Wirtschaft

Bündelung der Lkw-Fertigung MAN baut Stellen ab

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Kündigungen sind nicht vorgesehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Umbau bei MAN: Der Nutzfahrzeugbauer will in Europa nur noch an drei statt vier Standorten Lkw herstellen. Das geht mit Stellenstreichungen einher. Zudem sollen Überschneidungen in der Fertigung der Vergangenheit angehören.

Angesichts magerer Renditen im Nutzfahrzeuggeschäft strafft MAN Insidern zufolge die Lkw-Produktion und will bis zu 2000 Stellen streichen. Der Münchner Konzern werde in Europa künftig nur noch an drei Standorten statt wie bisher an vier seine Lastwagen bauen, sagten zwei Insider.

Kern des neuen Konzepts sei, gleiche Arbeiten nicht mehr an mehreren Orten parallel zu machen. "Wir sind in der Abstimmung in der Zielgeraden", sagte Markus Vogl, Betriebsratschef im österreichischen Steyr. MAN und der Mutterkonzern Volkswagen wollten sich nicht äußern.

Wie es im Umfeld des Unternehmens hieß, sollen die Mitarbeiter Mitte nächster Woche über die Pläne informiert werden. Kündigungen seien im Zuge des Abbaus von 1000 bis 2000 Stellen nicht geplant. Beschäftigte sollten vielmehr andere Arbeitsplätze innerhalb des VW-Konzerns übernehmen. Zudem werde es Angebote für Abfindungen und Regelungen zur Altersteilzeit geben.

MAN Truck & Bus beschäftigt weltweit rund 33.500 Mitarbeiter, in Deutschland sind es etwa 15.200. MAN will laut Insidern Lkw nur noch in München, Steyr und Krakau produzieren aber nicht mehr in Salzgitter. Das dortige Werk werde sich auf Komponenten wie Achsen oder Kurbelwellen konzentrieren. Achsen werden derzeit auch in München gefertigt, ebenso wie Fahrerhäuser. Künftig soll sich das Stammwerk, in dem rund 8300 Menschen arbeiten, auf schwere Lkw-Baureihen wie TGX oder TGS fokussieren. Fahrerhäuser für alle Baureihen werden zurzeit in Steyr gebaut.

Höheres Sparvolumen

Der Abbau von Überschneidungen soll für mehr Effizienz sorgen - und in der Folge Millioneneinsparungen bringen. Im Frühjahr hatte MAN angekündigt, in der Sparte Truck & Bus in den nächsten drei Jahren jeweils 200 Millionen Euro sparen zu wollen - insgesamt also 600 Millionen Euro. Im gesamten MAN-Konzern, zu dem auch das Geschäft mit Großmotoren und Turbinen gehört, soll das Sparvolumen weitaus höher ausfallen. Durch gemeinsamen Einkauf und Entwicklung mit dem ungeliebten schwedischen Konkurrenten Scania, der ebenfalls zum VW-Konzern gehört, sollen die Kosten weiter gesenkt werden.

Im Zuge der Neuordnung der Lkw-Produktion will MAN den Insidern zufolge Millionen in die Werke investieren, um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Wenn die Münchener ihre eigenen Hausaufgaben erledigt hätten, solle die Zusammenarbeit mit Scania forciert werden, hieß es in den Kreisen. VW hat dazu extra eine Lkw-Holding gegründet, um die widerspenstigen Töchter auf eine gemeinsame Linie zu bringen.

Das "Manager Magazin" berichtete, die Umsatzrendite von MAN Truck & Bus solle auf mindestens sechs Prozent erhöht werden. 2014 erzielte die Sparte 1,8 Prozent. Die nur selten rentable Busproduktion hatte MAN bereits ins Ausland verlagert und die in Deutschland verbliebene Fertigung in die Türkei und nach Polen. Dorthin könnte künftig die Produktion von Bus-Chassis aus Salzgitter wandern, hieß es.

Quelle: ntv.de, wne/rts