Wirtschaft

Größter Preisanstieg bei Häusern Der Traum vom Eigenheim wird immer teurer

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Auch auf dem Land müssen Immobilienkäufer tiefer in die Tasche greifen.

(Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg)

Wer sich Ende letzten Jahres eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, muss dafür im Schnitt rund acht Prozent mehr auf den Tisch legen als noch 2019. Vor allem Häuser werden teurer - auch auf dem Land. Sozialwohnungen für Menschen mit niedrigen Einkommen gibt es hingegen immer weniger.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland ziehen immer weiter an: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die Preise im vierten Quartal des vergangenen Jahres 8,1 Prozent über dem Vorjahresquartal. Im Vergleich zum dritten Quartal 2020 stiegen die Preise für Wohnungen und Häuser demnach um 2,6 Prozent. Der Trend setze sich "trotz der andauernden Corona-Pandemie" fort, erklärten die Statistiker.

Besonders Ein- und Zweifamilienhäuser wurden demnach teurer - sowohl in den sieben größten Metropolen (plus 12,1 Prozent) als auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen (plus elf Prozent), dichter besiedelten ländlichen Kreisen (plus 9,8 Prozent) und städtischen Kreisen (plus 7,0 Prozent). Eigentumswohnungen verteuerten sich ebenfalls, allerdings weniger deutlich als Häuser. Den größten Preisanstieg gab es hier in dichter besiedelten ländlichen Kreisen (plus 8,9 Prozent).

Weniger Sozialwohnungen in Deutschland

Für Menschen mit geringen Einkommen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, könnte sich die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren noch verschärfen. Die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig - und dieser Trend dürfte einer Studie zufolge anhalten. Bundesweit werde der Bestand bis 2030 weiter schrumpfen, heißt es in einer Untersuchung des auf Analysen im Immobilienmarkt spezialisierten Beratungsunternehmens Bulwiengesa, über die der "Spiegel" berichtete. Unter 26 untersuchten Städten wird demnach für Bonn der stärkste Rückgang vorhergesagt, nämlich um 60 Prozent.

Bereits von 2011 bis 2019 gab es der Untersuchung zufolge in einigen Städten einen dramatischen Rückgang. So sei der Bestand an Sozialwohnungen in Leipzig um 90 Prozent und in Dresden um 89 Prozent eingebrochen. Viele Städte seien aus der Wohnraumförderung ausgestiegen, ganze Blocks seien an Investoren verkauft worden. Zuwächse hätten im fraglichen Zeitraum lediglich zwei Städte verzeichnet, berichtete der "Spiegel": Münster mit 7,1 Prozent und Mainz mit 9,6 Prozent.

Im Durchschnitt hätten die 26 untersuchten Städte in den neun Jahren drei Sozialwohnungen pro 1000 Einwohner fertiggestellt. Spitzenreiter war demnach Hamburg mit einem Wert von 9,9. Sozialverbände und der Deutsche Mieterbund beklagen seit Langem einen eklatanten Mangel an Sozialwohnungen. Im Februar gab er Mieterbund die Zahl der nur mit Wohnberechtigungsschein anmietbaren Wohnungen mit gut 1,1 Millionen an. In den 80er-Jahren waren es demnach fast drei Millionen gewesen.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP

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