Wirtschaft

Software-Panne bei Airbus "Ernsthaftes Qualitätsproblem" beim A400M

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(Foto: REUTERS)

Vor gut zwei Wochen stürzt in Spanien eine Maschine vom Typ A400M ab. Die Modellreihe soll der neue Standard-Militärtransporter etlicher Armeen werden. Doch das Unglück offenbart Defizite bei der Montage. Ungleich besser läuft es indes bei einem Passagier-Modell.

Mehrere Wochen nach dem Absturz eines Militärtransporters A400M in Sevilla hat Airbus Zugang zu den Daten der Flugschreiber erhalten. "Wir haben gestern zum ersten Mal die Ergebnisse sehen können, sie bestätigen unsere interne Analyse", sagte Airbus-Strategiechef Marwan Lahoud dem "Handelsblatt".

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Airbus hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, es gebe kein konstruktives Problem bei der A400M. Die Software für die Steuerung der Motoren sei bei der Endmontage falsch aufgespielt worden. Das habe zum Ausfall der Motoren und damit zum Crash geführt. "Die Black Boxes bestätigen das. Es gibt keine strukturellen Defekte, wir haben aber ein ernsthaftes Qualitätsproblem in der Endmontage", sagte Lahoud. Das sei kein Ruhmesblatt für das Unternehmen.

Für Airbus ist das Ergebnis der Black Box-Auswertung, sollte die Richterin sie bestätigen, trotz des Imageschadens eine Erleichterung. Konstruktive Änderungen an den Turbo-Prop-Motoren, die von einem europäischen Konsortium hergestellt werden, hätten deutlich längere Verzögerungen mit sich gebracht.

A320-Neubau wird ausgweitet

Derweil denkt der Flugzeugbauer angesichts der brummenden Nachfrage nach Airbus-Mittelstreckenjets über einen noch stärkeren Ausbau der Produktion nach. Schon von 2018 an könnten jährlich rund 720 Flugzeuge aus der A320-Modellfamilie die Werke verlassen - das wären gut 40 Prozent mehr als heute. "Die Frage ist eher wann als ob wir die Produktion ausbauen", sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier in Toulouse. Airbus hatte Ende April mehr als 5100 Bestellungen für das Modell A320 und seine weniger Sprit verbrauchende Neuauflage A320neo in den Büchern. 

Bislang ist vorgesehen, die Produktion bis 2017 von derzeit 42 auf 50 Maschinen pro Monat auszubauen. Das Unternehmen prüfe nun aber, künftig sogar mehr als 60 Maschinen pro Monat herzustellen, sagte Verkaufschef John Leahy.

Deutlich trüber sieht die Lage beim größten Modell A380 aus. Chef-Verkäufer Leahy stellte für 2015 zumindest einige neue Bestellungen in Aussicht. Airbus wirbt seit Jahren um neue Kunden für das Flaggschiff. In diesem Jahr will das Unternehmen mit dem Jet erstmals keine Verluste mehr schreiben.

Eine mögliche Neuauflage "A380neo" mit sparsameren Triebwerken bleibt derweil Zukunftsmusik. "Wir müssen das wirtschaftlich betrachten", sagte Brégier. Großkunde Emirates hatte die Modernisierung wiederholt gefordert und für diesen Fall einen weiteren Großauftrag in Aussicht gestellt, doch Airbus scheut bislang die hohen Entwicklungskosten.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/dpa

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