Wirtschaft

Zu Beginn der Corona-Krise Einzelhandel profitiert von Hamsterkäufen

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Zu Beginn der Corona-Krise deckten sich viele Deutsche auf Vorrat mit wichtigen Lebensmitteln und Hygieneartikeln ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Toilettenpapier, Nudeln, Seife: Dank der Hamsterkäufe verbucht der deutsche Einzelhandel im Februar ein dickes Umsatzplus. Es ist der stärkste Anstieg seit knapp anderthalb Jahren. Experten prophezeien jedoch, dass sich das schon im laufenden Monat drastisch ändern wird.

Die deutschen Einzelhändler haben in der beginnenden Corona-Krise auch dank Hamsterkäufen den stärksten Umsatzsprung seit fast anderthalb Jahren geschafft. Im Februar wuchsen ihre Einnahmen um 7,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Grund war die verstärkte Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth. "Der Lebensmittelhandel realisierte ein deutliches Plus." Dazu trug auch bei, dass der Februar diesmal einen Verkaufstag mehr zählte.

Experten gehen davon aus, dass der Einzelhandel aber künftig heftige Einbußen hinnehmen muss, da viele Geschäfte im Kampf gegen das Coronavirus schließen mussten. "März und April dürften desaströs ausfallen, viele Läden machen keinen nennenswerten Umsatz mehr", sagte Rolf Bürkl vom Konsumforscher GfK. "Auch durch das Internetgeschäft kann das nicht ausgeglichen werden."

Eine Prognose für das Gesamtjahr will Bürkl nicht wagen. "Seriöse Aussagen sind aktuell nicht möglich. Es hängt davon ab, wann die Geschäfte wieder aufmachen können", sagte der Konsumforscher. Die Corona-Krise schlägt mittlerweile auch auf die Verbraucherstimmung durch: Diese ist aktuell so schlecht wie seit der Weltfinanzkrise 2009 nicht mehr, wie die GfK bei ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausfand.

Auch Apotheken profitieren

Zuletzt deckten sich viele Deutsche auf Vorrat mit wichtigen Lebensmitteln und Hygieneartikeln ein. In der letzten Februarwoche schnellte etwa der Absatz von Mehl um 150 Prozent in die Höhe, der von Seife um 122 Prozent und von Teigwaren um 109 Prozent. Bei Toilettenpapier war die Nachfrage zuletzt sogar mehr als drei Mal so hoch wie üblich, bei Desinfektionsmitteln stieg sie auf mehr als das Achtfache.

Politik und Wirtschaftsverbände sehen zwar die Versorgungslage mit Waren des täglichen Bedarfs ungeachtet der Corona-Krise nicht gefährdet. Sie appellierten aber an die Verbraucher, von Hamsterkäufen abzusehen. "Im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren zeigt sich die erhöhte Nachfrage besonders", erklärten die Statistiker mit Blick auf den Februar. Die Branche setzte 10,6 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Dabei kamen Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte sogar auf ein Wachstum von 11,1 Prozent, während der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln 6,6 Prozent mehr in den Kassen zählte.

Die genannten Zuwächse seien "deutlich höher" als in den vergangenen fünf Jahren ausgefallen, betonte das Statistikamt. Auch der Internet- und Versandhandel brummte und steigerte seinen Umsatz um 11,0 Prozent. Ein Wachstum in dieser Höhe sei allerdings "nicht ungewöhnlich und somit nicht eindeutig auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen", so das Bundesamt. "Einen recht deutlichen Einfluss der aufziehenden Krisensituation zeigt allerdings der Umsatzanstieg der Apotheken beziehungsweise des Einzelhandels mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten." Hier gab es ein Plus von 7,8 Prozent.

Quelle: ntv.de, hny/rts

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