Wirtschaft

Tarifgespräche ergebnislos Post steht vor neuer Streikwelle

3pgd5720.jpg261289950248074255.jpg

Die Streiktröte bleibt in Betrieb.

(Foto: dpa)

Die Kunden der Deutschen Post müssen weiter mit verzögerten Zustellungen von Briefen und Paketen rechnen. Konzern und Verdi kommen nicht von der Stelle. Die Gewerkschaft hatte bereits mit weiteren Ausständen gedroht.

Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben in ihren Tarifverhandlungen wieder keinen Durchbruch erzielt. Die Gespräche seien vertagt worden, teilten beide Seiten in Königswinter bei Bonn mit. Die Kunden müssen nun mit neuen Streiks und Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen rechnen.

Deutsche Post
Deutsche Post 33,91

"Der Arbeitgeber verweigert bislang jegliche Zugeständnisse zu unseren Forderungen", erklärte Verdi-Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis nach der fünften Verhandlungsrunde. "Die Beschäftigten werden darauf eine Antwort finden", drohte sie der Post. Deren Verhandlungsleiterin Melanie Kreis warf Verdi eine Verweigerungshaltung vor. Die Gespräche sollen nun am 1. und 2. Juni in Berlin fortgesetzt werden.

Verdi will für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns 5,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Die Gewerkschaft hat ihre Forderungen mit mehreren bundesweiten Warnstreikwellen unterstrichen. Alle Angebote der Post hat sie in den Gesprächen abgeschmettert.

Verhältnis der Tarifparteien gespannt

"Wir fordern Verdi auf, die Verhandlungen nun endlich mit verbindlichen und lösungsorientierten Vorschlägen im Interesse der Beschäftigten fortzusetzen", betonte Kreis: "Eine Verweigerungshaltung, die keinerlei Beitrag zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit leistet, ist für uns kein Zeichen für einen Willen zur Einigung."

Das Klima zwischen Post und Verdi ist bereits seit Monaten vergiftet. Die Post hat angekündigt, Tausende neue unbefristete Stellen schaffen zu wollen, allerdings in 49 neuen Gesellschaften, für die niedrigere Löhne als im Konzern gelten.

Verdi sieht dies als Bruch geltender Verträge. Der Post zufolge arbeiten bereits rund 6000 Menschen in den neuen Gesellschaften - bis Jahresende sollen es rund 8500 Beschäftigte sein. In den neuen Gesellschaften würden zudem bereits Betriebsräte gegründet, erklärte die Post.

Quelle: ntv.de, wne/rts