Wirtschaft
Ziel eines Investors ist es, die Zahl der derzeit 324 Mitarbeiter um rund ein Viertel zu reduzieren.
Ziel eines Investors ist es, die Zahl der derzeit 324 Mitarbeiter um rund ein Viertel zu reduzieren.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 18. November 2014

Dreharbeiten auf der Kippe?: "Traumschiff" hat rund 15 Kaufinteressenten

Auf reges Interesse von Investoren stößt allem Anschein nach das in wirtschaftliche Turbulenzen geratene Kreuzfahrtschiff MS Deutschland - auch als "Traumschiff" der gleichnamigen TV-Reihe bekannt. Ein Investor aber stellt künftige Dreharbeiten infrage.

Für die als ZDF-"Traumschiff" bekannte MS "Deutschland" gibt es "knapp 15 ernstzunehmende Anfragen" möglicher Käufer. Diese Zahl nannte der vorläufige Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber in einer Mitteilung. "Neben der Erzielung eines hohen Kaufpreises ist uns insbesondere daran gelegen, möglichst viele Arbeitsplätze auf dem Schiff und bei der Reederei zu erhalten", hieß es weiter.

Das vorläufige Insolvenzverfahren läuft seit rund drei Wochen. Einer der Interessenten, die Private Equity-Gesellschaft Callista, hält künftige Dreharbeiten für "Das Traumschiff" nicht für selbstverständlich. "Wir würden die Zusammenarbeit mit dem ZDF gerne fortsetzen, doch über die Konditionen müsste neu verhandelt werden."

Das Unternehmen hält derzeit über eine Holding die Mehrheitsanteile an der insolventen MS-"Deutschland"-Beteiligungsgesellschaft und an der Reederei. Jetzt biete Callista einen "signifikanten zweistelligen Millionenbetrag", um das Schiff aus der Insolvenzmasse heraus zu kaufen, berichtete unter anderem die Zeitung "Die Welt". Schmid-Sperber bestätigte das Interesse von Callista, machte aber keine Angaben zur Höhe des Gebotes.

Statt fünf künftig nur viereinhalb Sterne

Auf der MS "Deutschland" dreht das ZDF die Serien "Traumschiff" und "Kreuzfahrt ins Glück". "Wir würden das Schiff im deutschen Markt belassen und es auf den lukrativen Kurzstrecken in Europa einsetzen, die von unseren Stammkunden bevorzugt werden", sagte der Geschäftsführer von Callista, Olaf Meier. Er könne sich auch vorstellen, im Winter Reisen in die Karibik anzubieten. Meier kündigte massive Veränderungen an: Statt fünf Sternen solle das Schiff künftig nur noch viereinhalb Sterne haben. "Das hilft, Personalkosten zu sparen."

Ziel von Callista sei es, die Zahl der derzeit 324 Mitarbeiter an Bord und an Land um rund ein Viertel zu reduzieren. Zur Höhe des Gebotes machte er keine Angaben. Auf dem Schiff lasten Schulden von rund 56 Millionen Euro, davon 50 Millionen Euro Anleiheschulden und drei Millionen Euro Zinsen. Durch das vorläufige Insolvenzverfahren müssen die Anleihegeber auf einen Teil ihres Geldes verzichten und sich mit dem Verkaufserlös des Schiffes begnügen, den der Insolvenzverwalter erzielen kann.

Durch die ZDF-Reihe "Das Traumschiff" ist die MS "Deutschland" einem breiten Publikum bekannt geworden. "Marketing ist nicht alles, es muss für die Reederei auch wirtschaftlich sein", sagte Meier.

Quelle: n-tv.de