Wirtschaft

Protokolle nicht weitergeleitet? Deutscher Bank droht neuer Ärger in den USA

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Deutsche Bank soll der US-Finanzaufsicht auffällige Transaktionen verschwiegen haben. Nun prüfen die Behörden, ob sich das Geldinstitut damit strafbar gemacht hat. Bei den Transaktionen gibt es offenbar auch eine Verbindung zu US-Präsident Trump und dessen Schwiegersohn.

Der Deutschen Bank droht einem Medienbericht zufolge neuer Ärger in den USA. Die dortigen Behörden untersuchten, ob sich das Frankfurter Geldhaus an die Anti-Geldwäsche-Gesetze halte, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf sieben mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Geprüft werden solle unter anderem, wie die Bank mit Berichten von Mitarbeitern über möglicherweise problematische Transaktionen umgegangen sei. Einige dieser Transaktionsprotokolle stünden im Zusammenhang mit US-Präsident Donald Trump und dessen Schwiegersohn und Berater Jared Kushner. Auch andere Banken würden untersucht. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Er sagte lediglich, dass das Geldhaus bei den Untersuchungen weiter kooperieren wolle.

Die "New York Times" hatte im Mai berichtet, Mitarbeiter der Deutschen Bank hätten einige Transaktionen der Finanzaufsicht melden wollen. Führungskräfte hätten dies aber abgelehnt. Dem Bericht zufolge hatte etwa im Sommer 2016 eine Kontrollsoftware bei Konten der Immobilienfirma Kushners ungewöhnliche Transaktionen nach Russland entdeckt. Die Bank habe aber entschieden, die Berichte nicht an das US-Finanzministerium weiterzuleiten.

Eine Kontrolleurin wirft der Bank der "New York Times" zufolge vor, sie versetzt und schließlich entlassen zu haben, um sie zum Schweigen zu bringen. Die Bank und Trump wiesen den Bericht damals zurück. Die Finanzen von Trump werden bereits vom US-Kongress und den Behörden des Bundesstaates New York durchleuchtet.

Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach einer Serie von Pleiten, die der Immobilienmogul in den 90er Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City hingelegt hatte, machten die meisten großen Banken einen Bogen um ihn. Die Deutsche Bank war hingegen bereit, ihm aus der Patsche zu helfen. Sie lieh Trump laut US-Medienberichten insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar, nach heutigem Wert rund 1,8 Milliarden Euro.

Bei seinem Amtsantritt im Januar 2017 schuldete Trump der Deutschen Bank der "New York Times" zufolge mehr als 300 Millionen Dollar. Wieviel es heute noch sind, ist unklar.

Quelle: n-tv.de, jpe/rts/AFP

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