Wirtschaft

Flughafen endgültig vom Netz In Tegel geht das allerletzte Licht aus

Der ehemalige Flughafen Berlin-Tegel. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Der ehemalige Flughafen Berlin-Tegel. Dort soll künftig eine Hochschule einziehen, auf dem Gelände sollen Wohnungen gebaut werden.

(Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild)

Dass für Berlin eine Ära endete, wurde schon geschrieben, als der Flughafen Tegel vor sechs Monaten den Betrieb einstellte. Nun naht das endgültige Ende - die Betriebserlaubnis erlischt in der Nacht. Damit kann das nächste Kapitel für das Bauwerk beginnen, das neues Leben erwartet.

Noch könnten Piloten am Himmel über Berlin auf den Flughafen Tegel ausweichen, wenn irgendetwas am neuen Airport BER schiefgehen sollte. Doch diese Möglichkeit fällt in der kommenden Nacht weg, denn dann erlischt die Betriebserlaubnis für Starts und Landungen im Nordwesten der Hauptstadt. Ein halbes Jahr lang musste die Möglichkeit dafür nach der Eröffnung des neuen Flughafens am anderen Ende der Stadt noch aufrechterhalten werden.

Doch schwerwiegende Probleme am einstigen Pannen-Bauwerk BER blieben aus - zumal wegen des Einbruchs bei den Passagierzahlen infolge der Corona-Krise die große Belastungsprobe für den Neuen bisher ausblieb. Reaktiviert werden musste Tegel in den vergangenen Monaten kein einziges Mal. Dass nun, kurz vor dem endgültigen Ende, noch mal ein Airbus oder eine Boeing auf dem Rollfeld im Norden Berlins landet, ist so gut wie ausgeschlossen. "Ab dem 5. Mai ist das Gelände auch im rechtlichen Sinne kein Flughafen mehr", teilte der Betreiber, die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), mit. Bereits am heutigen Dienstag will die FBB erste Gebäude an das Land Berlin übergeben.

Das letzte Passagierflugzeug, eine Air France in Richtung Paris, war in Tegel bereits am 8. November abgehoben. Der Flugbetrieb ist seither eingestellt. Eine Woche zuvor war der neue Flughafen BER in Schönefeld eröffnet worden, über den der Flugverkehr in der Hauptstadtregion seitdem abgewickelt wird. Seit ein paar Monaten dient Tegel als Berliner Impfzentrum in der Corona-Pandemie.

5000 Wohnungen in Holzbauweise entstehen

Bis August sollen nun nach und nach das Gelände und die Gebäude an das Land Berlin übergeben werden. Dann kümmert sich die landeseigene Tegel Projekt GmbH um die Weiterentwicklung des Areals: In das ikonische Hauptterminal des ehemaligen Flughafens soll die Beuth-Hochschule für Technik einziehen. Die Gesellschaft will außerdem rund 5000 neue Wohnungen in Holzbauweise sowie einen Technik- und Industriepark errichten.

Die FBB ist gemäß des Rückgabevertrags aber noch für 2,5 Jahre für sogenannte Altlasten auf dem Gelände verantwortlich: Schadstoffe im Boden oder Fliegerbomben, die bei Bedarf beseitigt werden müssen. "Bisher ist noch kein Handlungsbedarf aufgetreten", teilte die FBB mit.

Die Flughafen-Architektur, die die Berliner heute kennen, ist ein Entwurf der Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg. Baustart war 1970, Einweihung vier Jahre später. Seitdem ist die Zahl der Fluggäste bis zum Einbruch in der Corona-Krise fast kontinuierlich gestiegen und hat Dimensionen erreicht, für die das Gebäude schon lange nicht mehr konzipiert war: Von den rund 36 Millionen Fluggästen in Berlin im Jahr 2019 reisten rund 24 Millionen über Tegel.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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