Wirtschaft

Konzern erwartet weitere Belastung RWE überrascht mit Gewinnanstieg

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Konventionelle Großkraftwerke bringen deutlich weniger ein - RWE kann das jedoch im ersten Quartal ausgleichen.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich rechnen Beobachter damit, dass der Energierkonzern RWE im ersten Quartal wieder Gewinneinbußen verzeichnet. Doch dann kommt es anders: Was bei konventionellen Kraftwerken fehlt, wird von der Handelssparte mehr als wettgemacht.

Ein starkes Handelsgeschäft hat beim Energiekonzern RWE zu Jahresbeginn überraschend für einen Gewinnanstieg gesorgt. Das betriebliche Ergebnis legte auf Jahressicht um 7,1 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten mit einem neuerlichen Gewinnrückgang gerechnet.

Nun schaffte aber die Handelssparte einen deutlichen Gewinnsprung von 7 Millionen auf 166 Millionen Euro. Die Ergebnisse in diesem Geschäft schwanken oft stark. Damit konnte RWE auch den neuerlichen Gewinnrückgang der konventionellen Großkraftwerke von 20 Prozent auf 354 Millionen Euro wettmachen.

Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss ging allerdings um gut zwei Prozent auf 857 Millionen Euro zurück. Das lag vor allem an einem schlechteren Finanzergebnis, das vor einem Jahr noch von Gewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren profitiert hatte. Inklusive aller Sondereffekte sackte der Überschuss sogar um fast 60 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch von einem Einmalgewinn aus dem Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea profitiert.

Endlagerung wird Bilanz belasten

Mit zusätzlichen Belastungen durch den Atomausstieg rechnet man bei RWE fest. Die von der Atomkommission vorgeschlagene Risikoprämie für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls würde den Versorger 1,7 Milliarden Euro kosten, sagte Finanzchef Bernhard Günther in einem auf der RWE-Internetseite veröffentlichten Interview. Der Konkurrent E.ON hatte am Vortag seinen Anteil an dem geplanten Aufschlag von insgesamt 6,1 Milliarden Euro auf etwa zwei Milliarden Euro beziffert.

Der Vorstand hielt an seinem Jahresausblick fest. Demnach soll das betriebliche Ergebnis von 3,8 Milliarden auf 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro sinken. Der bereinigte Überschuss soll von 1,13 Milliarden auf 500 bis 700 Millionen Euro zurückgehen.

Quelle: ntv.de, fma/dpa/rts

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