Wirtschaft
Auf französischem Territorium soll ab 2040 kein Öl mehr gefördert werden.
Auf französischem Territorium soll ab 2040 kein Öl mehr gefördert werden.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 06. September 2017

Kampf gegen Klimawandel: Paris plant Ende von Öl- und Gasförderung

Frankreich sieht sich selber als Vorkämpfer beim Klimaschutz. Die Regierung setzt deswegen nach dem Verbrennungsmotor auch fossile Energieträger auf ihre schwarze Liste. Allerdings ist ihr Umfang verschwindend gering.

Im Kampf gegen den Klimawandel will Frankreich bis 2040 die Förderung von Erdöl und Gas auf seinem Territorium stoppen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf stellte Umweltminister Nicolas Hulot bei einer Kabinettssitzung in Paris vor. Nach Inkrafttreten des Gesetzes sollen keine neuen Förderlizenzen mehr erteilt werden. Bestehende Genehmigungen sollen nicht über 2040 hinaus verlängert werden.

Das Gesetz soll nach dem Willen der Regierung noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Es betrifft sowohl das Festland als auch das Meer auf französischem Hoheitsgebiet, die Überseegebiete eingeschlossen. Die Förderung von Schiefergas soll vollständig verboten werden - bislang war nur das Fracking untersagt, die einzige bislang praktikable Technik zur Förderung von Schiefergas.

Staatschef Emmanuel Macron sagte bei der Kabinettssitzung am Dienstag, Frankreich sei "Vorkämpfer" bei der Abkehr von klimaschädlichen fossilen Energieträgern. Allerdings wird in Frankreich ohnehin nur sehr wenig Erdöl und Gas gefördert. Die jährliche Erdölproduktion liegt bei rund 815.000 Tonnen - das entspricht nur einem Prozent des Erdölverbrauchs in Frankreich.

Die französische Regierung erhofft sich aber eine Signalwirkung auf andere Staaten. Das neue Gesetz soll zudem dazu beitragen, dass Frankreich seine Zielvorgaben im Kampf gegen den Klimawandel einhält. Umweltminister Hulot hatte bereits im Juli angekündigt, den Verkauf von Dieselautos und Benzinern bis 2040 stoppen zu wollen. Bereits 2015 hatte die französische Regierung ein Gesetz beschlossen, um den Energieverbrauch aus fossilen Quellen wie Öl, Kohle und Gas bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2012 zu drücken.

Quelle: n-tv.de