Wirtschaft
Altlasten aus der Vergangenheit: Im CDS-Skandal kann die Deutsche Bank Rechtsrisiken mit der Beteiligung an einem Vergleich belegen.
Altlasten aus der Vergangenheit: Im CDS-Skandal kann die Deutsche Bank Rechtsrisiken mit der Beteiligung an einem Vergleich belegen.(Foto: REUTERS)
Samstag, 17. Oktober 2015

Preisabsprachen unter Großbanken: Deutsche Bank steuert 120 Millionen bei

Die Vereinbarung steht, jetzt zeigen die Details: Deutschlands größtes Kreditinstitut beteiligt sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an einer milliardenschweren Vereinbarung, mit der die Geldhäuser ein peinliches Kapitel abschließen wollen.

Im Rechtsstreit mit Investoren über Preisabsprachen bei Kreditausfallversicherungen (CDS) muss die Deutsche Bank in den USA 120 Millionen Dollar (rund 105,7 Millionen Euro) überweisen. Das geht aus den vor dem Wochenende in New York vorgelegten Gerichtsdokumenten hervor, die erstmals Details zu einer umfassenden Vergleichsvereinbarung nennen. Auf den Vergleich selbst war die Deutsche Bank - zusammen mit weiteren namhaften Branchenschwergewichten - bereits vor mehr als einem Monat eingegangen.

Ein Dutzend internationale Großbanken hatten sich dabei einer Vereinbarung angeschlossen, die insgesamt Zahlungen von 1,86 Milliarden Dollar an die Seite der Kläger vorsehen. Den nun bekanntgemachten Details zufolge steuert JPMorgan mit 595 Millionen Dollar den höchsten Beitrag bei, gefolgt von Morgan Stanley (230 Millionen), Barclays (178 Millionen) und Goldman Sachs (164 Millionen).

Zum Nachteil der Investoren

Die klagenden Anleger hatten den Geldhäusern vorgeworfen, infolge der Absprachen unter den beteiligten Banken im Zeitraum von Ende 2008 bis Ende 2013 unfaire Preise für CDS gezahlt zu haben. Kreditausfallversicherungen sind Verträge, die Investoren gegen das Risiko schützen, dass Kredite oder Anleihen nicht mehr rückgezahlt werden können.

Mit der Vergleichsvereinbarung können die betroffenen Banken ein schwieriges Kapitel abschließen und womöglich deutlich höhere Strafzahlungen im Fall einer Verurteilung vor Gericht abwenden. Als Schuldeingeständnis können solche Vergleichszahlungen in der Regel nicht gelten. Allerdings deutet die Höhe darauf hin, dass die Banken durchaus Risiken sahen, im Fall einer weiteren juristischen Aufarbeitung zu unterliegen.

Internationale Absprachen

Der Vereinbarung waren schwierige Verhandlungen unter Beteiligung zahlreicher Rechtsabteilungen in den betroffenen Banken vorausgegangen. Schon allein die Anzahl der beteiligten Kreditinstitute deutet auf die Größe und Komplexität des nun festgezurrten Vergleichs hin.

Neben den US-Schwergewichten und der Deutschen Bank beteiligten sich auch BNP Paribas, HSBC, Royal Bank of Scotland sowie die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse an der Zahlung. Die Credit Suisse zum Beispiel trägt allein 159 Millionen Dollar zu dem Vergleich bei - und damit deutlich mehr als die Deutsche Bank.

(Hinweis für Mobilnutzer: Die Infografik zur Höhe der Zahlungen im CDS-Streit finden Sie hier.)

Quelle: n-tv.de

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