Wirtschaft

Merkels letzter "Autogipfel" Bund will Regionen für Elektro-Ära rüsten

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Zudem erreicht die Bundesregierung 2021 eine wichtige Zielmarke.: Mehr als eine Million Autos auf den Straßen sollen elektrisch oder zumindest teilelektrisch fahren.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Angela Merkel begrüßt die Vertreter der Autoindustrie heute zum letzten Mal, um über die Zukunft des Autostandorts Deutschland zu sprechen. Für die Transformation ins E-Zeitalter sollen dabei eine Milliarde Euro verteilt werden - unter anderem soll das Geld den Zuliefererregionen helfen.

Die Bundesregierung will noch vor der Bundestagswahl den geplanten "Zukunftsfonds" für die Automobilindustrie auf den Weg bringen und eine Milliarde Euro bereitstellen. Bis zu 380 Millionen Euro sollen in die vom Strukturwandel besonders betroffenen Regionen fließen. Das empfiehlt der Expertenbeirat des Autogipfels bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in seinem Abschlussbericht, der dem "Handelsblatt" vorliegt.

"Es gibt 70 Cluster in Deutschland, von denen 20 bis 30 potentielle Problemfälle sind", sagte der Co-Vorsitzende des Gremiums, Professor Jens Südekum von der Universität Düsseldorf, dem "Handelsblatt". "Sie sind geprägt von vielen kleinen Zulieferern, die bisher stark auf die Verbrennertechnologie fokussiert sind und noch keine Strategie für die Zukunft entwickelt haben."

Sie sollen sich um durchschnittlich 2 bis 3 Millionen Euro im Jahr bewerben können, um gemeinsam mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Arbeitsagenturen sogenannte "Transformationsagenturen" aufzubauen, so Südekum.

Zu den Regionen, die bereits Anträge vorbereitet haben, gehören laut Südekum das Saarland, Südwestfalen und Südost-Niedersachsen. Darüber hinaus wollen sich 23 weitere Regionen und Kommunen bewerben, darunter Sachsen-Anhalt, Leipzig, Südwestsachsen, aber auch Berlin, Köln, Heilbronn und Reutlingen sowie das Rheinische Revier und Mittelhessen.

Weitere 410 Millionen Euro soll die Bundesregierung laut Expertengremium bereitstellen, um die Digitalisierung der Branche zu fördern, wozu auch neue Betriebssysteme für Autos gehören oder autonome Fahrfunktionen. "Das zentrale Thema für die erfolgreiche Transformation ist die Digitalisierung", resümiert Südekum, "unabhängig von der künftigen Antriebsform." Weitere Fördermittel empfiehlt das Gremium für die Umstellung der Fertigungstechniken hin zu elektrischen Antrieben und einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ

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