Wirtschaft

Unerfreuliches Umfeld RWE und Eon leiden

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Die Versorger leiden unter der Energiewende.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die gesunkenen Strompreise machen Eon und RWE das Leben schwer. Wegen der trüben Geschäftsperspektiven reduzieren die Konzerne weiter die Schulden und drücken auf die Kostenbremse. Eine Erholung ist aber nicht in Sicht.

Einen schwierigen Start haben Eon und RWE in das neue Geschäftsjahr hingelegt: Bei Eon, Deutschlands größtem Versorger, ist der Umsatz um 11 Prozent gesunken. Der bereinigte Konzernüberschuss fiel um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Bei RWE ist er um ein Drittel eingebrochen.

Die Versorger leiden massiv unter der Energiewende in Deutschland, die für anhaltenden Druck auf die Strompreise in Europa sorgt. An der Strombörse EEX lagen sie zuletzt mit rund 34 Euro je Megawattstunde in der Nähe des Fünf-Jahres-Tiefs. Das ist ein Rückgang um 50 Prozent gegenüber 2009. Weil die konventionellen Kraftwerke wegen der Energiewende immer weniger Gewinn abwerfen, bleibt den Versorgern nichts anderes übrig, als die Kapazitäten in Europa deutlich zu reduzieren.

Eon-Finanzchef Klaus Schäfer reagiert auf das schwierige Umfeld. Er hat im vergangenen Quartal die Nettoschulden um eine Milliarde auf 31,1 Milliarden Euro gesenkt. Zudem drückt er weiter auf die Kostenbremse. "Das eröffnet uns Spielräume für gezielte Investitionen in Wachstumsfelder wie Wind- und Sonnenenergie", sagt er. Im ersten Quartal steuerten die Erneuerbaren Energien knapp 20 Prozent zum operativen Gewinn des Konzerns bei.

Probleme in Brasilien

Dennoch tendiert die Aktie seit dem Herbst 2013 lediglich seitwärts, da Investoren Sorgen wegen des Engagements von Eon in Brasilien und in Russland haben. So hat Eon weitere 200 Millionen Euro in den brasilianischen Stromversorger Eneva, der ehemals MPX hieß, gesteckt. "Die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft ist unverändert angespannt. Deshalb wurde mit allen beteiligten Parteien ein Sanierungskonzept erarbeitet, in dessen Rahmen wir gemeinsam mit unseren Partnern in den nächsten Monaten weitere Mittel in das Unternehmen investieren", sagte zuletzt Eon-Chef Johannes Teyssen.

Eon besitzt einen Anteil von 38 Prozent an Eneva. Neben Finanzproblemen des ursprünglichen Geschäftspartners Eike Batista waren Verzögerungen bei den Kraftwerksbauten aufgetreten. Inzwischen hat Eon bereits 1,3 Milliarden Euro und damit wesentlich mehr als ursprünglich geplant investiert. Das zweite Sorgenkind ist das Russland-Geschäft. Weil die schwache Konjunktur auf die Stromnachfrage drückt und zusätzlich der Rubel durch die Ukraine-Krise kräftig gefallen ist, brach der operative Gewinn in Russland um ein Drittel auf 131 Millionen Euro ein.

Verkauf von RWE Dea kommt voran

Auch der Konkurrent RWE hatte im ersten Quartal mit einer Menge Gegenwind zu kämpfen. Vorstandschef Peter Terium war dennoch zufrieden, weil der Vertrag über den Verkauf der Öl- und Gasfördertochter RWE Dea an ein russisches Konsortium um den Oligarchen Michail Friedmann unterschrieben worden ist. Der Wert liegt bei 5,1 Milliarden Euro. Behördliche Genehmigungen stehen allerdings noch aus. "Wir rechnen damit, den Verkauf noch im laufenden Jahr abschließen zu können", sagte Terium. Der Firmenlenker will die Nettoverschuldung bis Ende 2014 auf rund 26 Milliarden Euro zurückführen nach 30,7 Milliarden Euro in 2013.

Wegen des anstehenden Verkaufs von RWE DEA passte Terium die Prognose für den nachhaltigen Konzerngewinn auf 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro an. Damit läge RWE deutlich hinter Eon, die 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro angepeilt haben.

Die Aussichten für die Versorger bleiben also trüb. Während Analysten für Eon für 2015 einen Anstieg des Gewinns je Aktie um rund fünf Prozent prognostizieren, gehen sie bei RWE sogar von einem Rückgang in der gleichen Größenordnung aus. Die Aktien der Versorger könnten dem Dax weiter hinterher hinken, weil Analysten die Gewinnaussichten der anderen Dax-Unternehmen deutlich positiver einschätzen als die der Versorger.

Quelle: n-tv.de

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