Wirtschaft

VW schaltet Service-Seite frei Ist Ihr Auto vom Abgas-Skandal betroffen?

9588205682316a76275f061a8a693bcc.jpg

Weltweit sind nach VW-Angaben bis zu elf Millionen Autos von den Abgas-Manipulationen betroffen.

(Foto: AP)

Mit der Fahrzeugnummer können deutsche Kunden von Volkswagen überprüfen, ob ihr Diesel-Auto vom Abgas-Skandal betroffen ist. Der Konzern richtet einen entsprechenden Service ein. Konzernchef Müller wendet sich derweil an die Großinvestoren.

Volkswagen hat die versprochene Aufklärung seiner Kunden gestartet. Auf einer neuen Website können Fahrer von Diesel-Autos ab sofort feststellen lassen, ob ihr Fahrzeug von dem Abgas-Skandal direkt betroffen ist, wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte. Dafür müssen die Kunden die Fahrgestellnummer ihres Autos eingeben.

Gibt man die Nummer ein, erfährt der VW-Kunde, ob sein Auto in einer Werkstatt nachgebessert werden muss. Dies betrifft Fahrzeuge mit einem EA 189 Dieselmotor. VW verweist darauf, dass auf der Seite nur Fahrgestellnummern der Marken Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge überprüft werden können. In Nordamerika gefertigte Autos werden demnach nicht berücksichtigt. Allerdings wird der Service laut Konzern auch in die Internet-Auftritte in anderen Ländern integriert.

"Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung und informieren jeden betroffenen Kunden schnellstmöglich über die geplanten Maßnahmen", verspricht der Autobauer auf der Webseite.

Müller schreibt Top-Investoren

Der neue Konzern-Chef Matthias Müller bat unterdessen die Aktionäre bei der Aufklärung des Abgasskandals um Zeit. "Mir ist bewusst, dass Sie als Aktionäre des Konzerns viele Fragen haben, auf die Sie gern eine Antwort hätten", heißt es in einem Brief Müllers an Top-Investoren. "Ich versichere Ihnen, dass ich Ihnen Antworten geben werde. Dafür bitte ich Sie jedoch, mir Zeit zu geben, um die Hintergründe genau zu erfassen."

Derweil bestätigte die auf deutsches und internationales Kapitalmarktrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei TILP, dass am Donnerstagabend die erste Klage eines Anlegers aus Baden-Württemberg beim Landgericht Braunschweig eingereicht wurde. Der Kläger fordert 20.000 Euro wegen der erlittenen Kursverluste bei seinen VW-Papieren.

VW steht seit Bekanntwerden des Abgasskandals massiv unter Druck. Rund 11 Millionen Fahrzeuge des Konzerns sind betroffen, VW hatte im Zuge dessen 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt und eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der bis dahin amtierende Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn trat zurück. Die VW-Aktie hat in den letzten Wochen mehr als 40 Prozent verloren, entsprechend sorgen Aktionäre in Alarmstimmung und erwarten von dem Wolfsburger Konzern dringend Antworten.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/DJ