Wirtschaft

Kampf um Mediaset Berlusconi streitet sich mit Vivendi

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Seit Monaten mit Vivendi im Clinch: Silvio Berlusconi.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Silvio Berlusconi setzt sich gegen die französische Mediengruppe Vivendi zur Wehr. Italiens ehemaliger Ministerpräsident befürchtet ein Zurückdrängen seiner Familie durch eine feindliche Übernahme. Auch die Regierung in Rom wird unruhig.

Der Streit zwischen der Mediengruppe Vivendi und Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi um Mediaset gewinnt an Schärfe. Während Vivendi seinen Anteil an dem italienischen Medienunternehmen auf 20 Prozent aufstockte, erhöhte Berlusconis Holding Fininvest ihrerseits die Beteiligung auf knapp 40 Prozent.

Berlusconi warnte den französischen Konzern, er werde sich gegen ein Zurückdrängen seiner Familie bei Mediaset zur Wehr setzen. Fininvest befürchtet, dass die Franzosen eine feindliche Übernahme planen. Auch die Regierung in Rom zeigte sich alarmiert.

Industrieminister Carlo Calenda sagte, Mediaset arbeite in einem strategisch wichtigen Sektor: "Die Regierung wird die Lage aufmerksam beobachten." Anfang der Woche hatte Vivendi erklärt, rund drei Prozent an dem von Berlusconi beherrschten Unternehmen zu halten und diesen Anteil "für den Anfang" auf zehn bis 20 Prozent ausbauen zu wollen.

Berlusconis Holding Fininvest betonte, die Franzosen hätten eine feindliche Übernahme im Sinn. Die Mediaset-Aktie legte am Mittwoch um 1,0 Prozent zu, nachdem sie am Vortag um 32 Prozent nach oben geschossen war.

Medienfirmen unter Druck

Mediaset und Vivendi liegen seit Monaten im Clinch. Im Juli hatten die Franzosen eine verbindliche Vereinbarung zur Komplettübernahme der Mediaset-Sparte "Premium" platzen lassen. Berlusconi sagte nun, Vivendi habe damit nicht gerade "die großartigste Visitenkarte" vorgelegt.

Vivendi hat bereits schrittweise 24 Prozent an der Telecom Italia erworben. Einige Analysten gehen deshalb davon aus, dass der französische Konzern die beiden italienischen Unternehmen vereinen will. Vivendi-Chef Vincent Bollore hat das Ziel, eine europäische Mediengruppe aufzubauen.

Der Streit gilt Experten als Beleg für den hohen Druck auf europäische Medien- und Telekomfirmen, den Markt durch Fusionen zu bereinigen. Denn die Konzerne sehen sich immer stärker im Wettbewerb mit Online-Anbietern wie dem TV-Streamingdienst Netflix oder dem Internet-Händler Amazon.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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