Wirtschaft

Dickes Minus dank Investitionen Funke springt bei Tesla schwer über

Tesla baut die Straßen-Spielzeuge für die Reichen. Und die greifen bei den Produkten des Elektro-Pioniers zu. Allerdings weniger stark als vom Unternehmen selbst erwartet. Und so muss die Prognose angepasst werden. Und auch sonst grummeln Anleger.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla verdient weiter kein Geld. Vielmehr haben Investitionen in zukünftige Projekte das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Allein im zweiten Quartal verdreifachte sich der Nettoverlust. Immerhin: Die Einnahmen legten auf Jahressicht um ein Viertel auf 955 Millionen US-Dollar zu. Doch die Einführung des SUVs Model X und einer Fabrik für Hochleistungsakkus in Nevada, deren Eröffnung für 2016 vorgesehen ist, drückten auf das Ergebnis.

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Unter dem Strich weitete sich der Nettoverlust von 62 Millionen auf 184 Millionen Dollar aus. Beim operativen Verlust übertraf das in Palo Alto ansässige Unternehmen allerdings komfortabel die Markterwartungen: Das Minus belief sich auf 61 Millionen Dollar oder 48 Cent je Aktie. Analysten hatten mit 60 Cent je Anteilsschein gerechnet.

Nach der Hälfte des Geschäftsjahres kürzte Tesla Motors seine Prognose auf 50.000 bis 55.000 Fahrzeuge zusammen. Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, in diesem Jahr 55.000 Einheiten auszuliefern. Das wären fast 75 Prozent mehr als 2014. Zudem warnte der Autobauer, dass die Bruttomargen im dritten Quartal niedriger ausfallen könnten. Firmenchef Elon Musk rechnet im nächsten Jahr mit einer weiteren Steigerung auf 83.000 bis 93.000 Fahrzeuge. Ausschlaggebend für den Erfolg dürfte die Markeinführung des Sportwagens Model X sein.

Hoffen auf Modell X

Im zweiten Quartal hatte Tesla 11.532 Fahrzeuge und damit gut die Hälfte mehr ausgeliefert. Das Unternehmen rechnet mit einer ähnlichen Zahl für das am 30. September endende dritte Quartal und will mit den Auslieferungen von Model X zum Quartalsende beginnen.

Am Aktienmarkt gaben die Papiere nachbörslich drei Prozent nach. Aus dem regulären Handel am Mittwoch gegangen waren sie mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent bei 270,13 Dollar. Grund für den Abschlag waren weniger die reinen Geschäftszahlen als vielmehr der Aussagen zum Finanzbedarf.

Denn angesichts der geplanten Vorhaben könnte eine erst kürzlich ausgehandelte Kreditlinie über 500 Millionen Dollar auf 750 Millionen ausgeweitet werden, sagte Finanzchef Deepak Ahuja. Das reiche für die geplanten Investitionen in die Werke in Kalifornien und Nevada. Darüber hinaus gebe es aber weiteren Finanzbedarf, ergänzte Firmenchef Musk, ohne näher darauf einzugehen. Die Bargeldreserven fielen Ende Juni auf 1,15 Milliarden Dollar. Ende Dezember hatte der Elektroautobauer noch 1,9 Milliarden Dollar in der Kasse.

Große Hoffnungen setzt Tesla in das neue Geschäft mit Batterien für Häuser und Geschäfte. Die Erlöse mit den Stromspeichern könnten im kommenden Jahr 400 bis 500 Millionen Dollar erreichen, sagte Musk. 2017 könnten es bereits "mehrere Milliarden Dollar" sein.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts

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