Wirtschaft

Westwing über Einrichtungshype "Ganz so crazy wird es nicht weitergehen"

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Der Online-Händer für Möbel und Wohnaccessoires hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose angehoben.

(Foto: imago/foto2press)

Der Online-Möbelhändler Westwing gehört zu den unerwarteten Corona-Gewinnern. Im April und Mai boomt das Geschäft - die Deutschen sitzen zu Hause und machen es sich gemütlich. Wie nachhaltig das Wachstum ist und wie Westwing den Ansturm bewältigt, erzählt Co-Gründer Smalla.

Es gibt einen überraschenden Gewinner der Corona-Krise: den Online-Möbelhandel. Um 25 Prozent wuchs im April und Mai das Geschäft - die Deutschen saßen zu Hause und machten es sich gemütlicher und schöner. Und noch immer steigen die Umsätze. Einer der Profiteure ist der Onlinehändler Westwing aus der Startup-Schmiede Rocket Internet, der mit seinen Shoppingclubs Möbel, Deko- und Wohnaccessoires anbietet.

"Der Boom hat mich überrascht, alles andere wäre vermessen", sagt Stefan Smalla, der Co-Gründer und CEO von Westwing im Podcast "Die Stunde Null". "Insgesamt haben viele Kunden das erste Mal E-Commerce für Produkte aus dem Bereich Home & Living ausprobiert, und nach allem, was wir sehen können, bleiben die dabei."

Die Verlagerung zu E-Commerce sei nachhaltig. "Das wird jetzt sicherlich nicht so crazy wie im zweiten Quartal weitergehen", sagte der Westwing-Chef. Es habe aber einen "Baseline Shift" gegeben. Im zweiten "Shutdown"-Quartal waren die Umsätze von Westwing um 91 Prozent regelrecht explodiert - diese Zuwachsraten haben sich zwar abgeflacht, aber noch immer brummt das Geschäft. "In allen Ländern und Märkten verkaufen wir deutlich mehr", berichtet Smalla.

Für das gesamte Jahr 2020 erwartet Smalla, dessen Co-Gründerin Delia Lachance seit März in einer Babypause ist, Umsätze zwischen 370 und 400 Millionen Euro nach 267 Millionen Euro in 2019. Das wäre ein Zuwachs von stolzen 40 bis 50 Prozent. Das Ergebnis, erwartet Smalla, soll nach einem Verlust 2019 bei 20 bis 30 Millionen Euro liegen. Das gute Geschäft spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder, die Aktie kratzt an der 20-Euro-Marke, nachdem sie zwischenzeitlich auf 1,80 Euro gefallen war.

Westwing musste zahlreiche Mitarbeiter einstellen, um den Ansturm zu bewältigen. Der Online-Shoppingclub für Möbel und Wohnaccessoires aus dem Reich von Rocket Internet wurde 2011 gegründet und bietet jeden Tag eine neu kuratierte Auswahl an Produkten, 90 Prozent der Kunden sind Frauen.

Hören Sie jetzt in der neuen Folge von "Die Stunde Null": Warum Gründer Stefan Smalla mit einem neuen Mitarbeiter neulich zwei Stunden spazieren war. Ob es bestimmte Renner und Trends im Shutdown gab. Wie Westwing weiter expandieren will - und ob 90 Prozent Frauenanteil so bleiben kann.

"Die Stunde Null" finden Sie direkt bei Audio Now, bei Apple oder Spotify oder über Google.

Quelle: ntv.de, ddi