Wirtschaft

Viel Geld und wenig Umweltschutz Reichster Russe stellt Vermögensrekord auf

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Potanin während eines Besuchs bei Nornickel.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Im Mai 2020 sorgt seine Firma für eine der größten Umweltkatastrophen der russischen Arktis, wenige Monate später besitzt Wladimir Potanin so viel Reichtum wie noch kein Russe zuvor. Das Vermögen des Großaktionärs von Norilsk Nickel wird auf mehr als 30 Milliarden Dollar geschätzt.

Russlands reichster Mann Wladimir Potanin, Großaktionär des Bergbau-Riesen Norilsk Nickel (Nornickel), hat laut "Forbes" einen neuen Vermögensrekord aufgestellt: Potanin besitze mehr als 30 Milliarden Dollar (24,65 Milliarden Euro), berichtete "Forbes" - laut russischen Medien ist Potanin der erste Russe mit einem so hohen Vermögen. Potanin hält knapp 35 Prozent an Nornickel.

Der Bergbaukonzern ist der weltweit größte Produzent des Metalls Palladium und einer der größten weltweit von Nickel - wichtig etwa bei der Herstellung von Elektroautos. Der Börsenwert von Nornickel hat in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt. Seit Potanin Nornickel kontrolliert, wird das Unternehmen von Vorwürfen der Umweltverschmutzung begleitet. Tatsächlich pustet der Nickelgigant so viele Abgase in die Luft, dass er als größter Einzel-Luftverschmutzer der Erde und Norilsk als schmutzigste Stadt Russlands gilt.

Ende Mai 2020 waren aus einem Kraftwerks-Tank einer Konzern-Tochter im sibirischen Norilsk 21.000 Tonnen Dieselöl ausgelaufen und hatten weite Strecken des Flusses Ambarnaja sowie den 70 Kilometer langen Pjasino-See verschmutzt. Ein Gericht im sibirischen Krasnojarsk verurteilte Norilsk Nickel Anfang Februar dazu, 146,2 Milliarden Rubel (1,6 Milliarden Euro) Schadenersatz zu leisten.

Umweltschützer sprachen damals von der schlimmsten Ölkatastrophe, die es bislang in der russischen Arktis gegeben habe. Schon vorher soll Nornickel zudem über Jahre hinweg hochgiftige Abwässer in die Tundra gepumpt haben, über die Dorothea Wehrmann, Expertin für arktische Städte am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), seinerzeit sagte: "Man findet tiefer im Wald größere, übel riechende Tümpel, die darauf schließen lassen, dass das nicht zum ersten Mal in der Art praktiziert wurde."

Der russische Präsident Wladimir Putin gilt Potanin trotzdem als wohlgesinnt, schon zum ehemaligen Staatschef Boris Jelzin hatte der Unternehmer gute Verbindungen, war für zwei Jahre Vize-Ministerpräsident der russischen Regierung und als solcher zuständig für finanzwirtschaftliche Fragen.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP

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