Wirtschaft

Vor Weltklimakonferenz in Marokko Deutsche Firmen fordern mehr Klimaschutz

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Die Zukunft ders Stromgewinnung aus Braunkohle gehört zu den am heftigsten umstrittenen Themen bei den Klimaschutzvorhaben der Bundesregierung.

(Foto: imago/Rainer Weisflog)

Aus Rücksicht auf die Wirtschaft geht die Politik den Klimaschutz oft nur halbherzig an. Wirtschaftspolitiker nannten die Pläne der Bundesregierung dazu einen "Horrorkatalog". Viele Konzerne erhoffen sich aber positive Impulse von konkreten Klimaschutzzielen.

Kurz vor entscheidenden Gesprächen über den deutschen Klimaschutzplan kommt nun auch seitens der Wirtschaft Druck auf die Bundesregierung, eine Einigung zu erzielen. In einem gemeinsamen Brief von knapp 40 Unternehmen verlangen diese, dass die Zusagen vom Weltklimagipfel von Paris nun auch in eine nationale Strategie gegossen werden müssten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

"Für Unternehmen und Investoren ist von hoher Bedeutung, dass der Klimaschutzplan eindeutige Signale gibt, dass die in Paris gemachten Zusagen umgesetzt werden", heißt es in dem Aufruf. Zu den Unterzeichnern zählen die Commerzbank und der Baukonzern Hochtief, die Energieversorger EnBW und MVV Energie, aber auch der Handelsriese Metro, die Deutsche Telekom und die Sportartikelhersteller Adidas und Puma.

100 Prozent Erneuerbare als Ziel

Die Unternehmen fordern für jeden Wirtschaftszweig, wie zum Beispiel Verkehr, Landwirtschaft und Bau, jeweils klare Klimaziele. Diese müssten vorgeben, wie viel Kohlendioxid dort bis 2030 noch ausgestoßen werden darf. "Nur so können neue Geschäftsmodelle und konkrete Pläne zur Dekarbonisierung entwickelt werden", mahnen die sie. Klare Signale seien entscheidend, "damit sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten können". Ziel müsse der rasche Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien sein.

Innerhalb der Bundesregierung wird derzeit hart um einen Kompromiss für den Klimaschutzplan gerungen. Der Wirtschaftsflügel der Union hatte zuletzt Vorbehalte gegen die darin enthaltenen Vorschläge geäußert und von einem "Horrorkatalog" gesprochen.

Der Klimaschutzplan soll Leitlinien festlegen, wie Deutschland bis Mitte des Jahrhunderts aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Kohle und Gas aussteigen kann. Die Strategie soll kommende Woche beim Klimagipfel in Marrakesch präsentiert werden, damit Deutschland als Klimamusterschüler nicht blamiert dasteht. Diesen Mittwoch soll er im Kabinett verabschiedet werden.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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