Wirtschaft
Im Vergleich zum Euro sank das Pfund auf den tiefsten Stand seit 2013.
Im Vergleich zum Euro sank das Pfund auf den tiefsten Stand seit 2013.(Foto: imago/Christian Ohde)
Dienstag, 05. Juli 2016

Krise am Immobilienmarkt: Britisches Pfund rauscht in die Tiefe

Aufregung am Devisenmarkt: Nach der Schließung von zwei britischen Immobilienfonds fällt das Pfund Sterling auf neue Rekordtiefs. Nicht nur in Bezug auf den Immobilienmarkt wachsen die Sorgen - auch bei britischen Firmen greift der Pessimus um sich.

Im freien Fall befindet sich das britische Pfund und markiert ein neues Rekordtief nach dem anderem. Bereits am frühen Nachmittag markierte das Pfund Sterling ein neues 31-Jahres-Tief. Doch danach kam die Talfahrt nochmal Schwung auf: Das Pfund rutschte unter die Marke von 1,31 Dollar und markierte bei 1,3055 Dollar einen weiteren Tiefpunkt.

Auslöser war die erneute Schließung eines britischen Immobilienfonds. Nach Standard Life betraf es diesmal den Versicherer Aviva. Dies erhöht die Sorgen in Bezug auf den britischen Immobilienmarkt und die Konjunktur in Großbritannien nach dem Brexit-Votum zum Austritt aus der EU, heißt es zur Begründung.

"Der Fall auf neue 31-Jahres-Tiefs entpuppt sich nun als nachhaltig", sagte ein Marktteilnehmer mit Blick auf den Cable-Handel. Ein anderer Händler sagt, das Wirtschaftsklima in Großbritannien habe sich laut der letzten YouGov-Umfrage bereits merklich eingetrübt. Der Anteil der Unternehmen, die jetzt pessimistisch in Zukunft blickten, habe sich von 25 auf fast 50 Prozent verdoppelt.

Aktienmärkte reagieren empfindlich

"Anleger haben Sorgen vor den politischen Unsicherheiten in Großbritannien", sagte Analystin Sonja Marten von der DZ Bank. Am Montag hatte der Parteichef der UKIP, Nigel Farage, seinen Rücktritt angekündigt. Der 52-Jährige war neben dem früheren Londoner Bürgermeister Boris Johnson das prominenteste Gesicht in der Brexit-Kampagne und hatte sich für den Austritt aus der EU stark gemacht.

Die britischen Konservativen beginnen mit der Auslese ihrer Kandidaten für die Nachfolge des Premierministers David Cameron. Fünf Politiker stehen zur Wahl, ein Sieger soll erst im September feststehen.

Mit dem nachlassenden Pfund verloren Dax und Euro-Stoxx-50 jeweils rund 1,5 Prozent auf 9551 und 2817 Punkte. Der britische Leitindex FTSE gab knapp ein halbes Prozent auf 6500 Zähler nach. "An den Börsen ist jetzt wieder Skepsis angesagt", sagte Marktspezialist Jens Klatt von JFD Brokers. Die Unsicherheit bei Anlegern vor allem über die Folgen für die Konjunktur sei groß.

Quelle: n-tv.de

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