Wirtschaft

Von Betrug "aus Medien" erfahren Maschmeyer sieht sich als "Cum-Ex"-Opfer

6e8a969bf42522b0b27733dce625e873.jpg

Carsten Maschmeyer fühlt sich von seiner Bank hintergangen.

(Foto: dpa)

Hat sich auch Carsten Maschmeyer mittels "Cum-Ex"-Geschäften auf Kosten der Staatskasse bereichert? Im Untersuchungsausschuss des Bundestags sagt der Investor, er habe von den Geschäften nichts gewusst und sehe sich als Opfer.

Der Finanzinvestor Carsten Maschmeyer hat nach eigener Aussage nie wissentlich in die unter "Cum-Ex"-Geschäften bekannt gewordenen Aktiendeals zulasten der Staatskassen investiert. Vor dem Untersuchungssausschuss des Bundestages zur Aufarbeitung der Deals stellte sich Maschmeyer bei seiner Befragung als Zeuge als Opfer dar. Er habe im Herbst 2012 das erste Mal aus Medien von "Cum-Ex" gehört.

Er verwies darauf, dass schließlich seine Anzeige die Razzia bei der Bank Safra Sarasin ausgelöst habe, mit der die Geschäfte aufgeflogen seien. Er habe vor seiner Strafanzeige Drohbriefe und Morddrohungen erhalten, sagte Maschmeyer. Auch an anderer Stelle habe er als Zeuge zu den umstrittenen Fonds-Geschäften ausgesagt.

Jüngst hatte Maschmeyer erklärt, die Schweizer Bank Safra Sarasin habe "Geld zweckentfremdet und vertragswidrig wohl in einen Cum-Ex-Fonds investiert". Der angebotene Fonds sei ihm damals als reiner Dividendenfonds dargestellt worden, der versichert sei. Steuergestaltungen hätten keine Rolle gespielt.

Missbrauchtes Vertrauen

Zu der Bank habe er ein enormes Vertrauensverhältnis gehabt, er habe Herrn Eric Sarasin seit mehr als 15 Jahren gekannt. Die Bank habe den Schaden weitgehend erstattet. Was mit dem Geld geschehen sei, wisse er bis heute nicht, sagte Maschmeyer dem Ausschuss.

Bei den auch "Dividendenstripping" genannten komplizierten Geschäften wurden Aktien mit (cum) und ohne (ex) Ausschüttungsanspruch um den Dividendenstichtag eines Unternehmens rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Das führte dazu, dass Steuerbescheinigungen für Kapitalertragsteuern mehrfach ausgestellt wurden, die so aber gar nicht gezahlt wurden. Die Behörden kamen dem erst später auf die Schliche.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.