Wirtschaft

Briten "vor schwierigen Zeiten" May warnt vor Brexit-Folgen für Wirtschaft

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Theresa May rechnet mit "Gegenwind" für die Wirtschaft Großbritanniens.

(Foto: imago/i Images)

Der geplante EU-Austritt Großbritanniens wird der Wirtschaft des Landes noch zu schaffen machen, glaubt Premierministerin May - trotz zuletzt versöhnlicher Konjunkturdaten. Dennoch weicht sie vor ihrem Auftritt auf dem G20-Gipfel in China von einem Credo nicht ab.

Das Brexit-Votum wird nach Einschätzung der britischen Regierungschefin Theresa May die heimische Wirtschaft noch eine Weile beschäftigen - im negativen Sinne. "Vor uns liegen schwere Zeiten", sagte May am zu Journalisten auf ihrem Weg zum G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou. Die jüngsten Konjunkturdaten seien zwar nicht so schlecht wie von einigen Experten befürchtet ausgefallen. Daraus könne man aber nicht schließen, dass es keinen Gegenwind geben werde. "Vor uns liegen schwierige Zeiten."

Eine fiskalische Antwort auf das Brexit-Votum hänge von den Konjunkturdaten ab. Im Herbst wolle sich die Regierung zum Etat äußern, wenn sie einen besseren Überblick habe. Die britische Industrie hatte nach dem ersten Brexit-Schock dank des schwächeren Pfund zuletzt viel Boden gut gemacht. Auch die britische Bauwirtschaft erholte sich und die Stimmung bei den Unternehmen in Großbritannien verbesserte sich wieder leicht.

Briten bleiben Befürworter des freien Handels

May betonte vor ihrer Reise nach China zudem, dass Großbritannien in der Weltwirtschaft Befürworter des freien Handels bleiben werde. Ihre Teilnahme am G20-Gipfel ist der erste Auftritt Mays im Kreis der führenden Industrie- und Schwellenländer. In den bilateralen Gesprächen dürften die Pläne der Briten für den Ausstieg aus der EU eine wichtige Rolle spielen. Gleich zum Auftakt war ein Treffen mit US-Präsident Barack Obama geplant.

May verteidigte ihre Entscheidung, den geplanten Neubau des Kernkraftwerks Hinkley Point noch einmal zu prüfen. Weil der chinesische Staatskonzern China Nuclear Power Corporation (CGN) ein Drittel der Investition von 18 Milliarden Pfund (etwa 21,5 Milliarden Euro) schultern soll, stand das Thema absehbar bei Mays Treffen mit Staatschef Xi Jinping auf der Agenda. Als neue Regierungschefin wolle sie eine wohl abgewogene Entscheidung treffen. "Ich habe gesagt, dass im September entschieden wird, und so wird es geschehen", sagte May. Wie ihr Vorgänger David Cameron wolle sie enge Beziehungen zu China.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa