Wirtschaft

Berkshire Hathaways größter Deal Buffett schluckt Flugzeug-Zulieferer

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Warren Buffett hat den Betrieb von PCC schon lange bewundert.

(Foto: dpa)

Warren Buffett schlägt wieder zu - diesmal gewaltig. Seiner Firma Berkshire Hathaway gelingt mit dem Erwerb von Precision Castparts Corp (PCC) ihr bislang größter Zukauf. PCC produziert Bauteile wie Gasturbinen für Flugzeughersteller und andere Unternehmen.

Warren Buffett hat seine bislang größte Übernahme eingefädelt: Berkshire Hathaway, die Beteiligungsfirma des US-Starinvestors, schluckt für etwa 37,2 Milliarden Dollar den Flugzeug-Zulieferer Precision Castparts Corp (PCC), wie die Unternehmen mitteilten. In der Bewertung ist eine Schuldenübernahme enthalten, ohne die PCC auf etwa 32 Milliarden Dollar taxiert würde. Der Kaufpreis beträgt 235 Dollar pro Aktie und soll in bar bezahlt werden. Das ist gut ein Fünftel mehr als der Schlusskurs vom Freitag, als der Marktwert von Precision Castparts bei etwa 27 Milliarden Dollar lag.

"Ich habe PCC's Betrieb schon lange bewundert", ließ Buffett verlautbaren. Precision Castparts produziert Bauteile wie Gasturbinen für Flugzeughersteller und andere Industrieunternehmen. Der Firmensitz soll nach dem Eigentümerwechsel in Portland, Oregon, bleiben. Die Aktien des Unternehmens stiegen vorbörslich im New Yorker Handel um fast 19 Prozent.

Die Aktie von Precision Castparts legte getrieben von den Gerüchten im vorbörslichen Handel um fast 30 Prozent auf gut 250 Dollar zu. Nach der Bestätigung des Kaufs verringerte sie ihr Plus auf 19,4 Prozent und notiert mit 231,55 Dollar etwas unter dem Übernahmepreis.

Konsolidierung in der Luftfahrtindustrie

Precision Castparts werde ein Tochterunternehmen von Berkshire und behalte sowohl den Namen als auch die Zentrale in Portland, teilten die beiden Gesellschaften mit. Der Deal soll vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden.

Berkshire ist schon jetzt einer der größten Anteilseigner von Precision Castparts. Mit Stand 30. März hielt die Gesellschaft 3 Prozent an dem Unternehmen, das 1949 in Portland gegründet wurde und zu seinen Kunden Flugzeughersteller wie Airbus oder Boeing zählt. Etwa die Hälfte des Jahresumsatzes erzielt Precision Castparts mit großen Flugzeug- oder Triebwerksherstellern. Der Konzern rüstet aber auch Kraftwerke sowie die Öl- und Gasindustrie aus.

Mit der Übernahme durch Berkshire geht die Konsolidierung in der Luftfahrtindustrie weiter. Die Flugzeughersteller fahren die Produktion hoch, nachdem sie Aufträge für Tausende neue Flugzeuge erhalten haben. Damit setzen sie Zulieferer wie Precision Castparts unter Druck, die Kosten zu senken und in den Ausbau der Produktion zu investieren.

Precision Castparts ist dank einer Reihe von Akquisitionen rasch gewachsen. Die Aktie litt jedoch unter einer Serie von Produktionsproblemen, dem Abbau von Lagerbeständen bei einem der größten Kunden und der Abhängigkeit der Pipeline-Sparte von der Öl- und Gasbranche.

Suche nach großen Akquisitionen

Im vergangenen Monat meldete Precision Castparts für das erste Geschäftsquartal, das im Juni endete, einen Gewinnrückgang um 17 Prozent. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen des Marktes. CEO Mark Donegan sagte zu Analysten, dass die Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie auf niedrigem Niveau verharre.

Buffett strebt schon seit einiger Zeit große Akquisitionen an. Nach seinen Angaben mangelt es aber an interessanten Objekten zu attraktiven Preisen. Mit der Übernahme wandelt sich das Konglomerat Berkshire. Sprudelten einst vor allem die Gewinne aus dem Versicherungsgeschäft, sind es inzwischen jene aus den Bereichen Eisenbahn, Versorgung, Industriebetriebe, Nahrungsmittel und Autohandel. In Deutschland ist Buffett an der Rückversicherung Munich Re beteiligt.

Ihre bisher größte Übernahme tätigte Berkshire im Jahr 2010. Damals kaufte die Holding die restlichen 77 Prozent der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe, die ihr noch nicht gehörten, für 26 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, wne/DJ/dpa