Wirtschaft

5 statt 50 Dollar pro Stunde Hungerlöhne bei Tesla?

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Ein Arbeiter kontrolliert die Lackierung bei einem Tesla Modell S.

(Foto: REUTERS)

Der Elektroautopionier Tesla sieht sich mit schweren Lohndumping-Vorwürfen konfrontiert. Arbeiter in einem Werk in Kalifornien sollen für lediglich fünf Dollar die Stunde arbeiten. Tesla sieht sich nicht rechtlich, aber moralisch in der Pflicht.

Schlechte Arbeitsbedingungen beim Apple-Zulieferer Foxconn im fernen China schocken nicht mehr, aber Ausbeutung von Arbeitern in Kalifornien, und das beim Nobelautohersteller Tesla, das lässt aufhorchen. Wie die US-Zeitung "Mercury News" berichtet, arbeiten beim Elektroautopionier im kalifornischen Fremont Arbeiter für nur fünf Dollar die Stunde - branchenüblich sei mehr als das Zehnfache, heißt es.

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Wie das Blatt schreibt, handelt es sich bei den Arbeitern um Osteuropäer. Sie sollen nicht bei Tesla direkt, sondern bei einem Subunternehmer des deutschen Zulieferers Eisenmann unter Vertrag stehen. Ihr Auftrag sei es, eine neue Lackierfabrik in Fremont schlüsselfertig hochzuziehen. Der Bau sei im vergangenen Jahr bei Eisenmann in Auftrag gegeben worden, heißt es weiter.

Öffentlich bekannt wurde das Lohndumping offenbar durch einen Betriebsunfall. Einer der Beschäftigten wurde demnach bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt. Laut Mercury News stürzte er neun Meter tief durch eine Fabrikdecke. In dem anschließenden Schadensersatz-Prozess sei ans Licht gekommen, dass die Arbeiter in 10-Stunden-Schichten bis zu sieben Tage die Woche für einen Monatslohn von 900 Dollar arbeiteten, schreibt das Blatt weiter.

Sowohl Tesla, als auch Eisenmann weisen jegliche Schuld von sich. Ein Subunternehmer, der einen Subunternehmer beschäftige, verstoße nicht gegen geltendes Recht. Verantwortlich im Sinne des Gesetzes sei das slowenische Unternehmen Vuzem, bei dem die Arbeiter beschäftigt seien. Tesla und Eisenmann räumten jedoch beide ein, dass es sich hier nicht nur um eine rechtliche, sondern auch um eine moralische Frage handele. Beide wollen den Vorwürfen nachgehen.

Mercury News schreibt, es sei nachvollziehbar, wenn Tech-Unternehmen Subunternehmer beschäftigten, um Arbeiten auszuführen, auf die das Unternehmen selbst nicht spezialisiert sei. Aber die Konzerne hätten viel zu lange weggeschaut, wenn es darum gehe, wie Arbeiter bei den Subunternehmern behandelt würden. Arbeiter würden aus armen Ländern in die USA geholt, wo sie dann gegen geltende Visa- und Arbeitsbestimmungen für Dumpinglöhne beschäftigt würden. Bei Tesla soll es um 140 Beschäftigte gehen.

Eisenmann kündigte an, zeitnah eine Presseerklärung zu veröffentlichen. Auch Tesla nahm Stellung. Der Autobauer hält die Bezahlung von 5 Dollar je Stunde für "völlig inakzeptabel". Das Management bietet an, sich nachträglich für eine angemessene Bezahlung einzusetzen. Tesla ist nach eigenen Angaben der Arbeitgeber mit den höchsten Stundenlöhnen in der Branche.

Quelle: n-tv.de, ddi

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