Wirtschaft

Beim Personal herrscht Frust EVG-Chef: Hoffnung auf Besserung ist eine Illusion

113529123.jpg

Die Probleme haben sich nach Kirchners Darstellung über viele Jahre aufgebaut.

(Foto: picture alliance/dpa)

Fehlende Kapazitäten bei der Infrastruktur, den Zügen und beim Personal sorgen laut EVG-Vorsitzendem Kirchner für ordentlich Frust. Die Lage sei katastrophal. Genervten Kunden macht er keine Hoffnung.

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Alexander Kirchner sieht die Stimmung beim Personal der Deutschen Bahn durch die Probleme des Konzerns stark getrübt. "Die Lage ist katastrophal. Es herrscht Frust", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Nicht wenige denken: Es wird eh nicht besser. Viele Kollegen haben die Hoffnung verloren."

Die Deutsche Bahn hatte zuletzt ihre selbst gesetzten Ziele bei der Pünktlichkeit klar verfehlt. Zudem mahnte Vorstandschef Richard Lutz im September wegen sinkender Gewinne in einem Brandbrief an die Führungskräfte des Unternehmens eine bessere Zusammenarbeit und strengere Kostenkontrolle an.

Kirchner, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Bahn ist, beschrieb die Lage so: "Es fehlen Kapazitäten bei der Infrastruktur, bei den Zügen und beim Personal. Das führt dazu, dass das System allmählich kippt." Genervten Kunden machte er keine Hoffnung auf schnelle Besserung. "Mit kurzfristigen Maßnahmen im nächsten Jahr wieder auf 80 Prozent Pünktlichkeit zu kommen, ist eine Illusion."

Die Probleme haben sich nach Kirchners Darstellung über viele Jahre aufgebaut. Konzernchef Lutz trage ebenso Verantwortung wie die übrigen Vorstandsmitglieder und die früheren Führungskräfte. "Auch die Politik ist verantwortlich für den desolaten Zustand, den wir jetzt haben", sagte er. Sie habe es "über Jahre" versäumt, das notwendige Geld für die Modernisierung der Infrastruktur bereitzustellen.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

Mehr zum Thema