegen Tausender Glyphosat-Klagen unter Beschuss stehende Bayer-Konzern strebt nach einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg einen Milliarden-Vergleich in den USA an. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern schlage eine Zahlung von bis zu 8 Milliarden US-Dollar (7,15 Milliarden Euro) vor, um die Klagen der zuletzt 18.400 Kläger beizulegen, heißt es unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Ein Bayer-Sprecher wollte zu "Gerüchten und Spekulationen" keine Stellung nehmen. Es würde allerdings noch Monate dauern, eine solche Einigung unter Dach und Fach zu bringen.

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Die Berichte über einen möglichen Vergleich in den Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup trieben den Kurs der Bayer-Aktie steil nach oben. In der Spitze stieg er um 11 Prozent auf gut 70 Euro - den höchsten Stand seit Anfang März. Zuletzt betrug das Plus noch knapp 8 Prozent auf 67,93 Euro. Seit der Übernahme von Monsanto, dem Hersteller des Glyphosat enthaltenden Unkrautvernichters Roundup, vor 14 Monaten haben Bayer-Aktien ein Drittel an Wert verloren.

Monsanto steht im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA, in denen die Kläger glyphosathaltige Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen. Drei Mal wurde das Unternehmen deswegen in den USA schon verurteilt. Die zunächst verhängten Strafen und Schadenersatzzahlungen wurden jeweils deutlich gesenkt.

Quelle: n-tv.de, agr/DJ/dpa

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