Wirtschaft

Überraschender Schritt Terium tritt als Innogy-Chef zurück

Die Ökotochter des Energieriesen RWE bekommt ihr Großbritannien-Geschäft nicht in den Griff. Die Sparte wird in diesem und im kommenden Jahr die Bilanz von Innogy trüben. An deren Spitze nimmt nun der Chef seinen Hut.

Nach harschen Gewinnwarnungen wegen der Schieflage der britischen Tochter tritt der Chef des Energiekonzerns Innogy, Peter Terium, zurück. Er lege sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der Konzern mit. Die Trennung sei im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat beschlossen worden. Einstweilen werde Personalvorstand Uwe Tigges den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernehmen. Zudem werde er seinen bisherigen Arbeitsbereich weiter betreuen. Über die Nachfolge an der Spitze der RWE-Ökostromtochter werde der Aufsichtsrat "zu gegebener Zeit" entscheiden.

Innogy musste vor kurzem wegen der anhaltenden Probleme der britischen Tochter Npower die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr kassieren und rechnet für nächstes Jahr mit einem leicht geringeren Gewinn. Die Tochter indes wird wohl trotz aller Sparprogramme nicht aus den roten Zahlen kommen. Die Aktie sackte daraufhin am Markt deutlich ab. Der Mutterkonzern RWE hält 77 Prozent der Innogy-Anteile. Eine RWE-Sprecherin hatte seinerzeit betont, dass das Unternehmen an seinen Gewinnerwartungen festhalte. Der Innogy-Mutterkonzern sehe keine Auswirkungen auf die Dividendeneinnahmen.

Der 54-jährige Niederländer hatte die Problemtochter abspalten und mit dem Privatkundengeschäft des schottischen Versorgers SSE zusammenführen wollen. Zwischen Ende 2018 und Anfang 2019 soll das Unternehmen an die Börse gebracht werden. Innogy wird nur einen Minderheitsanteil behalten und betrachtet diesen nicht als strategisch - will sich also bei guten Preisen davon trennen. Innogy hatte seit längerer Zeit massive EDV-Probleme auf dem britischen Markt und in der Folge erhebliche Kundenverluste.

Terium war seit 2003 in verschiedenen Positionen bei RWE tätig. 2012 wurde er Konzernchef und trieb die Spaltung des Konzerns voran. 2016 übernahm er den Vorstandsvorsitz der Innogy SE.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ