Wirtschaft

Abbey Life steht zum Verkauf Deutsche Bank benötigt Geldregen

94baf09a4b145bb579585a362cb49836.jpg

Die Deutsche Bank braucht dringend Geld.

(Foto: REUTERS)

Die Deutsche Bank ist derzeit knapp bei Kasse. Um seine Kapitaldecke zu vergrößern, will sich das Geldinstitut von Abbey Life trennen. Für die britische Deutsche-Bank-Tochter gibt es bereits Interessenten. Unter ihnen ist die Phoenix Group Holding.

Die Deutsche Bank will offenbar mit einem Verkauf von Abbey Life ihre Kapitaldecke aufpolstern. Wie ein Insider sagte, soll der Verkauf drei Milliarden Pfund in die Kasse spülen. Zu den Interessenten zähle die Phoenix Group Holding, der größte Anbieter von Versicherungsdienstleistungen in Großbritannien.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 11,48

"Die Deutsche Bank will sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren", erklärte der Insider. Eine finale Entscheidung werde aber erst dann getroffen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Kapitalanforderungen an die Deutsche Bank präzisiert hat. Der Verkauf würde sich lohnen. Ursprünglich hatte der Dax-Konzern vor Ausbruch der Finanzkrise Abbey Life für rund eine Milliarde Pfund gekauft.

Der warme Geldregen käme der Deutschen Bank mehr als gelegen. Sie gehört mit einer harten Kernkapitalquote (CET1) von rund elf Prozent zu den Schlusslichtern im europäischen Vergleich. Eine Kapitalerhöhung, um die Decke aufzupolstern, kommt für die Bank aber nicht infrage. Dies wäre ein Glaubwürdigkeitsverlust, nachdem die Bank im Anschluss an die bisherigen Kapitalerhöhungen erklärt hatte, über den Berg zu sein.

Stattdessen geht der neue Vorstandschef, John Cryan, einen anderen Weg. Er will die Dividende kürzen oder gar streichen. Das ist für die Aktionäre, deren Aktie sich seit dem Hoch bei 102 Euro im Jahr 2007 inzwischen geviertelt hat, ein weiterer Schlag. Doch die Bank braucht das Geld. Mit einer Streichung der Dividende würde sie mehr als eine Milliarde Euro einsparen.

Analysten rechnen mit Kapitalerhöhung

Aber auch nach einer Streichung der Dividende bleibt es knapp in der Kasse. Die Citigroup-Analysten Andrew Coombs und Nicholas Herman erwarten daher, dass die Bank nach einer gewissen Schamfrist doch das Kapital erhöhen muss. Sie rechnen damit aber nicht vor 2016. Bis dahin müssten die Kostensenkungen und die Strategie umgesetzt werden. Die Analysten halten eine Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu sechs Milliarden Euro für möglich.

Teil der Strategie von Vorstandschef Cryan ist es, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Deutsche Bank müsse nicht alles für jeden sein, hatte er gleich zu Amtsbeginn gesagt. Daher wäre der Verkauf von Abbey Life ein logischer Schritt. Das Unternehmen sichert für Versicherer das Risiko bei Lebensversicherungen ab. Damit sich diese für die Versicherungen lohnen, dürfen die Versicherten nicht zu alt werden. Werden sie es doch, schlägt dieses Risiko für die Versicherer negativ zu Buche. Daher sichern sie sich selbst bei Anbietern wie Abbey Life ab.

Obwohl das Geschäft an sich lukrativ ist, hat es für die Deutsche Bank auch Schattenseiten. Wie in dem Geschäftsbericht vom vergangenen Jahr zu lesen ist, waren ungünstige Marktwertbewegungen von Garantien und im Versicherungsportfolio von Abbey Life eine Belastung. Diese könnte die Deutsche Bank bald los werden.

Quelle: ntv.de, wne/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.