Wirtschaft

Schwächste Zahlen seit 2010 US-Jobmotor kommt ins Stottern

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Ford-Arbeiter in der Fabrik in Flat Rock, Michigan.

(Foto: REUTERS)

Der Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten legt ein enttäuschendes Ergebnis vor: US-Unternehmen schaffen wesentlich weniger Jobs als erwartet. Das abgeknickte Wachstum könnte Auswirkungen auf die geplante Zinserhöhung der Fed haben.

Der US-Arbeitsmarkt hat im Mai die schwächste Performance seit September 2010 gezeigt. Wie das Arbeitsministerium berichtete, stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft lediglich um 38.000, während Analysten einen Stellenzuwachs um 158.000 erwartet hatten. Zugleich wurden die Angaben für die beiden Vormonate spürbar nach unten korrigiert: Demnach haben die Firmen zusammengerechnet 59.000 weniger Stellen geschaffen als bisher berichtet.

Zugleich fiel die separat erhobene Arbeitslosenquote im Mai von 5,0 Prozent auf 4,7, was nicht zuletzt am Rückgang der Beschäftigungsquote gelegen haben dürfte - also am Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Diese sank auf 62,6 Prozent. Ökonomen hatten eine Stagnation der Arbeitslosenquote bei 5,0 Prozent erwartet. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden.

Streik beeinflusst die Statistik

Die durchschnittlichen US-Stundenlöhne stiegen um 0,2 Prozent oder 0,05 Dollar auf 25,59 Dollar. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 2,5 Prozent.

Im Mai beeinflusste ein Streik bei Verizon Communications die Arbeitsmarktstatistik; Streikende werden nicht als Beschäftigte gezählt. In der gesamten Telekomindustrie fiel die Stellenzahl um 37.200 - doch selbst mit diesem Sondereffekt sind die Zahlen für Mai extrem schwach.

Knapp zwei Wochen vor der nächsten Ratssitzung diskutieren die Finanzmärkte intensiv die Frage, wann die Fed den nächsten Zinsschritt unternimmt - im Juni, Juli oder erst September. Fed-Chefin Janet Yellen sagte zuletzt, sie halte eine Zinserhöhung "möglicherweise in den kommenden Monaten" für angemessen, wenn sich Wirtschaft und der Arbeitsmarkt stärker entwickeln. Den genauen Zeitpunkt ließ sie aber offen.

Auftragseingang der US-Industrie steigt

Gestiegen ist hingegen der Auftragseingang der US-Industrie im April um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Analysten hatten mit einem Zuwachs in dieser Höhe gerechnet. Wie das US-Handelsministerium weiter mitteilte, ergab sich für den Vormonat ein Anstieg von revidiert 1,7 Prozent, nachdem vorläufig ein Plus von 1,5 Prozent gemeldet worden war. Den Ordereingang bei langlebigen Wirtschaftsgütern im April bestätigte das Ministerium mit plus 3,4 Prozent.

Der Auftragseingang ohne Berücksichtigung des Rüstungssektors erhöhte sich um 2,1 Prozent. Die Orders ex Transport stiegen um 0,5 Prozent. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgröße für die Unternehmensausgaben gelten, sanken um 0,6 Prozent; im Vormonat war ein Plus von 0,3 Prozent registriert worden.

Quelle: n-tv.de, bdk/DJ