Wirtschaft

Harland & Wolff in der Krise "Titanic"-Werft meldet Insolvenz an

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Bekannt wurde die Werft durch den Bau des legendären Luxusliners "Titanic" - der 1912 nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg sank.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bis zuletzt hoffen die Mitarbeiter von Harland & Wolff auf eine Rettung des Traditionsunternehmens - doch niemand will die in Belfast ansässige Werft kaufen. Obwohl "alle politischen Hebel" gezogen worden seien, muss der legendäre "Titanic"-Schiffbauer Insolvenz anmelden.

Einst lief bei Harland & Wolff die legendäre "Titanic" vom Stapel - jetzt steht die Traditionswerft im nordirischen Belfast vor dem Aus. Wie ein Unternehmenssprecher sagte, sollte noch "im Laufe des Tages" ein Insolvenzverwalter ernannt werden. Zuvor hatte bereits Gavin Robertson, Abgeordneter der Democratic Unionists Party (DUP), der BBC gesagt, dass eine kurzfristige Lösung zunehmend unwahrscheinlich werde, obwohl "alle politischen Hebel" gezogen worden seien.

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Dem Mutterkonzern war es nicht gelungen, einen Käufer für das Traditionsunternehmen zu finden.

(Foto: Reuters)

Mit der Insolvenz der Werft schlittert ein Unternehmen in die Krise, dessen gelbe Kräne seit Jahrzehnten über der Skyline der nordirischen Hauptstadt thronten und das Anfang des 20. Jahrhunderts noch mehr als 30.000 Menschen beschäftigt hatte. Zuletzt waren es 130.

Viele der verbliebenen Mitarbeiter hatten bereits seit der vergangenen Woche vor den Werfttoren ausgeharrt und auf eine Rettung in letzter Minute gehofft. Dem Mutterkonzern Dolphin Drilling aus Norwegen war es aber nicht gelungen, einen Käufer für das Traditionsunternehmen zu finden.

Gegründet im 19. Jahrhundert, wurde bei Harland & Wolff unter anderem der legendäre Luxusliner "Titanic" gebaut, der 1912 nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg sank. Mehr als 1500 Menschen kamen bei der Schiffskatastrophe ums Leben. Während des Zweiten Weltkrieges entstanden in der Werft zudem fast 150 Kriegsschiffe. Zuletzt war das Unternehmen vor allem am Bau von Windkraftanlagen und anderen meerestechnischen Projekten beteiligt.

Quelle: ntv.de, lri/AFP