Wirtschaft

Dämpfer für Automobilindustrie Pkw-Nachfrage verliert im Mai an Schwung

Die Nachfrage nach Pkw gibt im im Mai leicht nach. Ein Grund dafür könnte das schwache Wirtschaftswachstum im ersten Quartal des Jahres sein. Doch auch Privatpersonen halten sich deutlich zurück. Dabei sind die Voraussetzungen für einen Autokauf denkbar gut.

Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland sind im Mai gesunken. Insgesamt fielen die Verkäufe um knapp sieben Prozent auf 256.400 Einheiten, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Allerdings standen zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahresmonat zur Verfügung. Statt 25 Verkaufstage hatte der Mai in diesem Jahr nur 23 Verkaufstage. Um diesen Sondereffekt bereinigt, sei der Markt um knapp vier Prozent gewachsen.

Im bisherigen Jahresverlauf wurden in Deutschland dem VDA zufolge mehr als 1,3 Millionen Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Plus von vier Prozent. Von Januar bis April hatten die Neuzulassungen noch um sechs Prozent zugelegt. "Dieser statistische Sondereffekt im Mai ändert nichts an unserer aktuellen Einschätzung für den deutschen Markt", betonte VDA-Präsident Matthias Wissmann. "Wir erleben seit Jahresbeginn eine erfreulichere Entwicklung, als wir das erwartet hatten."

Geringer Anstieg privater Neuwagenkäufe

Auch der Auftragseingang aus dem Inland habe im Mai aufgrund der geringeren Anzahl der Arbeitstage um rund zwei Prozent verloren. Das relativ schwache Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, das mit 0,3 Prozent niedriger ausfiel als erwartet, könnte die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gebremst haben: Die Neuzulassungen auf gewerbliche Halter stiegen im Mai bereinigt nur noch um 1,7 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf ist hingegen ein Plus von sieben Prozent zu verzeichnen.

Auch Privatpersonen halten sich bei Neuwagenkäufen weiter zurück: Die Zahl der auf private Halter neu zugelassenen Pkw sank im Mai de facto um 7,2 Prozent, bereinigt steht ein leichtes Plus um 0,9 Prozent – im bisherigen Jahresverlauf lagen die privaten Neuwagenkäufe um zwei Prozent unter dem Vorjahreswert, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst and Young mitteilte.

Nachfrage aus dem Ausland legt zu

Hauptgründe für die insgesamt dennoch relativ positive Entwicklung auf dem deutschen Neuwagenmarkt sind die sehr gute Arbeitsmarktlage, die dank niedriger Inflation steigenden Reallöhne, das extrem niedrige Zinsniveau und die nach wie vor relativ niedrigen Benzinpreise, heißt es bei den Experten weiter. Zudem locken nach wie vor viele Unternehmen mit hohen Rabatten – wenngleich gerade die deutschen Autobauer in den vergangenen Monaten ihre Preisnachlässe reduziert zu haben scheinen.

Die Exporte aus Deutschland lagen laut Mitteilung im Mai bei 347.900 Einheiten, ein Minus von sechs Prozent. Der Auftragseingang aus dem Ausland sei weiterhin eine Stütze: Zwar habe der Wert im Mai zwei Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, arbeitstäglich bereinigt seien die Bestellungen im Mai jedoch um neun Prozent gestiegen.

Als hilfreich für die Entwicklung des Marktes erweist sich derzeit, so die Wirtschaftsprüfer, dass internationale Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen – insbesondere in Griechenland und der Ukraine – etwas in den Hintergrund gerückt sind und offenbar weder von den Unternehmen noch von den Verbrauchern als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen werden.

Quelle: ntv.de, sko/rts/DJ

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